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20.01.2022

Ausländische Investitionen in deutsche Unternehmen 2021 auf Rekordhoch

Die M&A-Transaktionen zwischen ausländischen Investoren und deutschen Unternehmen erreichten im Jahr 2021 ein neues Rekordhoch – obwohl das Marktumfeld aufgrund der Coronavirus-Pandemie nach wie vor herausfordernd war. Das ist eines der Kernergebnisse des Berichts „Destination Deutschland. M&A-Aktivitäten ausländischer Investoren 2021“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland.

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© Tim/Fotolia.com

Die Analyse berücksichtigt alle Zusammenschlüsse, Unternehmenskäufe und -verkäufe, Leveraged Buy-outs, Spin-offs, Privatisierungen und Übernahmen von Minderheitsanteilen deutscher Unternehmen durch ausländische Investoren, die zwischen dem 01.01.2017 und dem 15.11.2021 angekündigt wurden.

Deutlich mehr Deals und höhere durchschnittliche Deal-Volumina

Die Zahl der Transaktionen zwischen ausländischen Investoren und deutschen Investoren ist bis zum Stichtag 15.11.2021 im Vergleich zum gesamten Jahr 2020 um 28% gestiegen, auf nunmehr 1.206 Deals (2020: 940). Für das gesamte Jahr 2021 rechnen die Studienautoren mit insgesamt 1.380 Transaktionen; das entspräche einem Anstieg von knapp 47%. Ebenfalls gestiegen sind die durchschnittlichen Deal-Volumina: von 265 Mio. € im Jahr 2020 auf 302 Mio. €.

Deal-Anzahl erreicht neues Fünfjahres-Hoch

Der Analyse zufolge hat sich Deutschland insgesamt widerstandsfähig gezeigt, trotz der anhaltenden Herausforderungen durch COVID-19. Die Investoren blickten 2021 wieder deutlich positiver auf die wirtschaftliche Entwicklung. Zusammen mit einigen Nachholeffekten und neu entstandenen Opportunitäten, anhaltend niedrigen Zinsen und Rekordmengen nicht-investierten Kapitals waren das sehr günstige Bedingungen für die M&A-Branche, erklären die Studienautoren.

US-Investoren am aktivsten, Anteil europäischer Investitionen steigt weiter

Wie bereits im vergangenen Jahr investierten 2021 vor allem US-amerikanische Investmentgesellschaften in deutsche Unternehmen. Ihr Anteil war laut der Analyse bis zum 15.11.2021 mit 265 Deals und einem Deal-Gesamtwert von 27,8 Mrd. € mit Abstand am größten (2020: 155 Deals, Gesamtwert 23,5 Mrd. €). Das entspricht 22% Deal-Anteil und 25,8% des Gesamtwerts aller Transkationen. Danach folgten Investoren aus Großbritannien (132 Deals, 3,3 Mrd. € Gesamtwert, 10,9% der Deal-Anzahl, 3,1% des Deal-Werts) und Frankreich (120 Deals, 14,4 Mrd. € Gesamtwert, 10% der Deal-Anzahl, 13,3% des Deal-Werts). Dem Trend der vergangenen Jahre folgend ist der Anteil europäischer Investitionen (inkl. Russland) in deutsche Unternehmen 2021 weiter gestiegen, von 612 Transaktionen im Jahr 2020 auf nunmehr 757 Deals mit einem Deal-Wert von 61,3 gegenüber 36,6 Mrd. € im Jahr 2020.

Technologiesektor bleibt am attraktivsten

Besonders häufig investierten die ausländischen Investoren, wie im vergangenen Jahr, in deutsche Technologieunternehmen: Bis zum Stichtag fanden in diesem Sektor insgesamt 328 Transaktionen statt – ein enormer Zuwachs um 50% gegenüber dem gesamten Jahr 2020. Die Autoren der Studie rechnen damit, dass sich die hohe Deal-Aktivität im Technologiesektor auch im Jahr 2022 fortsetzen wird.

Auf Platz 2 der für Investoren attraktivsten Sektoren kam die industrielle Produktion mit 257 Deals bis zum Stichtag, gefolgt vom Handel mit 219 abgeschlossenen Transaktionen. Den mit ca. 61% deutlichsten Anstieg verzeichnete der Sektor Finanzdienstleistungen (63 Deals ggü. 39 im gesamten Jahr 2020).

Private Equity-Investoren häufiger an Mega-Deals beteiligt

Ein weiteres Ergebnis lautet: Bis zum 15.11.2021 fanden mehr Mega-Deals (Transaktionen mit einem Wert von mehr als einer Milliarde Euro) statt als im Gesamtjahr 2020: 21 gegenüber 17. Ebenfalls mehr waren es bei großen Deals mit Volumina zwischen 250 Mio. € und einer 1 Mrd. € (38 ggü. 23).

An acht von zehn Mega-Deals waren bis zum Stichtag 2021 Private Equity-Investoren beteiligt – und damit deutlich häufiger als im selben Zeitraum 2020. Damals fanden vier von zehn Transaktionen mit Private Equity-Beteiligung statt. Hauptsächlich beteiligten sich Private Equity-Investoren an kleinen (weniger als 50 Mio. €) und mittleren (mehr als 50 bis 250 Mio. € Deal-Volumen) Transaktionen mit veröffentlichtem Deal-Wert. Hier lag ihr Anteil bei 84% bis zum Stichtag 15.11.2021, sechs Prozentpunkte weniger als im gesamten Jahr 2020.

Dass Private Equity-Investoren immer häufiger auch an großen und Mega-Deals beteiligt sind, unterstreicht die wachsende Bedeutung von Private Equity insgesamt, stellen die Studienautoren fest. Schreckten vor einigen Jahren manche deutschen Unternehmen mitunter noch vor dieser Investmentform zurück, werde sie immer häufiger zur echten Alternative.

Die vollständige PwC-Studie finden Sie hier zum Download.


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