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14.11.2018

Buy-&-Build-Aktivität in Europa: Zunehmende politische Unsicherheit sorgt für schwaches erstes Halbjahr 2018

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© Gajus/fotolia.com

Die europäische Buy-&-Build-Aktivität im ersten Halbjahr 2018 ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12% gefallen. Grund dafür sind vermutlich die Sorgen um den bevorstehenden Brexit, die die sonst rege Stimmung an den Märkten in Großbritannien und Irland dämpfen.

Dies zeigt der aktuelle europäische Buy-&-Build-Monitor des Private-Equity-Unternehmens Silverfleet Capital.

Der Buy-&-Build-Monitor misst die weltweiten Add-on-Aktivitäten der in Europa ansässigen und Private-Equity-finanzierten Unternehmen; für das erste Halbjahr 2018 identifiziert er vorläufig 287 Zukäufe im Vergleich zu 327 im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtwert der Deals fiel von 5,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2017 auf 4,65 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2018.

Im ersten Halbjahr 2018 wurden nur acht Zukäufe mit einem Transaktionswert von über 60 Millionen Pfund oder 70 Millionen Euro veröffentlicht. Damit fiel die Anzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich – dort wurden noch 21 Zukäufe veröffentlicht.

Der größte Zukauf des Halbjahres war die Übernahme der Convenience-Stores von The Kroger Co. Die EG Group, unterstützt von TDR Capital, erwarb diese für 2,15 Milliarden US-Dollar.

Geographische Trends

Kräftige Einbrüche gab es in Großbritannien, Irland und Skandinavien: Die Anzahl der Deals in Großbritannien und Irland fiel von 67 im ersten Halbjahr 2017 auf 50; diese Entwicklung ist vermutlich auf den bevorstehenden Brexit zurückzuführen, der britische Unternehmen von Zukäufen im eigenen Land abhält. Die Anzahl der Zukäufe, die von nicht-britischen Unternehmen im Königreich getätigt wurden, blieb konstant.

In Skandinavien wurden lediglich 41 Zukäufe im ersten Halbjahr 2018 getätigt, im Vergleich zu 74 im Vorjahreszeitraum abgeschlossenen Zukäufen. Schweden erwies sich  mit 26 Zukäufen als besonders rege. Dies wurde allerdings durch die geringe Aktivität in Dänemark und Norwegen aufgehoben, die insgesamt nur acht Zukäufe meldeten. In Norwegen liegt dies vermutlich an einer niedrigen M&A-Aktivität im Bereich Offshore Öl- und Gasförderung.

Der größte Anstieg an Buy & Build wurde im DACH-Raum erzielt. Mit 38 Zukäufen im ersten Halbjahr 2018 stieg die Zahl um 31% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 29 Zukäufen. Die Aktivität erholt sich also weiterhin und erreichte das höchste Level im Vergleich zu den Vorjahren.

Frankreich, die Benelux-Länder und Italien verschlechterten ihre Performance und liegen damit im Trend der allgemein schwächeren Aktivität im ersten Halbjahr 2018. Die Daten für Spanien & Portugal, Mittel- und Osteuropa sowie Südosteuropa stimmten mit denen des ersten Halbjahres 2017 überein.

Die außereuropäische Add-on-Aktivität machte 12% des Gesamt Add-on-Volumens aus, ein ähnliches Verhältnis wie in den Vorjahren. Allerdings gab es eine bemerkenswerte Abnahme in der Zahl der Zukäufe in Nordamerika im Vergleich zu den Vorjahren. Die Daten für weitere Regionen stimmen mit den Daten vom letzten Jahr überein.

Im Portfolio von Silverfleet Capital gab es im ersten Halbjahr 2018 ein Add-on: microGLEIT, ein Nischenanbieter von Schmiermitteln mit Sitz in Deutschland, wurde mehrheitlich von Silverfleet Capitals Portfoliounternehmen Conventya erworben, einem französischen Spezialisten im Bereich Spezialchemikalien für Oberflächenveredlung. Diese Transaktion markiert bereits Coventyas dritten Zukauf seit dem Einstieg von Silverfleet im Mai 2016.

„Nachdem die Buy-&-Build-Aktivität im vergangenen Jahr ihren Höchststand erreicht hatte, war sie im ersten Halbjahr dieses Jahres trotz anhaltend günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen deutlich verhalten”, so Neil MacDougall, Managing Partner von Silverfleet Capital. „Wir glauben, dass die Politik zumindest teilweise Grund dieser Entwicklung ist. In Großbritannien und Irland ist der starke Rückgang der nationalen Zukäufe als Vorsichtsmaßnahme im Zuge des bevorstehenden Brexits zu erklären. Die sinkende Buy-&-Build-Aktivität europäischer Unternehmen in Nordamerika kann an der Einführung der Exportzölle liegen. Genauso könnte es aber auch sein, dass die in den USA ansässigen Käufer entschlossener als die Europäer sind.“

Zum vollständigen Report gelangen Sie hier.

(Pressemitteilung Silverfleet Capital vom 14.11.2018)


Redaktion

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