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18.05.2018

Immobilieninvestments: Jeder vierte Projektentwickler plant Crowdfunding

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© Miriam Dörr/fotolia.com

Crowdfunding ist endgültig auch bei Immobilieninvestments angekommen: Typische Beteiligungen sind bereits nach ein bis zwei Monaten schwarmfinanziert. Tendenziell steht beim Crowdfunding die Neuentwicklung von Immobilienprojekten im Vordergrund und weniger der reine Ankauf von Bestandsgebäuden. Als Assetklassen sind vor allem Wohn- und Büroimmobilien geeignet.

Das sind Ergebnisse der Immobilien-Crowdfunding-Studie von EY Real Estate, die die Erfahrungen und Ansichten von Investoren (Geldgebern), Projektentwicklern und Crowdfunding-Plattformen abgefragt hat. Insgesamt haben sich 64 Unternehmen an der Umfrage beteiligt. „Das Instrument hat sich in Deutschland erstaunlich schnell etabliert“, sagt Paul von Drygalski, Executive Director bei EY Real Estate und für die Studie verantwortlich. „Neben Kleinanlegern, die im Rahmen der Studie nicht befragt wurden, suchen auch professionelle Investoren eine attraktive Rendite durch Crowdfunding.“ Und auch die Rahmenbedingungen scheinen zu stimmen: „Aus Sicht der meisten Investoren und Projektentwickler sind Aufwand und Konditionen für die Kapitalbeschaffung ähnlich gelagert wie bei einer konventionellen Finanzierung.“ Der Studie zufolge plant bereits jeder vierte befragte Investor und Projektentwickler ein Crowdfunding.

Crowdfunding fungiert als ein Baustein des Eigenkapitals

Das Crowdkapital macht oft weniger als ein Viertel des gesamten Eigenkapitals aus, das die jeweiligen Immobilienunternehmen für ihr Vorhaben aufbieten müssen. Das bestätigen 79 Prozent der Investoren und sämtliche befragten Projektentwickler. So kommen abseits des Crowdfundings häufig noch die Vermögensverwalter wohlhabender Familien (Family Offices) als zusätzliche Anleger ins Spiel. „Institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen lassen derzeit noch Vorsicht dabei walten, über die Crowd zu investieren“, so Benedikt Huber, Manager bei EY Real Estate und Mitverantwortlicher der Studie. Nur 10 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass Crowdkapital durch institutionelles Geld ergänzt werden kann. Neben den erwähnten Family Offices ist für sie eher noch Private Equity zur Erlangung zusätzlichen Eigenkapitals denkbar.

Co-Investments der Plattformen selbst?

Das gesamte Projekteigenkapital, das durch den Immobilienprojektentwickler aufgebracht wird, sollte nach Ansicht der befragten Investoren tendenziell bei mehr als 15 Prozent des Gesamtprojektvolumens liegen. Die Mehrzahl der Projektentwickler und auch der Crowdfunding-Plattformen selbst gäbe sich der Umfrage zufolge mit 10 Prozent – und weniger – zufrieden. „Im Sinne des Anlegerschutzes sollte der Eigenkapitalanteil des Immobilienprojektentwicklers so hoch wie möglich sein“, sagt Paul von Drygalski. Ebenfalls im Sinne der Anleger wäre es, wenn die Plattformen selbst mit ins Investment gingen – als Bekenntnis zu den Angeboten, die sie vermitteln, und als zusätzlicher Anreiz für die Investoren. Projektentwickler und Investoren befürworten eine derartige Idee (jeweils 72 Prozent), während von den Crowdfunding-Plattformen nur 26 Prozent zustimmen. „Dass die Plattformen die Idee eher ablehnen, ist verständlich“, so Benedikt Huber. „Bei der teils großen Zahl an Projekten kämen die Plattformen selbst ggf. in Finanzierungsnot.“

Selektive Angebote und Konsolidierung

Als erstes Kriterium für die Verlässlichkeit der Beteiligungsangebote fordern Investoren, Projektentwickler und Plattformen übereinstimmend, dass ein Kapitalmarktprospekt vorhanden sein muss. Investoren und vor allem die Plattformen betonen zudem, dass sich die Immobilien in einer der Top-7-Städte befinden sollten. Entsprechend selektiv scheinen die Plattformen bei der Auswahl: Neben der Lage und dem zugehörigen Rendite-Risiko-Profil wird vor allem auch der Projektentwickler als Anbieter der Beteiligung unter die Lupe genommen. Am häufigsten werden Entwickler abgewiesen, die keine projektadäquate Bonität aufweisen, wobei nicht nur die Plattformen nach Anbietern suchen, sondern auch umgekehrt. „Beide Parteien gehen aufeinander zu“, so Paul von Drygalski. Allerdings müssen sich die Marktteilnehmer womöglich schon bald auf neue Player einstellen: Es könnten ausländische Wettbewerber für das Immobilien-Crowdfunding dazukommen. Wie groß der Zuwachs ausfällt, bleibt offen. „Viele hiesige Plattformen rechnen darüber hinaus mittelfristig mit einer Konsolidierung.“

(Pressemitteilung EY vom 16.05.2018)


Redaktion

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