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17.03.2022

Deutscher Beteiligungskapitalmarkt weiter auf hohem Niveau

Autokonzerne auf der Überholspur

© stanciuc/fotolia.com

Mit insgesamt 12,6 Mrd. € wiesen die Investitionen am deutschen Beteiligungsmarkt − nach den Rekordjahren 2019 und 2020 − auch 2021 ein hohes Niveau auf. Über alle Marktsegmente hinweg zeigt sich ein reges Investitionsgeschehen. Während bei Investitionen in Venture Capital mit knapp 4,0 Mrd. € sogar ein historischer Rekord erreicht wurde, kamen die Buy-out-Investitionen mit in Summe 5,5 Mrd. € zwar nicht an die Rekordwerte der Vorjahre heran; dennoch gab es auch hier eine Reihe herausragender Transaktionen. Das teilte der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK in der aktuellen Statistik zum deutschen Beteiligungskapitalmarkt 2021 mit.

Auch im zweiten Pandemiejahr hat der deutsche Beteiligungskapitalmarkt Stärke bewiesen und zahlreiche Start-ups und mittelständische Unternehmen durch eine herausfordernde Zeit begleitet. Insgesamt investierten Beteiligungsgesellschaften in Deutschland 12,6 Mrd. €, so die heute veröffentlichte vorläufige Statistik des BVK für den deutschen Private Equity und Venture Capital-Markt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Investitionsrückgang um 16% (2020: 15,0 Mrd. €). Nach den Rekordjahren 2019 und 2020 bleibt das Investitionsniveau in allen Marktsegmenten auf hohem Niveau, wobei das Wachstum bei Venture Capital besonders herausragt. In Summe wurden laut der Interessensvertretung der Private Equity-Branche in Deutschland fast 1.000 Unternehmen im Jahresverlauf mit Beteiligungskapital finanziert.

Historischer Investitionsrekord im Bereich Venture Capital

Mit knapp 4,0 Mrd. € investierten Beteiligungsgesellschaften 2021 so viel Venture Capital in Deutschland wie noch nie. Das Investitionsvolumen des Vorjahres von 1,9 Mrd. € wurde damit mehr als verdoppelt. Für den deutschen Venture Capital-Markt war 2021 ein herausragendes Jahr, stellt der Bundesverband fest. Der neue Investitionsrekord hatte bereits nach sechs Monaten festgestanden. Haupttreiber war die große Zahl dreistelliger Finanzierungsrunden bei vor allem Unicorn-Start-ups wie zum Beispiel Celonis, Enpal, Tier, Personio, Trade Republic, Wefox, Mambu, SolarisBank oder Scalable Capital. Hier haben Beteiligungsgesellschaften substantiell zusammen mit anderen Investoren investiert. Insgesamt rund 600 Start-ups und junge Unternehmen und damit 61% aller im Jahresverlauf mit Beteiligungskapital finanzierten Unternehmen erhielten damit Venture Capital. Laut des BVK besitzt Deutschland inzwischen ein weltweit beachtetes und anerkanntes Ökosystem aus verschiedensten Investoren, Business Angels, Gründern, Wissenschaft, unterstützt von der öffentlicher Hand. Dieses Ökosystem zieht zudem viel internationales Kapital an und ist zu einer wichtigen Säule unserer Volkswirtschaft geworden, so der Private Equity-Verband. Hier entstehe der Mittelstand der Zukunft.

Buy-outs: Rückgang nach Rekordjahren

Nachdem die Buy-out-Investitionen in den beiden Vorjahren mit jeweils mehr als 11 Mrd. € noch Rekordwerte erreichten, konnte dieses Investitionsniveau 2021 nicht erreicht werden. Insgesamt summierten sich die Investitionen laut der BVK-Statistik auf 5,5 Mrd. €. Dieser Rückgang hatte sich bereits nach den ersten sechs Monaten angekündigt, denn die beiden Vorjahre waren herausragende Jahre im Buy-out-Geschäft. Unter anderem gab es 2020 bei ThyssenKrupp Elevators den mit Abstand größten Buy-out Deutschlands. Zudem lagen Zahl und Volumen der sehr großen Buy-outs unter dem Vorjahreswert. Trotzdem gab es einige hervorzuhebende Transaktionen. Zu den größten angekündigten bzw. bereits abgeschlossenen gehören Zooplus, Birkenstock, Rodenstock, Think-cell Software oder Schaltbau Holding. Trotz des Investitionsrückgangs verzeichnete der Deutsche Beteiligungskapitalmarkt auch 2021 ein reges Buy-out-Geschehen. Private Equity bleibt für Familien und Unternehmen eine hervorragende Alternative ihr Geschäft unabhängig fortzuführen, die Zukunft zu sichern und zu wachsen, stellt der BVK fest.

Laut des Bundesverbandes wuchsen Minderheitsbeteiligungen (Wachstums-, Replacement- und Turnaround-Finanzierungen) bei mittelständischen Unternehmen und gereiften, ehemaligen Start-ups deutlich aufgrund einiger großer Einzelinvestments auf 3,1 Mrd. € – nach 1,3 Mrd. € im Vorjahr.

Fundraising erreicht mit 4,8 Mrd. € zweithöchsten Wert in der Geschichte

Deutsche Beteiligungsgesellschaften sammelten 2021 bei Investoren neue Mittel in Höhe von 4,8 Mrd. € ein. Dies sind 9% mehr als im Jahr zuvor, aber weniger als im Rekordjahr 2019 als sich das Fundraising auf 6,0 Mrd. € summierte. Während Buy-out-Fonds mit 3,3 Mrd. € mehr als doppelt so viel Kapital als 2020 einwarben konnten, ging das Fundraising der Venture Capital-Fonds mit 1,5 Mrd. € um gut 20% zurück. Der Zustrom institutionellen Kapitals aber auch von Unternehmern und Family Offices in Venture Capital- und Private Equity-Fonds ist ungebrochen, stellt der BVK fest. Die Assetklasse biete angesichts der Niedrigzinssituation und der volatilen Aktienmärkte attraktive Renditechancen und Investoren die Teilhabe an Wachstum, Digitalisierung und wirtschaftlicher Transformation.

Ausblick auf 2022

Ein Ausblick auf 2022 fällt dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften schwer, da die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und seiner wirtschaftlichen Konsequenzen aktuell nicht absehbar sind. Ein Dämpfer für das Wirtschaftswachstum in Europa scheint unvermeidlich, wovon sich der Private Equity- und Venture Capital-Markt kaum entkoppeln kann, so die Einschätzung der Interessensvertretung der Private Equity-Branche in Deutschland ein. Das Marktfundament sei jedoch aufgrund vieler erst kürzlich eingeworbener Fonds grundsätzlich stabil.

Die BVK-Beteiligungsmarktstatistik 2021 (Datenstand März 2022) einschließlich methodischer Erläuterungen können Sie hier herunterladen.


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