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06.01.2017

Chemiebranche: Der Übernahmekampf geht in die nächste Runde

Autokonzerne auf der Überholspur

Die Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche erreichten 2016 erneut rekordverdächtige Höhen. Wie aus einer aktuellen Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht, zählte das Gesamtjahr 2016 weltweit 197 Transaktionen ab 50 Mio. USD, die mit einem Gesamtvolumen von 219,6 Mrd. USD zu Buche schlugen.

Die Fusionen und Übernahmen in der Chemiebranche erreichten 2016 erneut rekordverdächtige Höhen. Wie aus einer aktuellen Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht, zählte das Gesamtjahr 2016 weltweit 197 Transaktionen ab 50 Mio. USD, die mit einem Gesamtvolumen von 219,6 Mrd. USD zu Buche schlugen.

Damit lagen die M&A-Aktivitäten im vergangenen Jahr deutlich über dem Niveau der Jahre 1998 bis 2014. Lediglich im Rekordjahr 2015 erreichte das Transaktionsvolumen mit 237,4 Mrd. USD zum Jahresende einen noch höheren Wert. Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren mehrere große Deals, allen voran die Ankündigung der Mega-Fusionen zwischen den Chemieriesen Bayer und Monsanto, ChemChina und Syngenta sowie Linde und Praxair.

Europa und Nordamerika auf dem Vormarsch

Der Anteil der Transaktionen mit europäischer Beteiligung hat sich gegenüber dem Vorjahr von sechs auf rund 30 Prozent verfünffacht. Deutsche Unternehmen haben entscheidend zu dieser Entwicklung beigetragen: Deals mit deutschen Beteiligten stellten 2016 mit über 100 Mrd. USD insgesamt einen Anteil von 47,5 Prozent am gesamten globalen Dealvolumen. In Europa und Nordamerika wurden durchschnittlich auch die lukrativsten Deals angekündigt und durchgeführt: Im Schnitt schlug im abgelaufenen Jahr ein Deal mit Beteiligten aus Nordamerika oder Europa mit über 3 Mrd. USD Transaktionsvolumen zu Buche. Zum Vergleich: In Asien lag der durchschnittliche Transaktionswert bei 0,56 Mrd. USD. „Europa und Nordamerika sind derzeit klar die Hochburgen für große internationale Übernahmen, während Asien und insbesondere China viele lokale Konsolidierungen durchführt“, analysiert Dr. Marcus Morawietz, Partner und Leiter des Bereichs Chemie bei PwC. „Das Ziel der chinesischen Regierung ist weiterhin die Schaffung großer Unternehmen, die im internationalen Vergleich bestehen können.“

Strategische Fusionen in der Agro-Chemie und bei Industriegasen

Die meisten Fusionen und Übernahmen im Jahr 2016 gab es in den Bereichen Spezial- sowie Grundstoffchemie. Das mit Abstand höchste Transaktionsvolumen von 120 Mrd. USD erreichte hingegen der Bereich Agro-Chemie mit den Großfusionen Bayer/Monsanto und ChemChina/Syngenta. „2016 ist sicherlich das Rekordjahr für die weitere Konsolidierung bestimmter Chemiesegmente“, kommentiert Morawietz. „In den Bereichen Industriegase und Agro-Chemie sind die erwarteten Endspiel-Szenarien bereits in vollem Gange.“

Übernahmewettbewerb geht weiter

Auch für das Jahr 2017 ist mit einer hohen Dynamik bei den Fusionen und Übernahmen in der chemischen Industrie zu rechnen. Wichtige Treiber dürften zum einen das weiterhin günstige Finanzierungsumfeld sein, zum anderen aber auch strategische Erwägungen wie Abspaltungen aus den laufenden Transaktionen sowie weitere Übernahmen zur Konsolidierung und Portfolio-Erweiterung. Darüber hinaus wird der Zugang zu neuen Fähigkeiten, beispielsweise im Bereich kundenspezifischer Produkte und Lösungen, zu einem immer wichtigeren Antrieb für Unternehmensübernahmen. „Der intensive Wettbewerb um attraktive Unternehmen wird auch in 2017 weitergehen und die Preise für Übernahmen treiben“, erläutert Morawietz. „Allerdings stellen damit auch die erforderlichen Synergieeffekte eine immer größere Herausforderung für die Unternehmen dar.“

(Pressemitteilung PwC vom 30.12.2016)


Redaktion

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