01.12.2017

FinTechs müssen noch mehr Vertrauen gewinnen

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Finanz-Start-ups verlocken mit komfortablen, modernen Lösungen, egal ob man eine Anlageberatung, eine Zahlungsplattform oder nur ein schlichtes Girokonto sucht. Die Frage nach der Sicherheit sensibler Finanzdaten hält viele jedoch davon ab, solche Dienste häufiger zu nutzen, zeigt der aktuelle Handelsblatt Monitor.

FinTechs bieten Finanzdienstleistungen für Verbraucher, die lieber das Smartphone zücken als zur Filiale zu gehen, die ihre Finanzen gern selbst in die Hand nehmen, und die dafür möglichst geringe Gebühren zahlen wollen. Die Finanz-Start-ups verlocken mit komfortablen, modernen Lösungen, egal ob man eine Anlageberatung, eine Zahlungsplattform oder nur ein schlichtes Girokonto sucht. Die Frage nach der Sicherheit sensibler Finanzdaten hält viele jedoch davon ab, solche Dienste häufiger zu nutzen, zeigt der aktuelle Handelsblatt Monitor.

Noch sind Anwendungen von FinTechs für die meisten ein Zusatzdienst, ohne den man im Alltag gut auskommt – viele kommen bis heute gar nicht bewusst mit FinTechs in Berührung. Nur ein Drittel der Umfrageteilnehmer sagt, dass sie regelmäßig FinTech-Dienste nutzen. Gehört haben aber die meisten schon einmal von ihnen – lediglich jedem Zehnten ist der Begriff neu.

Mobile Banking am häufigsten genutzt

Am häufigsten nutzen die Teilnehmer des Handelsblatt Monitor Möglichkeiten zum mobilen Banking wie die Berliner Direktbank N26 und Zahlungsdienste wie Paypal, Transferwise und Paydirekt. Aber auch Apps, die einen Überblick über die eigene Finanzsituation verschaffen und Girokonten, Geldanlage und Versicherungsprodukte auf einen Bildschirm bringen, sind beliebt. Dazu zählen Dienste wie Treefin und Clark, die Nutzer zusätzlich dabei unterstützen, günstigere Versicherungsangebote zu finden.

Trotz dieser konkurrierenden Produktpalette müssen sich traditionelle Banken derzeit keine Sorgen um eine Abwanderung ihrer Kunden zu FinTechs machen. Nur 13 Prozent der Befragten würden ihre Finanzen ausschließlich FinTechs anvertrauen, wenn diese alle nötigen Dienste abdeckten – was selten der Fall ist. Über die Hälfte glaubt, dass sich Banken und FinTechs gut ergänzen, und 37 Prozent trauen FinTechs gar nicht.

Das spricht für eine Zusammenarbeit klassischer Banken mit den innovativen Finanz-Start-ups. Und tatsächlich findet eine große Mehrheit der Befragten, dass Banken mit FinTechs kooperieren oder sie gleich übernehmen und integrieren sollten.

Hohe Nutzerfreundlichkeit bei Angeboten von FinTechs

Eines der wichtigsten Argumente, das für FinTechs spricht, ist die Nutzerfreundlichkeit. Intelligent konzipierte Apps und Online-Dienste ermöglichen es Nutzern, viele Finanzgeschäfte selbst abzuwickeln, für die sie früher einen Bankberater oder Filialmitarbeiter herangezogen hätten. Fiele ihnen überraschend ein größeres Vermögen zu, glaubt ein Drittel der Umfrageteilnehmer, die Summe mithilfe von FinTechs selbst am besten verwalten zu können.

Schauen die Umfrageteilnehmer etwas weiter in die Zukunft, rechnen sie nicht mit einer Revolution am Bankenmarkt. Vier von fünf Befragten glauben, dass ihnen in 15 Jahren für ihre Finanzangelegenheiten noch die gleichen Dienstleister zur Verfügung stehen werden – weder FinTechs noch Banken werden ihrer Ansicht nach vom Markt verschwinden.

Ob sich die Machtverhältnisse zwischen ihnen noch verändern, hängt vor allem davon ab, welche Dienste FinTechs in Zukunft bieten, und ob sie es schaffen, Kunden ein mindestens so großes Gefühl von Sicherheit zu bieten, wie sie es bei einer klassischen Bank haben.

Kunden sorgen sich um Sicherheit ihrer Daten

Die Hälfte der Befragten will nur ungern persönliche Daten im Netz preisgeben. Finanzdaten sind zudem einige der sensibelsten Daten, die es gibt. Nur zehn Prozent sehen einen klaren Vorteil darin, ihre Daten im Netz preiszugeben.

Grund für die Angst ist die Gefahr eines Cyberangriffs. Jeder Vierte fürchtet sich vor solchen Angriffen auf seine Finanzen – 35 Prozent sagen außerdem, dass FinTechs ihnen weniger sicher erscheinen als traditionelle Banken. Die jungen Finanzfirmen müssen also noch einiges tun, um das volle Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen.

Die Umfrage unter 3044 Teilnehmern fand vom 17. bis 21. November statt.

(Quelle: Handelsblatt Monitor vom 30.11.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© habrda/ fotolia.com

12.08.2022

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise

Angesichts der steigenden Material- und Energiekosten sowie der Engpässe in den Lieferketten steht die Optimierung von Kosten- und Erlösstrukturen ganz oben auf der Topmanagement-Agenda in der Automobilindustrie. 45% der Befragten sehen dies derzeit als sehr wichtig an, 18% als wichtig. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Branchenbefragung der Managementberatung Horváth.

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise
M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

12.08.2022

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa

Trotz Brexit und Covid ist das Vereinigte Königreich so attraktiv wie eh und je für ausländische Investoren. Laut dem jüngsten M&A-Attractiveness Index Score, der vom Mergers and Acquisitions Research Centre der Bayes Business School veröffentlicht wurde, ist das Vereinigte Königreich nun das Top-Ziel in Europa für eingehende und inländische Investitionen. Die jüngste jährliche Rangliste – die erste, die die tatsächlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie auf die einzelnen Länder als Ziele für ausländische Direktinvestitionen berücksichtigt – vergleicht die Geschäftsaktivitäten und die Attraktivität für Investoren von 148 Ländern weltweit.

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa
Meldung

©aksanakoval / 123rf

11.08.2022

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen

Die weltweite M&A-Rekordjagd hält trotz hoher Inflation und drohender Rezession an. Und es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen USD den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte. Lediglich im Ausnahmejahr 2021 war es mit 5,9 Billionen USD höher. Das hat der „Global M&A Report Midyear 2022“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben.

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank