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08.11.2018

Ehemalige Private-Equity-Beteiligungen starten an der Börse durch

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© Eisenhans/fotolia.com

Unternehmen, die zuvor im Besitz von Finanzinvestoren aus dem Private-Equity-Segment waren, entwickeln sich an der Börse deutlich besser als andere Parkettneulinge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, für die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC über 600 europäische Börsengänge seit Anfang 2009 analysiert hat. Demnach hat sich der Aktienwert der 243 ehemaligen Private-Equity-Beteiligungen seit ihrem jeweiligen Listing um 49,6 Prozent verbessert. Der Börsenwert der übrigen 364 Firmen stieg dagegen nur um 44,4 Prozent.

„Private-Equity-Fonds haben ihre Strategie in den letzten Jahren stark angepasst. Wir sehen ein deutlich langfristigeres Denken und auch mehr Investitionen in die eigenen Beteiligungen. Das schlägt sich in realen Wertsteigerungen nieder, die nach dem Börsengang über die Kursentwicklung natürlich auch den neuen Eigentümern zugutekommen“, so Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland.

Private-Equity-Fonds erzielen beim Börsengang bessere Preise

Auffällig ist allerdings, dass viele frühere Private-Equity-Beteiligungen eine gewisse Zeit brauchen, bis sie die anderen Börsenneulinge hinsichtlich ihrer Wertsteigerung überholen. So lag ihr Aktienkurs einen Monat nach dem IPO im Schnitt erst um 5,7 Prozent im Plus – während es bei den übrigen Parkettdebütanten 9,0 Prozent waren. Auch nach sechs Monaten (11,6 Prozent verglichen mit 13,7 Prozent) und nach zwölf Monaten (16,9 Prozent zu 20,9 Prozent) hingen die ehemals Private-Equity-gestützten Unternehmen noch hinterher. Erst im zweiten bzw. dritten Jahr begannen sich die Verhältnisse umzukehren. „Das zeigt aus meiner Sicht zweierlei“, so Nadja Picard, Leiterin des Bereichs Capital Markets bei PwC Deutschland.

„Zum einen bringen Unternehmen, die von Private-Equity-Investoren fitgemacht wurden, eine Menge Substanz mit. Zum anderen schaffen es diese Investoren besser als andere Eigentümer, einen angemessen IPO-Preis zu realisieren“, sagt Nadja Picard.

Das liege unter anderem auch daran, dass Private-Equity-Gesellschaften häufig schon bei der Investition in ein Unternehmen den späteren Exit im Blick haben und das Unternehmen gezielt darauf vorbereiten. „Private-Equity-Manager haben oftmals ein gutes Verständnis davon, wie institutionelle Investoren auf ein Unternehmen schauen, welche Eigenschaften ihnen wichtig sind und welche Daten und Informationen sie benötigen, um sich ein gutes Bild vom zukünftigen Entwicklungspotential des Börsenkandidaten zu machen“, so Picard weiter. Privat geführte Unternehmen setzten sich dagegen häufig erst im Rahmen des IPO-Prozesses mit den Bedürfnissen von Kapitalmarktinvestoren auseinander. „Das ist dann allerdings oftmals zu spät, um beispielsweise zusätzliche Informationen in ausreichender Tiefe und Qualität bereitzustellen oder gar an der strategischen Ausrichtung zu arbeiten“, erläutert Picard.

Der Großteil des Erlöses landet beim Fonds – nicht beim Unternehmen

Das Ranking der größten Private-Equity-gestützten Börsengänge seit 2009 führen der britische Zahlungsdienstleister Worldpay (Emissionserlös: 3,35 Milliarden Euro), das dänische Windenergieunternehmen Dong (2,65 Milliarden Euro) und der britische Online-Marktplatz Auto Traders Group (2,23 Milliarden Euro) an. Die – gemessen an der Zahl der Börsen-Exits – aktivsten Finanzinvestoren waren CVC und Nordic Capital, die jeweils elf ihrer Portfolio-Unternehmen aufs Parkett brachten. Mit acht Börsengängen folgen Bain Capital, EQT und Apax. In Deutschland liegen Apollo und Triton mit je zwei IPOs vorn. Berücksichtigt wurden grundsätzlich nur Börsengänge mit einem Emissionserlös von mindestens 50 Millionen Euro. Wie die PwC-Auswertung darüber hinaus zeigt, landeten 54 Prozent der IPO-Einnahmen bei den Private-Equity-Fonds und nur 46 Prozent bei den an die Börse gebrachten Unternehmen. Die wiederum verwendeten das Geld in den meisten Fällen, um Schulden zurückzuzahlen (37 Prozent) oder für „allgemeine Zwecke“ (33 Prozent). Deutlich seltener dienten die Erlöse explizit zur Expansion (7 Prozent), als Working Capital (7 Prozent), für Investitionen (2 Prozent) oder für Forschung und Entwicklung (2 Prozent). „Das heißt aber nicht, dass die betreffenden Unternehmen solche Bereiche vernachlässigen“, ergänzt Private-Equity-Experte Roberts. „Es ist vielmehr so, dass die Firmen die Mittel hierfür aus anderen Quellen nehmen.“

(Pressemitteilung PwC vom 01.11.2018)


Redaktion

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