• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Mittelstand treibt Digitalisierung voran: Sicherheit geht vor, Kundenkontakt wird immer digitaler

27.06.2022

Mittelstand treibt Digitalisierung voran: Sicherheit geht vor, Kundenkontakt wird immer digitaler

Sicherheit geht vor: Bei der Digitalisierung hat der deutsche Mittelstand einen klaren Fokus. 60% der Unternehmen geben an, dass Cybersecurity und Datensicherheit für sie von großer Bedeutung sind. Damit ist der digitale Schutz die mit Abstand wichtigste Herausforderung aus Sicht des Mittelstands – und das schon bevor der Krieg in der Ukraine der Welt neue Wirklichkeiten und Sicherheitsrisiken vor Augen führte. Nur 4% sagen dagegen, dass digitale Verteidigung für sie gar keine Rolle spielt. Auch den Einsatz von Chatbots (4%) und künstlicher Intelligenz allgemein (11%) schätzen die befragten Unternehmen als nicht sehr wichtig ein, so die Ergebnisse des Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, für die 800 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt wurden.

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© Coloures-Pic/fotolia.com

Fakt ist: Die Digitalisierung geht voran – auch schnell genug, um konkurrenzfähig zu bleiben? 38% der Befragten sagen, dass digitale Technologien für sie sehr wichtig sind. Das sind fast doppelt so viele, wie vor sechs Jahren. 2016 erklärte noch jeder Fünfte (21%), dass Digitalisierung für sein Unternehmen überhaupt keine Rolle spielt. Aktuell sind es gerade einmal noch 2%. Zusammen mit den Betrieben, die Digitalisierung für kaum wichtig halten, gibt es aber auch eine Gruppe von 21%, die der Digitalisierung weiterhin skeptisch bis verschlossen gegenübersteht.

Cybersecurity mit Abstand die wichtigste digitale Herausforderung

Die Sicherheitsrisiken für Unternehmen sind real und werden von ihnen wahrgenommen. Cyberkriminelle wollen sich auf Kosten von Firmen bereichern und versuchten in der Vergangenheit immer wieder Unternehmen – auch aus dem Mittelstand – zu attackieren, erklären die Studienautoren.. Nur eine schlüssige digitale Sicherheitsstrategie, die stetig angepasst und verbessert werden müsse, könne hier Schutz bieten.

Als besonders wichtig schätzen Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung (66%), im Maschinenbau (58%) und der Elektrotechnik (54%) die Rolle der Digitalisierung ihrer Abläufe ein. In der Land- und Forstwirtschaft nimmt das Thema dagegen gar keinen Raum ein (0%). Im Baugewerbe gaben 14% der Befragten an, dass digitale Technologien wichtig für das Geschäftsmodell ihres Unternehmens sind.

Größe spielt bei Digitalisierung wichtige Rolle

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich bei der Größe der Unternehmen: Bei den Firmen, deren Jahresumsatz unter 30 Mio. € liegt, spricht sich weniger als ein Drittel (30%) für die Wichtigkeit digitaler Technologien aus. Bei Unternehmen deren Umsatz über 100 Mio. € pro Jahr liegt, ist es dagegen mehr als die Hälfte (51%).

Vor allem kleinere Betriebe hinken bei Digitalisierung hinterher

Nach Einschätzung der Studienautoren drohen vor allem kleinere Betriebe digital den Anschluss zu verlieren gegen die größere Konkurrenz – national wie international. Unabwägbarkeiten durch politische Spannungen und damit einhergehende Einschränkungen bei den Lieferketten stellen auch den Mittelstand schon jetzt vor völlig neue Herausforderungen. Hier habe schon die Pandemie als Extremereignis gezeigt, dass Faktoren wie digitaler Kundenkontakt überlebenswichtig sein können.

Jedes dritte Unternehmen will in stärkeren Homeoffice-Einsatz investieren

Stichwort Corona: Wie in allen Bereichen hat die Pandemie auch beim Mittalstand ihre Spuren hinterlassen. Am deutlichsten wird dies, wenn es ums Homeoffice geht. Jeder Dritte (32%) setzt der Studie zufolge auf die Arbeit von zuhause und will hier mehr investieren. Laut der Studienautoren habe es sich gezeigt, dass der Mittelstand aus den enorm schwierigen vergangenen Jahren lernen konnte und im Personalbereich flexibel neue Wege gehen will. Eine Entwicklung, die sich fortsetzen müsse – vor allem, um im Wettbewerb um Talente und Bewerber gegenüber anderen Branchen und Bereichen zu bestehen.

Bei den Kundenbeziehungen schlägt die Stunde digitaler Technologien

75% der Befragten sagen, dass Kundenbeziehungen ganz oder zumindest teilweise digital stattfinden. 2016 waren es nur knapp vier von zehn Unternehmen (39%). Auch beim Produktverkauf und Onlinezahlung (52%) ist das Thema wichtig – und immer wichtiger geworden. Vor sechs Jahren waren es nur gut 23% der Firmen, die dies sagten.

Ohne Frage hat der Mittelstand die Wichtigkeit digitaler Transformation und Entwicklung erkannt. Es geht voran, dies haben die vergangenen Jahre gezeigt, stellen die Studienautoren fest. Das sollte aber kein Grund zu verfrühter Zufriedenheit sein. Darauf könne man aufbauen – aber ausruhen dürfe man sich nicht. Die Unternehmen müssten der Digitalisierung ein noch größeres Gewicht beimessen.

Jeder fünfte Betrieb hält Digitalisierung immer noch für kaum oder gar nicht wichtig

Denn auch intern spielen digitale Technologien der Studie zufolge eine immer wichtigere Rolle: Im Rechnungswesen gaben 91% der Befragten an, dass digitale Technologien und das Internet mittlere bis große Bedeutung für sie haben. Auch beim Einkauf (82%) und beim Vertrieb (80%) ist und bleibt die Digitalisierung wichtig. 80% der Befragten sehen keine Faktoren, die die digitale Entwicklung ihres Geschäfts behindern. Umgekehrt heißt das aber auch: es gibt sie für jedes fünfte Unternehmen. Die Hauptgründe sind begrenzte finanzielle Mittel und fehlendes Personal.

Digitale Technologien haben bei den Investitionen von Industrieunternehmen einen Anteil von durchschnittlich 10,5%. Bei großen Betrieben über 100 Mio. € Jahresumsatz ist der Anteil höher (13,5%) als bei kleineren Firmen mit einem Umsatz von weniger als 30 Mio. € pro Jahr (8,9%).

Laut des EY-Mittelstandsbarometers ist bei einem großen Teil der Betriebe der Wille zu Investitionen da – trotz unklarer Aussichten. Dies ist wichtig, um den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft zu legen, in der digitale Faktoren eine immer größere Rolle spielen. Auch kleinere Unternehmen müssen dies erkennen – falls nicht, droht die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft mit großen, weltweit wettbewerbsfähigen Mittelständlern, die bei der Digitalisierung ganz oben mitspielen, und kleineren Unternehmen, die stetig an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, so das Fazit der Studienautoren.

Das „EY-Mittelstandsbarometer 2022 – Digitalisierung“ können Sie hier bestellen.

(Pressemitteilung EY vom 24.06.2022)


Weitere Meldungen


IPO
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

08.12.2022

Markt für Börsengänge 2022 eingebrochen – Belebung im Jahresverlauf 2023 erwartet

In Deutschland sind im Jahr 2022 so wenige Unternehmen an die Börse gegangen wie zuletzt während der Finanzkrise 2009. Der Börsengang der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG war der einzige im Prime Standard. 2021 waren es noch zwölf Börsengänge, von denen drei ein Emissionsvolumen in Milliardenhöhe erzielten. Dennoch stieg das Gesamtemissionsvolumen um 6% auf rund 9,1 Mrd. € (2021: 8,6 Mrd. €). Nach dem Börsengang der Deutschen Telekom war der Porsche-IPO der größte Börsengang, der jemals in Deutschland durchgeführt wurde.

Markt für Börsengänge 2022 eingebrochen – Belebung im Jahresverlauf 2023 erwartet
©stockwerkfotodesign/123rf.com
Meldung

©stockwerkfotodesign/123rf.com

08.12.2022

Biodiversität rückt auf die Agenda des Finanzsektors

Das weltweite Artensterben und die Zerstörung von Ökosystemen kann sich zunehmend auch zum finanziellen Risiko für deutsche Finanzunternehmen entwickeln. Zwar misst die Branche dem Schutz von Biodiversität und Ökosystemen eine hohe bis sehr hohe Relevanz zu, doch ist der Umsetzungsgrad für die Integration von Biodiversitätsaspekten in interne Prozesse und Risikostrategien bislang gering. Auch wird der Wissensstand zu dem Thema innerhalb der Branche von den Befragten als eher gering eingeschätzt. Bur ein Bruchteil der Befragten hat bereits Prozesse zum Risiko- und Chancenmanagement von Biodiversitätsaspekten implementiert.

Biodiversität rückt auf die Agenda des Finanzsektors
KI, Künstliche Intelligenz, Roboter, Zukunft, Industrie 4.0
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

07.12.2022

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Deutschland noch halbherzig

Weltweit wächst der Markt für Anwendungen Künstlicher Intelligenz rasant, und doch räumen Unternehmen in Deutschland der Bedeutung des Themas für ihre wirtschaftliche Zukunftsrelevanz noch nicht den Stellenwert ein, der in anderen Ländern vorherrscht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „State of AI in the Enterprise“, die untersucht, wie Unternehmen sich einen Weg in eine Zukunft voller unerschlossener Wertquellen bahnen.

Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen in Deutschland noch halbherzig
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank