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07.10.2016

Europäische Banken weiten Immobilienfinanzierung aus

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Gestützt durch die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und das daraus resultierende negative Zinsumfeld haben rund 90% aller Banken in den führenden und etablierten Märkten Europas ihre Aktivitäten im Bereich der Immobilienfinanzierung im Vergleich zum Vorjahr mindestens konstant gehalten oder sogar ausgeweitet. Dabei liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Finanzierung von vermieteten Immobilien, so das Ergebnis des aktuellen Property Lending Barometers von KPMG.

Gestützt durch die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank und das daraus resultierende negative Zinsumfeld haben rund 90% aller Banken in den führenden und etablierten Märkten Europas ihre Aktivitäten im Bereich der Immobilienfinanzierung im Vergleich zum Vorjahr mindestens konstant gehalten oder sogar ausgeweitet. Dabei liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Finanzierung von vermieteten Immobilien, so das Ergebnis des aktuellen Property Lending Barometers von KPMG.

Nach Ansicht der befragten Banken beeinflusst – neben den vorherrschenden makroökonomischen Bedingungen auf dem jeweiligen lokalen Markt – vor allem der Mangel an hochwertigen Immobilien die Qualität der Kreditportfolien ganz entscheidend. Diese könnte aufgrund des Mangels an sogenannten Core-Immobilien somit absehbar sinken. Darüber hinaus sorgen anhaltende geopolitische Unsicherheiten und die möglicherweise daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen bei den Beteiligten für einen zurückhalten-deren Ausblick als noch vor einem Jahr.

Mangel an hochwertigen Immobilien

Sven Andersen, Partner im Bereich Deal Advisory bei KPMG: „Es ist sehr erfreulich, dass fast alle Banken in den Immobilienmärten Europas ihre Immobilienfinanzierungen ausgeweitet haben. In den führenden und etablierten Immobilienmärkten besteht jedoch ein immer größer werdender Mangel an hochwertigen Immobilien. Daher kommt es darauf an, welche Risiken die Banken einzugehen bereit sind, etwa durch Projektentwicklungen, Finanzierungen an sogenannten B-Standorten oder Finanzierungen von weniger etablierten Nutzungsarten wie Logistik, Light Industrial, Hotel, etc. “

Den höchsten Anteil ausfallgefährdeter Immobilienkredite in den Portfolios der Banken auf den führenden Märkten Europas verzeichnen Immobilien in Spanien, gefolgt von Italien. In Spanien laufen nach Aussage der Banken rund 60% aller Kredite Gefahr, auszufallen; knapp ein Fünftel aller Kredite sehen die Befragten dabei sogar als „ernsthaft gefährdet“ an. Der Anteil ausfallgefährdeter Kredite auf dem deutschen Immobilienmarkt beträgt hingegen nur rund 6%. Vergleichsweise hoch ist der Anteil gefährdeter Immobilienkredite auf den etablierten Märkten Slowakei (rund 25%) und Niederlande (rund 20%).

Optimistisch bezüglich ausfallgefährdeter Kredite

Die Mehrheit der befragten Banken geht davon aus, durch Restrukturierungen den größten Teil der ausfallgefährdeten Kredite – nämlich mehr als zwei Drittel – erfolgreich managen zu können. Am höchsten ist diese Quote in Belgien (rund 95%), gefolgt von Tschechien (rund 85%) und Schweden (rund 80%). Auch Deutschland liegt hier mit einer Quote von knapp 80% deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Der Wettbewerb innerhalb der Kreditinstitute – aber auch zwischen Kreditinstituten und alternativen Kreditgebern – verschärft sich weiter. Dies ist insbesondere in den reiferen Märkten der Fall. In den führenden Märkten gaben die Befragten an, dass ihre größten Konkurrenten unter den alternativen Kreditgebern Private Equity-Fonds und Debt Funds seien. In den etablierten Märkten sind dies nach Angabe der Beteiligten nicht vor Ort ansässige Geschäftsbanken.

Wichtigste Kriterien für eine Finanzierung sind nach übereinstimmender Aussage der befragten Banken weiterhin ein solides Geschäftsmodell und die Qualität der Immobilie. Sowohl das Risikoprofil des jeweiligen Landes als auch die Reife des Immobilienmarktes haben Einfluss auf die Höhe der Marge. Für projektierte Büroimmobilien in Deutschland oder Spanien liegt diese nach Angabe der Banken zwischen rund 1,5 und 3,0%, bei Bestandsimmobilien zwischen rund 1,2 und 3,2%. Unter allen Befragten verlangen Deutsche Banken dabei den geringsten Aufschlag.

Banken weiten Geschäftsaktivitäten aus

Insgesamt befindet sich der europäische Immobilienfinanzierungsmarkt weiterhin auf einem Pfad der Erholung, so die Autoren der Studie. In fast allen untersuchten Ländern haben die Banken Ihre Geschäftsaktivitäten mindestens beibehalten oder sogar ausweitet. Dies gilt insbesondere für die Finanzierung von Bestandsimmobilien. Der Ausblick auf das Geschäftsklima wird von den Beteiligten jedoch verhaltener als noch vor einem Jahr beurteilt.

(Pressemitteilung KPMG vom 07.10.2016)


Redaktion

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