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28.07.2022

Digitalisierung der Steuerfunktion im Mittelstand: Datenflut als Digitalisierungstreiber

Der technologische Fortschritt und die Digitalisierung verändern das tägliche Leben und die Arbeitswelt rasant. Beschleunigt durch die Corona-Pandemie ist die Digitalisierung auch im Mittelstand angekommen und wird insbesondere in den operativen Bereichen viel genutzt. Die Steuerfunktion mittelständischer Unternehmen hinkt dem Digitaltrend im abteilungsübergreifenden Vergleich allerdings häufig hinterher. Wenngleich in 90% der Unternehmen mit der Digitalisierung der Steuerfunktion begonnen wurde, spielt die Einbindung ihres Bereichs in die gesamtunternehmerische Digitalisierungsstrategie meist eine eher untergeordnete Rolle. Dies ergab die aktuelle Studie „Digitalisierung der Steuerfunktion im Mittelstand - Herausforderungen und Chancen für Unternehmen“, die Ebner Stolz gemeinsam mit F.A.Z. Business Media erstellt hat.

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Befragte erwarten Digitalisierungskompetenz

In Unternehmen gilt es, die Daten, die steuerlichen Anforderungen und die IT unter einen Hut zu bringen. 62% der Befragten erwarten Unterstützung im Digitalisierungsprozess durch ihren Steuerberater. Die Berater sehen sich mit individuellen Anfragen zu konkreten Lösungen oder Prozessfragen konfrontiert, stellen die Studienautoren fest. Die Mandanten haben diese Themen im Fokus und erwarten von ihrem Steuerberater Digitalisierungs- und Automatisierungskompetenz.

Datenmenge treibt die Digitalisierung der Steuerfunktion

Insbesondere die rapide zunehmende Menge an Daten wird als Treiber für die Digitalisierung in der Steuerfunktion mittelständischer Unternehmen angesehen – allen voran im Bereich der Umsatzsteuer. Aber auch der zunehmende Druck seitens des Gesetzgebers und der Finanzverwaltung veranlasst die Unternehmen zur Digitalisierung. Mittelständler werden immer stärker damit konfrontiert, elektronische Meldungen an die Finanzverwaltung abzugeben, wie z.B. im Zusammenhang mit DAC 6 (der sog. Mitteilungspflicht grenzüberschreitender Steuergestaltungen), dem Country by Country Reporting, bei der Umsetzung der Grundsteuerreform und perspektivisch mit der Einführung der E-Rechnung oder der globalen Mindeststeuer, stellen die Studienautoren fest. Es sei ausschlaggebend, solche Änderungen frühzeitig zu antizipieren, um nicht bei den teilweise sehr ambitionierten Zeitplänen zur Umsetzung seitens des Gesetzgebers überstürzt handeln zu müssen.

Vermehrter Einsatz von Tax CMS

Darüber hinaus steigen laufend die steuerlichen Compliance-Anforderungen, deren Befolgung allein schon aus Gründen der Exkulpationsmöglichkeit vom Verdacht der Steuerhinterziehung bei Vorliegen eines Tax Compliance Management Systems (Tax CMS) anzuraten ist. Zudem biete ein Tax CMS auch umfangreiche Möglichkeiten, die Prozesse grundsätzlich zu hinterfragen und zu verbessern. Darauf richten sich die Unternehmen vermehrt ein: bei 22% der befragten Mittelständler ist ein Tax CMS bereits im Einsatz, während weitere 33% die Einführung eines solchen Systems in naher Zukunft planen.

Bereits 43% der befragten mittelständischen Unternehmen nutzen der Studie zufolge schon spezielle Steuerfunktionen in ihrem ERP-System, um die Qualität steuerlicher Daten direkt an der Quelle zu verbessern oder die Steuerfindung zu optimieren. Und: in 10% der befragten Unternehmen wird bereits Künstliche Intelligenz in der Steuerfunktion genutzt.

(Pressemitteilung Ebner Stolz vom 19.07.2022)


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