• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • McKinsey: Deutsche Banken vor grundlegendem Wandel

08.04.2016

McKinsey: Deutsche Banken vor grundlegendem Wandel

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

Corporate Finance

Niedrigzinsen, Digitalisierung und Regulierung erhöhen Handlungsdruck bei deutschen Banken. Ohne Gegenmaßnahmen würden 75% der Institute in die Verlustzone rutschen. Fokussierte Geschäftsmodelle können als Ausweg dienen.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind deutlich besser aus der Finanzkrise herausgekommen als der private Bankensektor in Deutschland. Zusammen konnten die Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihren Anteil am Nachsteuergewinn der Branche von 41% vor der Krise auf zuletzt 85% mehr als verdoppeln. Noch stärker als die Privatbanken müssen sie jetzt allerdings auf sich deutlich verändernde Rahmenbedingungen reagieren. Die niedrigen Zinsen, die zunehmende Digitalisierung und die schärfere staatliche Regulierung setzen die Erträge unter Druck. Ohne Gegenmaßnahmen würden 75% der deutschen Institute in die Verlustzone rutschen. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „The road ahead – Perspectives on German banking“ von McKinsey & Company. Hierfür wertete die Unternehmensberatung eigene Analysen, Daten der Deutschen Bundesbank und weitere Quellen aus.

Niedrigzinsumfeld und Digitalisierung werden den Banken weiter zusetzen

Philipp Koch, Leiter der deutschen Bankenberatung bei McKinsey: „In den kommenden Jahren werden das Niedrigzinsumfeld und die Digitalisierung den Banken noch mehr zusetzen als die Regulierung.“ In Zahlen: Bis 2021 würden ohne ein Gegensteuern die niedrigen Zinsen die Banken 2,0 Prozentpunkte Eigenkapitalrendite kosten, die Digitalisierung ebenfalls 2,0 Prozentpunkte und die Regulierung weitere 1,7 Prozentpunkte. Die Digitalisierung verändert die Aussichten vor allem für standardisierte Produkte und Dienstleistungen. Hier haben traditionell Sparkassen und Genossenschaftsbanken, aber auch Töchter von Auslandsbanken einen Schwerpunkt. Außerdem haben die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in den Jahren nach der Krise ihr Kreditgeschäft stark ausgebaut.

Preisspielräume ausloten

Max Flötotto, McKinsey-Partner in München und Koautor der Analyse: „Viele Banken haben die Zeichen erkannt. Doch der Veränderungsbedarf ist sehr groß: Um wieder eine Eigenkapitalrendite von 6% zu erreichen, was dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre entspricht, müssen die Institute entweder die Erträge um rund 30% steigern oder die Kosten um fast 30% senken.“ Klassische Maßnahmen wie Filialschließung und Kostenprogramme und das bessere Ausloten von Preisspielräumen sind ein erster Schritt, reichen aber insgesamt nicht aus. Philipp Koch: „Hinzu kommen müssen strukturelle Anpassungen. Dazu gehören etwa der gezielte Einsatz von Multi-Channel-Vertrieb und stellenweise eine Rückkehr zur Internationalisierung, die im Zuge der Krise gelitten hatte. Auf der Kostenseite stellt sich die Frage nach einer stärkeren Digitalisierung der Wertschöpfung, nach weniger komplexen Produktpaletten und Geschäftsmodellen.“ Letztlich müssen sich die Banken klarer festlegen, welche Art von Bank sie in Zukunft sein wollen – beispielsweise eine Versorger- oder eine Kundenbank. Die Versorgerbank stellt Produkte und Services bereit, die von anderen Finanzdienstleistern vermarktet und vertrieben wird. Die Kundenbank hält den Kontakt zum direkten Kunden und versorgt ihn mit zusätzlichen Diensten, wie sie auch durch die Digitalisierung und Big Data möglich werden.

(Pressemitteilung McKinsey & Company vom 07.04.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© habrda/ fotolia.com

12.08.2022

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise

Angesichts der steigenden Material- und Energiekosten sowie der Engpässe in den Lieferketten steht die Optimierung von Kosten- und Erlösstrukturen ganz oben auf der Topmanagement-Agenda in der Automobilindustrie. 45% der Befragten sehen dies derzeit als sehr wichtig an, 18% als wichtig. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Branchenbefragung der Managementberatung Horváth.

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise
M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

12.08.2022

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa

Trotz Brexit und Covid ist das Vereinigte Königreich so attraktiv wie eh und je für ausländische Investoren. Laut dem jüngsten M&A-Attractiveness Index Score, der vom Mergers and Acquisitions Research Centre der Bayes Business School veröffentlicht wurde, ist das Vereinigte Königreich nun das Top-Ziel in Europa für eingehende und inländische Investitionen. Die jüngste jährliche Rangliste – die erste, die die tatsächlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie auf die einzelnen Länder als Ziele für ausländische Direktinvestitionen berücksichtigt – vergleicht die Geschäftsaktivitäten und die Attraktivität für Investoren von 148 Ländern weltweit.

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa
Meldung

©aksanakoval / 123rf

11.08.2022

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen

Die weltweite M&A-Rekordjagd hält trotz hoher Inflation und drohender Rezession an. Und es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen USD den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte. Lediglich im Ausnahmejahr 2021 war es mit 5,9 Billionen USD höher. Das hat der „Global M&A Report Midyear 2022“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben.

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank