• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Immobilien-Investments: Corona-Krise führt zu deutlichen Veränderungen in den Anlagestrategien

18.08.2020

Immobilien-Investments: Corona-Krise führt zu deutlichen Veränderungen in den Anlagestrategien

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© Mustansar/fotolia.com

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Wechsel in der Anlagestrategie institutioneller Immobilieninvestoren geführt. „Weniger Risiko, geringere Rendite“ ist das Motto der Stunde. 58% der im Rahmen der europäische Immobilien-Investitionsklimaindex von Union Investment befragten 150 Profianleger in Deutschland, Frankreich und Großbritannien setzen derzeit auf diese Strategie. Vor Ausbruch der Pandemie waren es nur 35%. In Großbritannien ist der Wechsel besonders ausgeprägt: Für 79% der Befragten ist Sicherheit das Hauptanlagemotiv. Vor der Pandemie waren es 50%. Von einer grundsätzlichen Zurückhaltung kann aber insgesamt keine Rede sein. In dieser Phase vollständig auf Immobilien-Investments zu verzichten, ist nur für 5% der befragten europäischen Investoren eine Option.

Der Anlagefokus institutioneller Investoren hat sich durch die Corona-Pandemie zudem deutlich in Richtung klimaverträglicher Investitionen verschoben. 54% der Befragten wollen laut der Umfrage in diesem Bereich verstärkt investieren. 49% planen aufgrund der Viruswelle zunehmend Core-Immobilien zu kaufen. 42% kündigen an, vermehrt im eigenen Land zu investieren. In Frankreich ist dieser Wechsel der Studie zufolge besonders stark ausgeprägt. 71% der französischen Investoren planen klimaverträgliche Investitionen, 65% wollen Core-Objekte und 59% verstärkt in der Heimat kaufen.

Klimaverträgliche Investitionen und Core-Immobilien rücken in den Anlagefokus

In Großbritannien hingegen ändert sich der Anlagefokus im Zuge der Corona-Pandemie weniger stark: Nur 31% der Befragten wollen laut der Studie verstärkt auf Klimaverträglichkeit setzen, 36% auf Core-Immobilien und magere 14% planen mehr Investitionen im eigenen Land. 43% der britischen Investoren hingegen wollen verstärkt in andere Nutzungsarten investieren. Insgesamt planen dies 41% der befragten institutionellen Investoren.

Suche nach Stabilisatoren in der Krise

Ganz oben auf der Einkaufsliste europäischer Investoren stehen laut der Untersuchung in der aktuellen Marktphase die Asset-Klassen Health Care und Logistik. Je 65% der Befragten erwarten, dass verstärkt Kapital in diese Nutzungsarten gelenkt wird. Beide Nutzungsarten sind wenig krisenanfällig und tragen dazu bei, den Cashflow in einem Portfolio zu stabilisieren, erklären die Autoren der Studie. Aber auch die Anlageklasse Wohnen bleibe attraktiv: 55% der Umfrage-Teilnehmer rechnen hier mit steigenden Zuflüssen.

Deutschland als Stabilitätsanker im Investitionsklimaindex

Die Mehrheit der europäischen Immobilien-Investoren (57%) rechnet damit, dass sich der deutsche Immobilienmarkt am schnellsten von der Corona-Pandemie erholt. Vor allem der Berliner und Frankfurter Markt punkten bei den Befragten: 42% trauen Deutschlands Hauptstadt eine schnelle Erholung zu, 38% gaben Frankfurt an. Aber auch den Immobilienmärkten von Paris (30% der Befragten), London (29%) und Stockholm (23%) werden gute Erholungschancen zugeschrieben. Länger dürften laut Studie die Märkte in Mailand (55% der Befragten), Madrid (47%) und Barcelona (33%) mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben. Deutschland profitiert von seiner wirtschaftlichen Stärke und dem bislang guten Krisenmanagement der Regierung, stellen die Studienautoren fest. Berlin und Frankfurt haben, wie auch die anderen deutschen Standorte, eine überschaubare Büroflächen-Pipeline und damit gute Chancen, die Krise schnell hinter sich zu lassen, die die Einschätzung der Experten.

Investitionsklimaindex: Frankreich und UK mit starken Einbußen

Im aktuellen Immobilien-Investitionsklimaindex ist Deutschland der Stabilitätsanker. Im Vergleich zur letzten Erhebung vor sechs Monaten ist der Indikator der Bundesrepublik nur leicht von 63,2 auf 62,6 Punkte gefallen. Ganz anders in Frankreich (minus 9,5 Punkte) und Großbritannien (minus 6,1 Punkte). Grund dafür sind nach Meinung der Studienautoren in beiden Ländern die Veränderung der Standortbedingungen und Erwartungen. In Frankreich ist der Teilindex „Standortbedingungen“ um 13,1 auf 57,5 Punkte gerutscht, der Teilindex „Erwartungen“ um 20 auf 37,6 Punkte gefallen. Ein ähnliches Bild zeige sich auch in Großbritannien.

(Pressemitteilung Union Investment Real Estate vom 18.08.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


IPO
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

08.12.2022

Markt für Börsengänge 2022 eingebrochen – Belebung im Jahresverlauf 2023 erwartet

In Deutschland sind im Jahr 2022 so wenige Unternehmen an die Börse gegangen wie zuletzt während der Finanzkrise 2009. Der Börsengang der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG war der einzige im Prime Standard. 2021 waren es noch zwölf Börsengänge, von denen drei ein Emissionsvolumen in Milliardenhöhe erzielten. Dennoch stieg das Gesamtemissionsvolumen um 6% auf rund 9,1 Mrd. € (2021: 8,6 Mrd. €). Nach dem Börsengang der Deutschen Telekom war der Porsche-IPO der größte Börsengang, der jemals in Deutschland durchgeführt wurde.

Markt für Börsengänge 2022 eingebrochen – Belebung im Jahresverlauf 2023 erwartet
©stockwerkfotodesign/123rf.com
Meldung

©stockwerkfotodesign/123rf.com

08.12.2022

Biodiversität rückt auf die Agenda des Finanzsektors

Das weltweite Artensterben und die Zerstörung von Ökosystemen kann sich zunehmend auch zum finanziellen Risiko für deutsche Finanzunternehmen entwickeln. Zwar misst die Branche dem Schutz von Biodiversität und Ökosystemen eine hohe bis sehr hohe Relevanz zu, doch ist der Umsetzungsgrad für die Integration von Biodiversitätsaspekten in interne Prozesse und Risikostrategien bislang gering. Auch wird der Wissensstand zu dem Thema innerhalb der Branche von den Befragten als eher gering eingeschätzt. Bur ein Bruchteil der Befragten hat bereits Prozesse zum Risiko- und Chancenmanagement von Biodiversitätsaspekten implementiert.

Biodiversität rückt auf die Agenda des Finanzsektors
KI, Künstliche Intelligenz, Roboter, Zukunft, Industrie 4.0
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

07.12.2022

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Deutschland noch halbherzig

Weltweit wächst der Markt für Anwendungen Künstlicher Intelligenz rasant, und doch räumen Unternehmen in Deutschland der Bedeutung des Themas für ihre wirtschaftliche Zukunftsrelevanz noch nicht den Stellenwert ein, der in anderen Ländern vorherrscht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „State of AI in the Enterprise“, die untersucht, wie Unternehmen sich einen Weg in eine Zukunft voller unerschlossener Wertquellen bahnen.

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Deutschland noch halbherzig
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank