• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Managementgehälter nur in jedem fünften Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen verknüpft

12.07.2022

Managementgehälter nur in jedem fünften Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen verknüpft

Bis 2045 soll die Bundesrepublik Klimaneutralität erzielen, ab 2050 negative Emissionen erreichen – also mehr CO2 im Boden binden als neue Emissionen ausstoßen. Bereits in zwei Jahren, also 2024, steht eine Evaluierung der CO2-Bepreisung an. Angesichts der aktuellen Warnungen aus der Wissenschaft, dass bisherige Maßnahmen und Ziele nicht effektiv beziehungsweise ambitioniert genug sind, könnten bisherige Vorgaben und Preise nochmals angezogen werden. Zudem bevorzugen Investoren und Kunden schon heute die Unternehmen, die besonders nachhaltig wirtschaften. Für die Firmen sind das gute Argumente, um sich ehrgeizigere Ziele zu setzen. Im Durchschnitt über alle Branchen wird das sog. „Net-Zero“ von den Unternehmen, die sich ein konkretes Ziel gesetzt haben und noch nicht klimaneutral sind, daher bereits im Jahr 2033 angepeilt. Eine Verknüpfung von Nachhaltigkeitszielen mit Gehaltskomponenten der Führungsriege findet bislang erst in jedem fünften Unternehmen statt – bei großen Unternehmen sind es aber fast die Hälfte. Dies sind Ergebnisse einer Horváth-Studie „Spotlight on Sustainability“, für die 280 Topmanager und -managerinnen branchenübergreifend zu aktuellen Herausforderungen und Strategien befragt wurden.

Beitrag mit Bild

©arthonmeekodong/123rf.com

Nach Branchen betrachtet, verknüpfen Logistik- und Energieunternehmen überdurchschnittlich häufig Nachhaltigkeitsziele mit Gehaltsvariablen (47% bzw. 43%), gefolgt von der Öl- und Chemiebranche (33%). Noch stärker zeigen sich Unterschiede in der Betrachtung nach Größe. Bei den Unternehmen mit mindestens 10 Mrd. € Jahresumsatz nimmt fast jedes zweite Nachhaltigkeitsziele in die vergütungsrelevanten Zielvereinbarungen auf (47%).

In fast jedem zweiten Konzern werden Erfolge im Bereich Sustainability als Gehaltsvariablen verankert

Auch wenn die Performance des Unternehmens im Bereich Sustainability nicht als Gehaltskomponente festgeschrieben wird, wird das Topmanagement an Nachhaltigkeitserfolgen gemessen werden, da sie in den meisten Branchen inzwischen untrennbar mit der allgemeinen Unternehmensentwicklung verknüpft sind, stellen die Studienautoren fest. Die Priorität, die die Befragten dem Thema Nachhaltigkeit beimessen, sei seit der letzten Erhebung 2021 nochmals gestiegen. 53% bezeichnen ökologisches Wirtschaften und eine nachhaltige Unternehmenssteuerung in der aktuellen Befragung als sehr wichtig, im Vorjahr waren es 51%.

„Big Picture“ für nachhaltige Unternehmenssteuerung benötigt

Noch wichtiger als eine Verknüpfung von Boni mit Nachhaltigkeitszielen ist der Analyse zufolge die Entwicklung eines handfesten Sustainability-Steuerungsmodells. Wie die aktuelle Studie zeigt, werden bisher erst 7% der Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen ganzheitlich und konsequent entlang konkreter Nachhaltigkeitsziele gesteuert. 22% orientieren sich bei unternehmerischen Entscheidungen zumindest schon an einem Sustainability-Zielbild. Ein Viertel hat ein solches Zielbild gerade verabschiedet, 28% befinden sich in der Entwicklung. Nur 18% haben noch keinerlei Schritte unternommen, um ihr Unternehmen systematisch nachhaltig auszurichten. Ein konkretes Zielbild für Nachhaltigkeit mit sinnvollen Größen hilft dem Topmanagement, den richtigen Weg zu verfolgen, und der Gesamtorganisation, die „Sustainability Performance“ der Führungsebene zu bewerten, so der Rat der Studienautoren.

Die Horváth-Studie „Spotlight on Sustainability“ ist Teil der Studienreihe „CxO Priorities“. Den Studienreport gibt es hier zum Download.

(Pressemitteilung Horváth vom 12.07.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

irrmago/123rf.com

22.10.2026

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro

Der deutschen Wirtschaft sind seit 2020 Investitionen in Milliardenhöhe entgangen. Die Summe entspricht rund 9 % Prozent aller Bruttoanlageinvestitionen der vergangenen sechseinhalb Jahre. Für die Berechnungen hat das IW die tatsächlichen Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Investitionen kommen fast

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro
Meldung

pitinan/123.rf.com

21.10.2026

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze

Der internationale Wettbewerb um künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Dynamik: Laut einer neuen Untersuchung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) haben sich seit 2024 acht Volkswirtschaften bei den Voraussetzungen für den KI-Einsatz so deutlich verbessert, dass sie in eine höhere Bewertungsgruppe aufgestiegen sind. Besonders Japan und Südkorea haben aufgeholt und gehören nun gemeinsam mit den

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze
Meldung

©scandinavianstock/123rf.com

20.10.2026

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich zuletzt aufgehellt und auch in den deutschen Chefetagen kehrt vorsichtiger Optimismus zurück: 86 % der deutschen CEOs erwarten Wachstum für ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren. Das sind 14 %punkte mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit mehreren Jahren (2025: 72 %; 2024: 77 %; 2023: 80 %). Im selben Zeitraum

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)