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21.01.2022

ifo Institut: Viele Unternehmen planen Preiserhöhungen

Deutsche Verbraucher und Unternehmen müssen sich nach Einschätzung des ifo Instituts auf weitere Preiserhöhungen einstellen. Der Index der Münchner Wirtschaftsforscher für die Preiserwartungen sank im Dezember nur leicht auf 44,6 Punkte und blieb damit knapp unter dem im November erreichten historischen Höchststand von 44,9.

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© kemaltaner/fotolia.com

Das ifo Institut fragt dabei Unternehmen nach ihren Plänen für Preiserhöhungen in den kommenden drei Monaten. Die Inflation wird nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher im Verlauf dieses Jahres nur langsam zurückgehen. In den kommenden Monaten werden die monatlichen Raten noch über 4% liegen und sich erst gegen Ende 2022 allmählich der 2%-Marke nähern. Für das Gesamtjahr rechnet das ifo Institut nun mit einer Inflationsrate von etwa 3,5%.

Keine Anzeichen für Lohn-Preis-Spirale

Die Unternehmen geben die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren weiter. Das wird bis auf die Verbraucherpreise durchschlagen, prognostiziert das ifo Institut. Selbst wenn sich der Anstieg der Energiepreise in den kommenden Monaten nicht fortsetzten sollte und die Börsenpreise für Erdgas, Strom und Rohöl unverändert blieben, sorgt das noch eine Zeitlang für hohe Inflationsraten: Denn der Anstieg der Verbraucherpreise wird immer im Vergleich zum Vorjahr gemessen; demnach müssten die Verbraucher in diesem Jahr im Schnitt 10% mehr für Energie ausgeben. Die Lohnkosten dürften hingegen die Inflation nicht zusätzlich antreiben. Die bisherigen Lohnverhandlungen deuten auf keine Lohn-Preis-Spirale hin. Das ifo Institut erwartet, dass die Tariflöhne in diesem und im kommenden Jahr um knapp 2,5% zulegen. Das wäre dann so stark wie im Durchschnitt der Jahre vor der Coronakrise.

Vor allem Handel und Industrie wollen Preise anheben

Die sehr hohen Umfragewerte ziehen sich durch alle Wirtschaftszweige. Im Einzelhandel liegen die Preiserwartungen bei 60 Saldenpunkten, gefolgt vom Großhandel mit 57 und der Industrie mit 55. Im Baugewerbe wurde ein Wert von 42 erreicht. Der geringste Wert mit 34 Saldenpunkten wurde bei den Dienstleistern gemessen. Dennoch stellt das für diesen Wirtschaftszweig einen neuen Rekordwert dar.

Die Saldenwerte bei den Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Abgezogen wird der Prozentwert derer, die ihre Preise senken wollen. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.


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