• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Finanzkrise wirkt sich kaum auf Einkommen und Vermögen in Deutschland aus

10.06.2017

Finanzkrise wirkt sich kaum auf Einkommen und Vermögen in Deutschland aus

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Weder die Finanzkrise von 2008 noch die darauffolgende Wirtschaftskrise haben sich merklich auf die Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland ausgewirkt. Obwohl im Zuge der Krise die Einkommensungleichheit leicht sank und das Armutsrisiko leicht stieg, waren diese Veränderungen minimal. Auch die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Vermögensverteilung waren gering: Die Vermögen in Deutschland insgesamt sind weiterhin relativ ungleich verteilt.

Weder die Finanzkrise von 2008 noch die darauffolgende Wirtschaftskrise haben sich merklich auf die Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland ausgewirkt. Obwohl im Zuge der Krise die Einkommensungleichheit leicht sank und das Armutsrisiko leicht stieg, waren diese Veränderungen minimal. Auch die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Vermögensverteilung waren gering: Die Vermögen in Deutschland insgesamt sind weiterhin relativ ungleich verteilt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, dem Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW), Tübingen und der Universität Tübingen, die im Rahmen des Gutachtens zur Analyse der Verteilung von Einkommen und Vermögen (AVEV) im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entstand.

Die Wissenschaftler werteten Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) und der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) zur Verteilungsentwicklung von Einkommen und Vermögen zwischen den Jahren 2005 bis 2011 aus. Veränderungen des Arbeitsmarkts, der demografischen Zusammensetzung der Bevölkerung und der Ausgestaltung des Steuer- und Transfersystems hatten keine nennenswerten Effekte auf die Verteilung.

Trend zu steigender Ungleichheit gestoppt

Die Verteilung der Nettoäquivalenzeinkommen, also der bedarfsgewichteten Haushaltseinkommen, hat sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise zwischen 2005 und 2011 relativ stabil entwickelt. Eine ausschließliche Betrachtung der jährlichen Haushaltsarbeitseinkommen zeigt sogar, dass nach 2006 der Trend zu steigender Ungleichheit gestoppt wurde. Auch der Einfluss der Finanzkrise auf deutsche Haushaltsvermögen war eher gering. Zwar gehen in der Zeit nach der Finanzkrise die Vermögensungleichheit und -konzentration in Deutschland etwas zurück, dennoch sind die Vermögen in Deutschlandweiterhin eher ungleich verteilt.

Anteil der besitzlosen und verschuldeten Haushalte nimmt zu

Die Ergebnisse der Studie zur allgemeinen Vermögensentwicklung in Deutschland legen nahe, dass besonders am oberen Rand der Verteilung, bei 5,4% der Haushalte in Deutschland, die Vermögen stärker konzentriert sind. Im Schnitt verfügt nur rund die Hälfte der Haushalte über ein Nettovermögen von mehr als 32.000 €. Der Anteil der besitzlosen Haushalte hat außerdem zwischen 2003 und 2013 deutlich zugenommen: 2003 lag deren Anteil bei 14%; 2013 bei 19,5%. Noch dramatischer entwickelte sich der Anteil der verschuldeten Haushalte, der sich von 6,6% auf 11,5% beinahe verdoppelte.

Vermögen in Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin sehr konzentriert

Die Wissenschaftler betrachteten zudem das Nettovermögen deutscher Haushalte im internationalen Vergleich. Insbesondere mittlere Haushaltsvermögen in Deutschland seien deutlich niedriger als in anderen europäischen Ländern. Sowohl direkte Nachbarländer wie Frankreich und Belgien, aber auch Spanien würden über ein höheres mittleres Haushaltsnettovermögen verfügen, so die Studienautoren. Darüber hinaus liefert die Studie Hinweise für eine weiterhin starke ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland im internationalen Vergleich. Darauf deuten ein hoher Gini-Koeffizient, als Maß für die Ungleichverteilung, sowie eine große Diskrepanz zwischen geringen und großen Vermögen hin. Gerade Haushalte, die über ein relativ großes Vermögen verfügen, konzentrieren sich auf eine kleine Gruppe in Deutschland. Während der Anteil vermögender Haushalte in Deutschland eher gering sei, würden die reichen Haushalte im internationalen Vergleich über ein relativ großes Vermögen verfügen, so die Autoren der Studie.

Die vollständige Studie finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung ZEW vom 06.06.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

26.09.2022

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs machen sich im M&A-Markt bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2022 fanden in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich weniger Fusionen und Übernahmen statt als im vorangegangenen Halbjahr. Die Anzahl der Transaktionen sank von 1.884 auf 1.436 – ein Rückgang um 23,8%. Davon entfielen 1.061 auf Deutschland, 104 auf Österreich und 271 auf die Schweiz. Die Höhe der Unternehmenskäufe fiel um 34,8% von 107,4 auf 67,3 Mrd. €.

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022
Meldung

©aksanakoval / 123rf

23.09.2022

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg

Laut des M&A-Marktreports zum Bereich Environmental, Social & Governance Technology (ESG) des M&A-Beratungsunternehmens Hampleton Partners zielten in der ersten Jahreshälfte 2022 weltweit 93 Deals auf ein ESG-Unternehmen ab – das ist ein Anstieg von 173% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Der Environmental, Social & Governance Technology M&A Market Report von Hampleton Partners untersucht Transaktionen, die in den letzten fünf Jahren auf Unternehmen abzielten, die sich auf ESG-Techunterstützung spezialisiert haben. Der Schwerpunkt liegt auf Software, Outsourcing-Services und Beratung sowie auf Technologielösungen im weiteren Sinne.

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg
Dividende
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

23.09.2022

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger

Noch nie schütteten die DAX-Konzerne so viel Dividenden aus wie in diesem Jahr: 51 Mrd. € gingen an die Investoren. Im Jahr zuvor waren es nur 36 Mrd. € gewesen. Deutsche Anleger haben allerdings wenig vom Geldregen durch die DAX-Dividenden, denn die Wertpapiere von Deutschlands Top-Index befinden sich mehrheitlich – zu 53% – in der Hand ausländischer Investoren. Anleger aus Deutschland besitzen lediglich etwas weniger als ein Drittel (30%) der Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes. Bei mindestens 24 der 40 DAX-Konzerne liegt der Analyse zufolge die Mehrheit der Aktien in Depots im Ausland. Deutsche Investoren halten dagegen nur bei vier Unternehmen mehr als 50% der Anteile.

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank