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04.12.2020

Mittelstand zwischen Investitionsnotwendigkeit und Wunsch nach finanzieller Resilienz

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© Sondem / fotolia.com

Die Corona-Krise betrifft die deutsche Wirtschaft in erheblichem Umfang – und lässt im laufenden Jahr massiv die Investitionspläne der Unternehmen platzen. Im Jahr 2020 werden die Unternehmensinvestitionen voraussichtlich auf rund 12% des Bruttoinlandsprodukts fallen, ein ähnlich niedriges Niveau wie in der Finanzkrise. Allein im Mittelstand dürften fast 40 Mrd. EUR an Neuinvestitionen verloren gehen, wie eine Schätzung von KfW Research zeigt.

Damit findet der mittlerweile sechs Jahre andauernde Investitionsaufschwung im Mittelstand im laufenden Jahr ein jähes Ende. Ob es einen raschen Nachholeffekt geben wird, ist aufgrund der Krisenerfahrung in den Führungsetagen vieler Unternehmen fraglich. Der Wunsch nach mehr Absicherung und Stärkung der finanziellen Resilienz könnte vielmehr zur Zurückhaltung wesentlicher Zukunftsinvestitionen, etwa in Digitalisierung oder Klimaschutz, führen. Für die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wären dies schlechte Aussichten.

Die Corona-Krise hat zu hohen Umsatzverlusten bei vielen Unternehmen geführt. Hinzu kommt eine hohe Unsicherheit über den weiteren Fortgang der Krise. Beides erschwert vielen Mittelständlern, die notwendigen Investitionen zu tätigen, um Wachstumsfelder aus der Transformation hin zu einer digitalen und klimaneutralen Wirtschaft zu erschließen. Zwar kommt der Strukturwandel hin zu einer digitalen Wissensökonomie voran, und auch die Digitalisierung im Mittelstand erfuhr zuletzt einen Schub. Aber die deutsche Wirtschaft liegt hier international nur im Mittelfeld und vollzieht die Digitalisierung nur in kleinen Schritten. Gleichzeitig liegt eine große Herausforderung und Chance im Wandel in Richtung Klimaneutralität. Denn hier könnten die hohen erforderlichen Investitionen neben Klimaschutzerfolgen selbst auch den Exportmarkt für Klimaschutztechnologien weiter erschließen.

„Was wir brauchen ist eine digitale und grüne Investitionsrally. Dabei ist jetzt die Wirtschaftspolitik gefragt, Rahmenbedingungen zu schaffen, Anreize zu setzen für Investitionen und mit Anschubfinanzierungen in Vorlage zu treten, um künftiges Wachstum in den Schlüsselfeldern Digitalisierung und Klimaschutz zu ermöglichen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Dabei böten sich viele Ansatzpunkte dem Zielkonflikt zwischen finanzieller Resilienz und Investitionen entgegenzuwirken, den viele Unternehmen spüren. „Es gilt die Unsicherheit für Geldgeber zu reduzieren, z.B. durch ein verlässliches und planbar steigendes CO2- Preissignal, Engpässe wie z.B. fehlende Fachkräfte anzugehen, oder Finanzierungskosten zu senken. Die Herausforderungen sind hoch, aber gerade jetzt können Weichen gestellt werden, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Wir müssen über die Corona-Krise hinausdenken, um nachhaltig Wachstum und Wohlstand in Deutschland zu gewährleisten.“

(Pressemitteilung KfW vom 27.11.2020)


Redaktion

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