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15.09.2017

Family Offices 2017: Die Suche nach Rendite zahlt sich aus

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© Sondem / fotolia.com

Die Investments von Family Offices haben nach mageren 0,3 Prozent Rendite im Vorjahr bedingt durch den andauernden Trend hin zu illiquideren und riskanteren Anlagen eine beachtliche Erholung in Sachen Performance verzeichnet, wie der Global Family Office Report 2017 zeigt.

Nach einem mageren Ertrag von 0,3 Prozent im Jahr 2015 erzielte das globale Gesamtportfolio der Family Offices 2016 einen Ertrag von 7 Prozent. Grund für die Erholung waren Aktien und Private-Equity-Anlagen. Ausgeglichen wurde dies durch ein moderateres Abschneiden von Immobilien und Hedgefonds.

Aktien (27 Prozent) und Private-Equity-Anlagen (20 Prozent) machen nun fast die Hälfte des durchschnittlichen Anlageportfolios eines Family Office aus. Dieser Anteil wird voraussichtlich weiter wachsen, da die meisten Family Offices ihre Anlagen in Aktien aus aufstrebenden Märkten beibehalten (60,6 Prozent) oder erhöhen (21,3 Prozent) wollen. 40,2 Prozent bzw. 49,3 Prozent wollen hingegen stärker auf Private-Equity-Fonds und Koinvestitionen setzen.

Das zeigt der Global Family Office Report 2017 von Campden Wealth Research in Zusammenarbeit mit UBS, für den weltweit Inhaber und Führungskräfte von 262 Family Offices mit verwalteten Vermögen in Höhe von durchschnittlich 921 Millionen US-Dollar befragt wurden.

Sara Ferrari, Head of Global Family Office Group, UBS AG, sagte: „Family Offices sind bereit gewisse Risiken einzugehen und langfristig zu investieren. Sie haben diese Möglichkeit sehr gut genutzt. Wie auch andere anspruchsvolle Anleger akzeptieren sie in zunehmendem Masse illiquide Vermögenswerte. Dieser Ansatz ist mutiger und die Vorteile liegen auf der Hand. Nordamerikanische Family Offices investierten mehr als in jeder anderen Region in wachstumsorientierte Strategien. Angesichts ihrer Outperformance zahlte sich dies aus.“

Rebecca Gooch, Director of Research von Campden Wealth, sagte: „Dieses Jahr haben wir erneut gesehen, dass Family Offices versuchen, stärker auf Direkt- und Koinvestitionen zu setzen. Vielen fällt es jedoch schwer, interessante Geschäfte und die richtigen Partner zu finden. Darüberhinaus stehen sie vor Herausforderungen im Zusammenhang mit Due-Diligence-Prüfungen, da sie oft nur über geringe eigene Ressourcen verfügen. Andere wiederum koinvestieren erfolgreich. Nach eigenen Angaben finden sie ihre Geschäfte durch persönliche Beziehungen und wegen ihrer Due-Diligence-Ressourcen koinvestieren sie gemeinsam mit Fonds. Familien, die mehr koinvestieren möchten, sollten ähnliche Ansätze in Betracht ziehen.“

Die Analyse einzelner Regionen zeigt gewichtige Unterschiede bei den Portfoliomanagement-Strategien der Family Offices. In Nordamerika und im Asien-Pazifik-Raum sind Family Offices tendenziell auf Wachstum festgelegt, Führungskräfte in Europa und in Schwellenmärkten entscheiden sich eher für ausgewogenere Ansätze.

Nur ein Drittel der Family Offices hat Nachfolgepläne erstellt

Gemäss der letztjährigen Studie erwarten 69 Prozent der Family Offices innerhalb der nächsten 15 Jahre einen Vermögenstransfer an die nächste Generation. Die diesjährige Studie untersuchte diesen Aspekt genauer und kam zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte (45,7 Prozent) der Family Offices noch keinen Nachfolgeplan hat, wobei 29,6 Prozent davon angeben, zurzeit daran zu arbeiten. Jedes dritte Family Office (32,7 Prozent) hat bereits Nachfolgepläne erstellt, während 14,6 Prozent mündliche Vereinbarungen getroffen aber keine schriftlichen Pläne haben.

Family Offices legen bei der Vorbereitung der nächsten Generation auf ihre Aufgaben Wert auf eine umfassende Ausbildung. Hierzu gehören Arbeitserfahrung im Family Office (57,9 Prozent) oder externe Arbeitserfahrung, etwa bei einer Investmentbank (44,3 Prozent), eine strukturierte Investment-Ausbildung (30,7 Prozent) oder die Mitarbeit in den Bereichen Philanthropie und Impact Investing (37,9 Prozent). Ausbildung, Family Governance und Nachfolgeplanung machen inzwischen den grössten Anteil aller Ausgaben im Bereich der professionellen Dienstleistungen von Family Offices aus.

Sara Ferrari sagte: „Nur in 30 Prozent der Fälle verläuft der Generationwechsel erfolgreich. Es handelt sich also um ein existenzielles Problem. Wir erleben gerade, dass die mit dem Vermögenstranfer verbundenen Herausforderungen erkannt werden und zunehmend verstanden wird, welche Massnahmen zu ergreifen sind. Family Offices können eine entscheidende Rolle spielen, um die Einheit der Familie bei der Entscheidungsfindung und Talentförderung zu erhalten. Die strategische Rolle von Family Offices sollte nicht unterschätzt werden.“

Signifikantes Wachstum für nachhaltige Anlagen und Impact Investing in Sicht

Über 40 Prozent der Family Offices werden voraussichtlich stärker auf Impact Investing setzen, sowie auf nachhaltige Anlagen (ESG-Anlagen). Letztes Jahr hatte die Studie dies bereits erkannt: Danach wird es in Familien mit Kindern, die nach 1980 geboren sind, ein stärkeres Verlangen nach Beteiligungen im Bereich Impact Investing geben. 62,5 Prozent der Family Offices, die bereits in diesem Bereich tätig sind, engagieren sich über Privatinvestitionen und 56,3 Prozent über Private-Equity-Anlagen. Die beliebtesten Anlagesektoren sind Bildung, Umweltschutz und effiziente Energie- und Ressourcennutzung.

Ein Family Office, das die philanthropischen Aktivitäten einer Familie direkt verwaltet, wendete dafür in den vergangenen zwölf Monaten im Durchschnitt 5,7 Millionen US-Dollar auf. Fast 95 Prozent der Family Offices wollen ihr philanthropisches Engagement im nächsten Jahr beibehalten oder erhöhen. Spezifischen Sektoren wie Umweltschutz und Armutsbekämpfung wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zwischen 2016 und 2017 stieg ihr Anteil von 33,3 auf 41,7 Prozent bzw. 34,7 auf 41,7 Prozent.

Sara Ferrari sagte: „Wir wissen, dass es vor allem Millennials sind, die nachhaltige Anlagen und Impact Investing-Strategien verfolgen. Da ihre Expertise zunimmt und sie langsam die Verantwortung übernehmen, wird sich dieses Anlagethema immer mehr durchsetzen. Family Offices können auf diese Weise gemeinnützige Ziele durch ihre Investmenterfahrung in finanziellen Ertrag verwandeln und die Zielsetzungen einer Familie ausgestalten.“

(Pressemitteilung UBS vom 12.09.2017)


Redaktion

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