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21.07.2017

Finanzierung von Digitalisierungsprojekten – nicht ohne meine Banken?

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Digitalisierung ist für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein aktuelles und / oder zunehmend zwingendes Thema. Die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten stellt sich allerdings oft als Engpass heraus.

Digitalisierung ist für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein aktuelles und / oder zunehmend zwingendes Thema. Die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten stellt sich allerdings oft als Engpass heraus. Die Finanzierungsexperten der KMU-Berater erläutern, warum dies so ist und zeigen wirksame Schritte für KMU auf.

Der Mittelstand muss und wird sich der Digitalisierung stellen. Wichtige Partner wie Kunden und Lieferanten aber auch die Kreditinstitute verlangen von den Unternehmen, dass diese sich zukunftsfest aufstellen und dafür die Digitalisierung ernst nehmen und umsetzen – aber wer finanziert den Unternehmen die damit verbundenen Kosten? Banken und Sparkassen tun sich damit oftmals schwer, beobachten die Finanzierungsexperten des Verbandes „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ und geben Hinweise für die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten.

„Das Problem aus Bankensicht ist die Struktur der Investitionskosten, die in hohem Maße sogenannte ‚weiche Kosten‘ beinhalten, zum Beispiel für Strategie-Entwicklung, Software, Mitarbeiterschulungen“ erläutert Georg Gerdes, Mitglied der Fachgruppe Finanzierung-Rating der KMU-Berater. „Bei der Finanzierung von Investitionen in ‚weiche Kosten‘ fehlen den Banken die üblichen Sicherheiten. Außerdem können Banken die Auswirkungen von Digitalisierungsprojekten auf die Geschäftsmodelle ihrer Kunden nur schwer einschätzen – müssen also eine hohe Unsicherheit in Kauf nehmen“, so Gerdes.

Finazierungsstrategie langfristig planen

Ertrags- und liquiditätsstarke Unternehmen werden die Digitalisierungs-Kosten meist problemlos finanzieren können. Unternehmen mit mittlerer oder schwacher Bonität werden allerdings nach Einschätzung der KMU-Berater oftmals Probleme haben, speziell Digitalisierungsprojekte mit ihren Besonderheiten zu finanzieren.

Um Kreditinstitute zu überzeugen, empfiehlt Gerdes, frühzeitig zu erarbeiten und zu erläutern, welche Veränderungen die Digitalisierung in Geschäftsmodell, Abläufen und IT-Strukturen des Unternehmens voraussichtlich auslösen wird. Auf dieser Basis sollten die sich daraus ergebenden und oftmals über Jahre notwendigen Investitionen möglichst konkret nach Zeitverlauf und Höhe erfasst und regelmäßig fortgeschrieben werden. Parallel dazu sollte die eigene Finanzierungssituation realistisch überprüft werden – sowohl hinsichtlich der Finanzierungsstrukturen wie der Sicherheiten-Situation.

„Auf dieser Basis kann eine Finanzierungsstrategie entstehen, bei der alle Sachinvestitionen des Unternehmens langfristig z. B. über öffentliche Fördermittel oder Leasing finanziert werden“. Das schont die eigene Liquidität, so dass die ‚weichen Kosten‘ der Digitalisierung möglichst durch die eigene Finanzierungskraft des Unternehmens über die Jahre finanziert werden können“ zeigt Gerdes einen „Königsweg“ auf.

Ergänzende Finanzierungsinstrumente prüfen

Nicht alle Unternehmen werden für diesen Weg ausreichende Eigenliquidität zur Verfügung haben. In diesen Fällen sollte der Einsatz ergänzender Finanzierungsinstrumente geprüft werden. Gerdes verweist zum Beispiel auf positive Erfahrungen mit den Bürgschaftsbanken der Länder, die bei überzeugenden Konzepten fehlende bankübliche Sicherheiten ausgleichen. Ebenso sei an die Aufnahme von weiterem Eigen- oder Beteiligungskapital zu denken oder auch die ergänzende Finanzierung über Internetportale.

„Dabei dürfen die Unternehmen die Digitalisierungs-Finanzierung nicht losgelöst von weiterem Finanzierungsbedarf betrachten wie zum Beispiel für andere Investitionen oder die Finanzierung von Umsatzzuwächsen“, betont Gerdes. Wichtig sei, einen für das Unternehmen und seine Vorhaben stimmigen Finanzierungs-Mix zu erarbeiten und umzusetzen.

(Pressemitteilung KMU-Berater vom 19.07.2017)


Redaktion

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