• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Mit mehr Digitalisierung zu höheren Bankaktien-Renditen

27.01.2021

Mit mehr Digitalisierung zu höheren Bankaktien-Renditen

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© kevers/fotolia.com

Nur wenige Retail-Banken schaffen es, mit ihren Digitalisierungsbemühungen ihre Kunden zu begeistern und die angestrebten Kostenvorteile zu realisieren. Wie groß die Unterschiede zwischen digitalen Vorreitern und Nachzüglern sind, belegt ein aktuelles Bain-Benchmarking von 50 führenden Retail-Banken in Europa, darunter zehn aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anhand von 150 Kriterien aus Kunden- sowie interner Bankensicht wurde ermittelt, wie weit die Digitalisierung der beteiligten Geldhäuser fortgeschritten ist. Das Ergebnis ist ernüchternd – zumindest für die DACH-Region. Mehrere Banken aus der Schweiz müssen sich mit hinteren Rängen begnügen. Und keiner Bank aus dem deutschsprachigen Raum gelingt der Sprung in die Spitzengruppe. Was die besten Banken auszeichnet und wie Nachzügler aufholen können, zeigt die Bain-Studie „How Digital Done Right Pays Off for Retail Banks” anhand zahlreicher Praxisbeispiele.

Der Lockdown und die fortwährenden Kontaktbeschränkungen beschleunigen den Wandel im Retail-Banking in einem bislang kaum gekannten Tempo, stellen die Studienautoren fest. Nur mit einer umfassenden Digitalisierung könnten Kreditinstitute die Erwartungen ihrer Kunden, Beschäftigten und Eigentümer erfüllen.

Corona-Krise forciert digitalen Bankbetrieb

Anhand von 150 Kriterien aus Kunden- sowie interner Bankensicht ermittelt das Bain-Benchmarking, wie weit die Digitalisierung der beteiligten Geldhäuser fortgeschritten ist. Das Ergebnis ist ernüchternd – zumindest für die DACH-Region. Mehrere Banken aus der Schweiz müssen sich mit hinteren Rängen begnügen. Und keiner Bank aus dem deutschsprachigen Raum gelingt der Sprung in die Spitzengruppe.

Besseres Kundenerlebnis, geringere Kosten

Ein Vergleich der Spitzengruppe mit der Konkurrenz macht es der Studie zufolge möglich, die Vorteile einer gezielten Digitalisierung zu quantifizieren. So liegt die mit dem Net Promoter Score messbare Kundenloyalität bei den digitalen Vorreitern unter den traditionellen Banken mit 21% signifikant über der des Wettbewerbs. Noch besser schneiden reine Onlinebanken ab. Sie überzeugen ihre Kunden unter anderem mit niedrigen Gebühren.

Die digitalen Vorreiter begeistern nicht nur ihre Kunden, sondern werden auch von ihrer Belegschaft deutlich positiver bewertet. Das gilt für die Weiterempfehlungsbereitschaft als Arbeitgeber ebenso wie für die Beurteilung der Zukunftsaussichten des Unternehmens aus Sicht der Mitarbeitenden, stellen die Studienautoren fest.

Und auch die Eigentümer profitieren. Die bestplatzierten traditionellen Kreditinstitute erzielen in der Bain-Benchmarking-Studie im Schnitt eine Eigenkapitalrendite von 8,7% und liegen damit 2,5 Prozentpunkte über dem Durchschnittswert der Konkurrenz. Zudem ist laut der Analyse ihre Cost-Income-Ratio deutlich niedriger. Mit der richtigen Digitalstrategie steigt der Automatisierungsgrad einer Bank, ohne dass das Kundenerlebnis leidet. Die Studienautoren betonen, dass durch schnellere und einfachere Interaktionen das Kundenerlebnis immer besser werde. Damit verbunden sei eine nachhaltige Kostensenkung. Und die wiederum biete gerade den Kreditinstituten im deutschsprachigen Raum einen Ausweg aus ihrer strukturellen Renditefalle.

Digitalisierung konsequent vorantreiben

Was eine erfolgreiche Digitalstrategie ausmacht, zeigt die Studie anhand von zahlreichen Praxisbeispielen auf. Entscheidend sind sieben Elemente:

  1. Strategie, Ziele und Roadmap: Bei der Umsetzung ihrer Strategie fahren die besten Banken in der Regel zweigleisig. Einerseits digitalisieren sie ihr bestehendes Geschäft und erweitern es regelmäßig um digitale Innovationen. Andererseits bauen sie neue Geschäftsmodelle auch abseits ihres Kerns auf.
  2. Produktportfolio: Digitale Vorreiter setzen entweder auf ein einfaches, standardisiertes Produktportfolio oder auf ein breiteres, dann aber modular auf die Bedürfnisse der jeweiligen Kunden ausgerichtetes Leistungsspektrum.
  3. Kundenerlebnis: Die Verlagerung des Vertriebs in digitale Kanäle gelingt, wenn Banken systematisch sämtliche Kontaktpunkte entlang der Kundenreise digitalisieren. Haben Kreditinstitute mehr als 80% ihres Angebots digitalisiert, laufen nahezu drei Viertel der Verkäufe über digitale Kanäle.
  4. Moderne Kanäle: Alle Zugangswege der Top-Banken im Benchmarking sind nutzerfreundlich. Sie entsprechen dem, was der Kunde von anderen Digitalunternehmen gewohnt ist und heute erwartet. Den Top-Instituten gelingt es, ihre Kunden in die digitale Welt zu migrieren – zunächst mit sanften Methoden wie Werbekampagnen, gefolgt von härteren Maßnahmen wie höheren Preisen etwa für Filialdienstleistungen.
  5. Kundenloyalitätssystem: Digitale Vorreiter erfassen regelmäßig das Feedback ihrer Kunden bis hinunter auf Einzelinteraktionsebene. Auf dieser Basis verbessern sie ihre Abläufe und Angebote systematisch und kontinuierlich.
  6. Betriebsmodell: Führende Banken brechen Silodenken auf und richten ihre Organisation konsequent entlang der Kundenreise aus. Abteilungsübergreifende agile Teams sind dafür genauso unentbehrlich wie ein Talentmanagement, durch das die benötigte Digitalexpertise aufgebaut und weiterentwickelt wird.
  7. Technologie und Daten: Viele traditionelle Banken haben mit einer unflexiblen, veralteten IT-Architektur zu kämpfen. Durch die Entkopplung der eingesetzten Systeme und die Einführung agiler Arbeitsweisen lassen sich Geschwindigkeit und Flexibilität deutlich erhöhen. Defizite gibt es vielerorts auch bei der Nutzung von Daten. Deren Verfügbarkeit und Qualität sicherzustellen ist ein kritischer erster Schritt.

Mit der richtigen Digitalstrategie können die Nachzügler aufholen

Aus Sicht der Studienautoren führt für Kreditinstitute kein Weg mehr an der Digitalisierung vorbei, wollen sie eine Zukunft haben. Mit der richtigen Digitalstrategie entstehe Schritt für Schritt eine Bank, die Kunden wie Mitarbeiter begeistert und eine attraktive Rendite erwirtschaftet. Und da Aufholen jeden Monat schwieriger wird, ist es jetzt an der Zeit, die Digitalisierung jetzt zügig und konsequent voranzutreiben, so das Fazit der Bain-Benchmarking-Studie.

(Pressemitteilung Bain & Company vom 26.01.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Mergers, Fusion, Übernahme
Meldung

© Tim/Fotolia.com

03.02.2023

Nach Rekordhoch: M&A-Markt im Digital-Commerce-Umfeld normalisiert sich

Einen rekordverdächtigen Start in das Jahr 2022 erlebte der Sektor Digitaler Handel mit 699 registrierten M&A-Deals. Die Deal-Volumina gingen dann aber in den folgenden drei Quartalen zurück: 544 im zweiten Quartal, 451 im dritten Quartal und 473 im vierten Quartal. Dies führte zu einer Gesamtjahreszahl von 2.167 Deals in 2022 und einem Rückgang von neun Prozent gegenüber den 2.370 Deals in 2021. Laut des Digital Commerce M&A-Reports von Hampleton Partners zeigt sich, dass eine „neue Normalität“ eingetreten ist, die sich aber auf höherem Niveau abspielt als vor Covid.

Nach Rekordhoch: M&A-Markt im Digital-Commerce-Umfeld normalisiert sich
Meldung

©aksanakoval / 123rf

02.02.2023

M&A-Markt: Wettbewerbsvorsprung durch Zukäufe

Ungeachtet der schwachen Konjunktur und der hohen Unsicherheit setzen Unternehmen weiterhin auf Zukäufe. Dies hat eine Befragung von weltweit rund 300 M&A-Verantwortlichen im Rahmen des „Global M&A Report 2023“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben. Danach planen 80%, 2023 gleich viele Transaktionen wie im Vorjahr zu tätigen oder sogar noch mehr. Neben der jüngsten Entwicklung des weltweiten M&A-Geschäfts zeigt der Bain-Report auch auf, wie sich Firmen durch Übernahmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen können.

M&A-Markt: Wettbewerbsvorsprung durch Zukäufe
Kredit
Meldung

© ferkelraggae/fotolia.com

02.02.2023

KfW-ifo-Kredithürde: Situation am Kreditmarkt wird zusehends ungemütlich

Im Schlussquartal 2022 ist die KfW-ifo-Kredithürde für kleine und mittlere Unternehmen zum dritten Mal in Folge angestiegen. 31,3% der befragten Mittelständler, die sich in Kreditverhandlungen befanden, stufen das Verhalten der Banken als restriktiv ein. Das sind 3,4 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Die Kredithürde für den Mittelstand hat damit zugleich einen neuen Höchststand seit Einführung der aktuellen Befragungsmethodik im Jahr 2017 erreicht.

KfW-ifo-Kredithürde: Situation am Kreditmarkt wird zusehends ungemütlich
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank