• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Kreditneugeschäft mit Unternehmen: Stärkstes Wachstum seit Finanzmarktkrise

11.10.2017

Kreditneugeschäft mit Unternehmen: Stärkstes Wachstum seit Finanzmarktkrise

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

©ngad/fotolia.com

Neue Unternehmenskredite legen im 2. Quartal 2017 um +4,8 % zu. Firmen wagen damit wieder mehr Investitionen aufgrund steigender Kapazitätsauslastung bei anhaltend robuster Konjunktur.

Das von KfW Research geschätzte Kreditneugeschäft der deutschen Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen gewinnt weiter an Tempo: Im 2. Quartal 2017 hat es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit +4,8 % erneut stark zugelegt, nachdem bereits im Vorquartal die Wachstumsrate bei +2,9 % gelegen hatte. Zurzeit entwickelt sich die Kreditvergabe damit so dynamisch wie seit Beginn der Finanzmarktkrise nicht mehr. Und das aus einem deutlich erfreulicheren Grund: Hatte vor zehn Jahren der abrupte Wirtschaftsabschwung zur Folge, dass Unternehmen aufgrund von Liquiditätsengpässen verstärkt kurzfristige Kredite in Anspruch nehmen mussten, so spiegelt die aktuelle Belebung die anhaltend robuste Konjunktur in Deutschland wider, die zu steigender Investitionsneigung – und damit einhergehend Kreditnachfrage – führt.

Aussichten bleiben zunächst gut

„Die Chancen stehen gut, dass das Kreditneugeschäft bis ins Jahr 2018 hinein mit kräftigen Raten zulegt“, kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Lange hätten sich die Unternehmen nicht von den guten Finanzierungsbedingungen locken lassen. Das ändere sich gerade. „Der Wirtschaftsaufschwung geht in sein achtes Jahr, die Auslastung der Produktionskapazitäten ist hoch und nimmt zu, die Stimmung in den Unternehmen ist hervorragend – ich gehe davon aus, dass der dringend benötigte Ausbau des Kapitalstocks jetzt vorankommt und die Unternehmensinvestitionen in diesem und im nächsten Jahr spürbar an Schwung gewinnen werden. Damit wächst auch der Finanzierungsbedarf der Firmen.“

Nachhaltige Trendwende fraglich

Von der aktuellen Aufhellung am Kreditmarkt kann man allerdings noch nicht auf eine nachhaltige Trendwende schließen. Die Kreditneuzusagen sind weiterhin deutlich von ihrem Niveau Anfang des Jahrtausends entfernt, seit diesem Zeitpunkt sind auch erhebliche strukturelle Veränderungen im Finanzierungsverhalten der Firmen festzustellen: „Unternehmen geben der Innenfinanzierung den Vorzug, stärken ihr Eigenkapital und meiden Verschuldung so weit wie möglich. Diese Entwicklung geht einher mit sinkenden Investitionen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung“, so Zeuner. Es sei nicht absehbar, dass die Firmen dieses Verhalten wieder ändern. „Schließlich können sie weiterhin auf ihre große Innenfinanzierungskraft bauen, zumal die regulatorischen Verschärfungen in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Abschwächung die Kreditvergabebereitschaft der Banken jederzeit auf die Probe stellen könnten.“

(KfW vom 09.10.2017 / Viola C. Didier)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

26.09.2022

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs machen sich im M&A-Markt bemerkbar. Im ersten Halbjahr 2022 fanden in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich weniger Fusionen und Übernahmen statt als im vorangegangenen Halbjahr. Die Anzahl der Transaktionen sank von 1.884 auf 1.436 – ein Rückgang um 23,8%. Davon entfielen 1.061 auf Deutschland, 104 auf Österreich und 271 auf die Schweiz. Die Höhe der Unternehmenskäufe fiel um 34,8% von 107,4 auf 67,3 Mrd. €.

M&A-Aktivitäten in der DACH-Region: Zurückhaltung in der ersten Jahreshälfte 2022
Meldung

©aksanakoval / 123rf

23.09.2022

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg

Laut des M&A-Marktreports zum Bereich Environmental, Social & Governance Technology (ESG) des M&A-Beratungsunternehmens Hampleton Partners zielten in der ersten Jahreshälfte 2022 weltweit 93 Deals auf ein ESG-Unternehmen ab – das ist ein Anstieg von 173% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Der Environmental, Social & Governance Technology M&A Market Report von Hampleton Partners untersucht Transaktionen, die in den letzten fünf Jahren auf Unternehmen abzielten, die sich auf ESG-Techunterstützung spezialisiert haben. Der Schwerpunkt liegt auf Software, Outsourcing-Services und Beratung sowie auf Technologielösungen im weiteren Sinne.

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg
Dividende
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

23.09.2022

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger

Noch nie schütteten die DAX-Konzerne so viel Dividenden aus wie in diesem Jahr: 51 Mrd. € gingen an die Investoren. Im Jahr zuvor waren es nur 36 Mrd. € gewesen. Deutsche Anleger haben allerdings wenig vom Geldregen durch die DAX-Dividenden, denn die Wertpapiere von Deutschlands Top-Index befinden sich mehrheitlich – zu 53% – in der Hand ausländischer Investoren. Anleger aus Deutschland besitzen lediglich etwas weniger als ein Drittel (30%) der Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes. Bei mindestens 24 der 40 DAX-Konzerne liegt der Analyse zufolge die Mehrheit der Aktien in Depots im Ausland. Deutsche Investoren halten dagegen nur bei vier Unternehmen mehr als 50% der Anteile.

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank