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19.11.2021

Börsen 2022: Investment Professionals setzen auf Aktien

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© eyetronic/fotolia.com

Bund, DAX, Dollar und Gold – wo werden diese zentralen Kapitalmarktindikatoren zum Jahresende 2022 stehen? Was sind die persönlichen Einschätzungen und Prognosen der DVFA Investment Professionals? Welche Unsicherheiten werden befürchtet? Diese Fragen zur Kapitalmarktentwicklung stellte der Berufsverband Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management DVFA seinen Mitgliedern wenige Wochen vor dem Ende des laufenden Jahres. Die Antworten zeichnen ein Stimmungs- und Meinungsbild auch mit überraschenden Ergebnissen.

Leicht höheres Zinsniveau am Rentenmarkt erwartet

Im kommenden Jahr gehen mehr als die Hälfte der Mitglieder des DVFA von einem leicht höheren Zinsniveau aus. 37% erwarten einen Zins zwischen -0,5 und 0%, die größte Gruppe von 41% sieht 0 bis 0,5% und immerhin 14% der Befragten erwarten eine Rendite für die 10jährige Bundesanleihe von mehr als 0,5%. In den Kommentaren zu dem anhaltend niedrigen Niveau wird darauf verwiesen, dass der Inflationsdruck im kommenden Jahr voraussichtlich wieder abnehmen werde, und damit auch der Druck auf die Europäische Zentralbank, die Zinsen zu erhöhen.

Konstruktiv für den DAX

Für die Entwicklung des DAX sind die Investment Professionals eher konstruktiv gestimmt. Auf die Frage, auf welchem Stand sie den DAX am Ende des Jahres 2022 erwarten, antwortete allerdings fast ein Fünftel (19%) der Befragten, dass sie eine rückläufige Entwicklung des deutschen Leitindex auf unter 15.000 Punkte erwarten. 59% erwarten den DAX dagegen zwischen 15.000 und 17.000 Punkten. 14% sehen den DAX zwischen 17.000 und 18.000 und weitere 5% trauen dem Index sogar eine Entwicklung über die 18.000 Punkte zu. Allerdings wurde in den Kommentaren mehrfach darauf verwiesen, dass eine solche Prognose hoch spekulativ und mit vielen Unsicherheiten verbunden sei.

Beim Thema Devisen und welchen Dollar/Euro-Wechselkurs sie zum Jahresultimo 2022 für möglich halten, antworteten 11% der befragten DVFA Mitglieder sie hielten einen Wechselkurs von unter 1,10 für möglich. Dagegen halten 39% einen Wechselkurs zwischen 1,10 und 1,15 für möglich. Weitere 30% erwarten den Kurs zwischen 1,15 und 1,20. 12% sind der Meinung der Wechselkurs werde bei über 1,20 liegen. In den Kommentaren wurde darauf hingewiesen, dass die amerikanische Notenbank wohl eher als die EZB die Zinsen anheben werde, dies aber zu einem guten Teil auch schon vom Markt eingepreist sei.

Aktien klar vor Rohstoffen

Eine weitere Frage bezog sich auf die Erwartungen bezüglich des Goldpreises je Feinunze am Ende des nächsten Jahres. 18% sehen ihn zwischen 1.500 und 1.750 Dollar. Einen Goldpreis in der Spanne von 1.750 bis 2.000 Dollar erwartet fast die Hälfte der Befragten (49%). Immerhin ein knappes Fünftel (19%) der Befragten trauen Gold einen Preis von mehr als 2.000 Dollar zu. In den Kommentaren wurde darauf verwiesen, dass ein höherer Goldpreis weniger als Reaktion auf Inflationsängste zu erwarten ist, als vielmehr als Reaktion auf das ein oder andere Schock-Szenario mit dem wir im kommenden Jahr konfrontiert sein könnten.

Recht eindeutig fielen die Antworten der Investment Professionals aus, welche traditionelle Vermögensklasse im kommenden Jahr relativ als Beste abschneiden werde. Eine Mehrheit von 51% sieht Aktien vorn. Immerhin noch 29% sind der Ansicht, dass Rohstoffe am besten abschneiden werden. 14% erwarten die günstigste Entwicklung bei Immobilien, 5% entschieden sich für Liquidität und 1% entschied sich für Renten.

China und Stagflation als Unsicherheitsfaktoren

Abschließend fragte der DVFA von wo die größten Unsicherheiten im kommenden Jahr drohten, wobei Mehrfachnennungen aus den vorgegebenen Antworten möglich waren. Für die Investment Professionals drohen die größten Unsicherheiten von China (55%). 47% erwarten die größten Unsicherheiten durch eine Stagflation, 41% von steigenden Zinsen und 16% durch eine Rezession. Eine Virus-Variante der Pandemie sehen 15% als größte Unsicherheit, 9% eine andere Ursache.

(Pressemitteilung DVFA vom 09.11.2021)


Redaktion

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