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19.06.2020

Anteil von internationalen institutionellen Anlegern im DAX steigt

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© fotogestoeber/fotolia.com

Anteil von internationalen institutionellen Anlegern im DAX steigt wieder gegenüber Vorjahr an: Nachdem in 2018 aktive US-Investoren im Leitindex zugekauft haben, erhöhen in 2019 vorrangig ETF-Portfolios aus den USA ihren Anteil; deutsche Investoren ziehen sich weiter zurück, wohingegen Anleger aus UK trotz Brexit-Diskussion an den DAX glauben.

Bereits zum siebten Mal haben der DIRK – Deutscher Investor Relations Verband und IHS Markit (ehemals Ipreo), das global führende Investor Relations (IR) Beratungs- und Technologieunternehmen, in der gemeinsamen Marktstudie „Investoren der Deutschland AG 7.0“ – „Who owns the German DAX?“ die Strukturveränderungen der Investorenlandschaft des DAX analysiert. Das Hauptaugenmerk der Studie lag sowohl auf der Verteilung, als auch speziell auf den Veränderungen und Mittelflüssen des institutionellen Streubesitzes der DAX-Emittenten hinsichtlich Geografie, Investment Stil sowie den meist genutzten Handelsplätzen. Hierbei wurden Investments auf Investorengruppenebene, von Staatsfonds sowie die Bedeutung von extra-finanziellen Kriterien und das Abstimmverhalten von Investoren näher untersucht.

Die siebte Ausgabe der Studie kam zu folgenden Haupterkenntnissen:

  • Der institutionelle Streubesitz steigt auf ca. 61% der Marktkapitalisierung des DAX.
  • Institutionelle Vermögensverwalter steigern ihr Engagement im Leitindex um 1,1 Prozentpunkte, nachdem diese Gruppe in 2018 eine Reduktion um 1,6 Prozentpunkte aufwies.
  • Der Anteil der amerikanischen Investoren steigt um 1,3 Prozentpunkte auf 36.0% des institutionellen Streubesitzes im DAX an, speziell passive Fonds erhöhen ihr Investment.
  • Privatanleger sind weiterhin stark im DAX vertreten und halten im Durchschnitt ca. 17%.
  • Passive Investments kaufen weiter zu und folgen damit den globalen ansteigenden Trends.
  • BlackRock-Gruppe bleibt größter Investor der Deutschland AG mit einem gestiegenen Anteil (+0,9pp). Die Gruppe verzeichnet Zuwächse bei ETFs und ESG-fokussierten Portfolios.
  • London bleibt trotz Brexit-Debatte und verringertem DAX-Anteil das Top-Roadshowziel für DAX-Gesellschaften.
  • Der Megatrend ESG-Integration bei Investmententscheidungen setzt sich auch in 2019 fort.
  • Anleger vertrauen häufiger auf ihre eigenen Abstimmrichtlinien und werden kritischer gegenüber deutschen Gesellschaften.
  • Starke Zunahme des Anteils des Aktienhandels der Deutsche Börse, die Bedeutung von außerbörslichen Handelsplätzen verringert sich.

Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK, meint zu den Ergebnissen: „Der DAX steht zunehmend im Fokus internationaler Investoren. Das erhöhte Interesse von amerikanischen Anlegern bei gleichzeitigem Weggang heimischer Investoren spiegelt die Beliebtheit deutscher Gesellschaften im Ausland wider. Aber auch die hohe Bedeutung extra-finanzieller Investmentkriterien und das gestiegene Vertrauen auf eigene Abstimmrichtlinien sind Themen, denen wir uns als Verband verstärkt widmen wollen“.

Frederik Frank, Director Research & Analysis bei IHS Markit, erläutert die Entwicklung: „Der Anstieg des ETF-Anteils im DAX geht mit einem Zukauf amerikanischer Investoren einher, da in den USA die weltweit größten Indexfonds ihren Hauptsitz haben, welche ebenfalls den größten Anteil der ETFs am weltweiten Gesamtmarkt ausmachen.“ „Angesichts der Aktienkurssteigerungen im Leitindex in 2019 verwundert es nicht, dass einige aktive Fondsmanager ihren Anteil am DAX angepasst und Gewinne realisiert haben“, so Frank weiter.

Andreas Posavac, Global Head of ESG, M&A & Corporate Governance bei IHS Markit, resümiert: „Der globale Megatrend zur steigenden Integration on ESG und Nachhaltigkeitskriterien spiegelt sich auch in der Aktionärslandschaft Deutschlands wider. Über 80% der globalen Vermögensverwalter widmen sich verstärkt dem Thema ESG, Tendenz steigend. Verbunden mit den erhöhten regulatorischen und Best-Practice Kapitalmarkt Anforderungen, wird ESG weiter ein Disruptor bleiben, der Unternehmensführung, Stakeholder-Kommunikation und Kapitalmarktzugang nachhaltig verändert. Es ist zu beobachten, wie Investoren aktiver auf Emittenten mit mangelhafter Corporate Governance zugehen und ihre Unternehmensbeteiligungen zur Verbesserung der Unternehmensführung einsetzen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass vermehrt passive Fondsmanager den DAX favorisieren, besonders aus Nordamerika. In 2019 hat sich der Anteil der institutionellen Investoren wieder erhöht. Zu dieser Erhöhung haben im Gegensatz zum letzten Jahr vorrangig ETF- und passive Portfolios beigetragen. So zählen große amerikanische ETF-Fondshäuser wie BlackRock Fund Advisors (+0,4pp), Vanguard (+0,3pp) und Geode Capital Management (+0,2pp) zu den Top-Verkäufern in 2019. Die Investments deutscher Anleger sind abermals um 0,5pp gesunken. Nachdem UK-Investoren in 2018 verstärkt Gelder aus dem DAX abgezogen haben, bleibt ihr Engagement im DAX in 2019 stabil. Mit knapp 20% des institutionellen Streubesitzes im DAX bilden Investoren aus Großbritannien die zweitgrößte regionale Gruppe im Leitindex. Trotz des bevorstehenden Brexits und eines reduzierten Anteils am DAX in 2019 bleibt London die Top-Destination für Roadshows, gefolgt von Frankfurt und Paris. Auf Gruppenebene dominiert die BlackRock-Gruppe mit einer Erhöhung des DAX-Engagements. Extra-finanzielle (ESG) Kriterien bei der Investmententscheidung und die Anwendung eigener Abstimmrichtlinien der Investoren werden im DAX zunehmend bedeutender. Auch spielen Stimmrechtsberater weiterhin eine wichtige Rolle, deren Research etwa 75% der Fondsgesellschaften nützen. Allerdings verlassen sich etwa 93% der Top 100 Investoren im DAX auf interne Richtlinien zur finalen Abstimmungsentscheidung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung DIRK vom 08.06.2020)


Redaktion

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