08.11.2017

Paradise Papers: Die steuerliche Parallelwelt

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

©stockWERK/fotolia.com

Die aktuellen Enthüllungen der Paradise Papers zeigen, dass die Politik der aggressiven Steuervermeidung transnationaler Konzerne bislang keine wirksamen Grenzen gesetzt hat. Neue Maßnahmen wie die Anzeigepflicht von Steuergestaltungsmodellen soll Abhilfe schaffen.

„Es ist viel zu einfach, insbesondere für große Vermögen, so genannte Steuerparadiese zu nutzen und Steuern in Milliardenhöhe zu vermeiden“, bestätigt die rheinland-pfälzische Finanzministerin Doris Ahnen. „Dagegen müssen wir im Kampf für mehr Steuergerechtigkeit entschieden vorgehen, für noch mehr Transparenz sorgen und Lücken im internationalen Steuerrecht schließen.“ Auch die Bundesregierung begrüßt die „Paradise Papers“-Veröffentlichungen und die dahintersteckende Arbeit der Medien. Diese mache die Strukturen, Akteure und Nutznießer steuerlicher Parallelwelten öffentlich, erklärte Regierungssprecher Seibert in Berlin.

Länder werden aktiv bei der Bekämpfung von Steuerbetrug

„Gerade auf europäischer und internationaler Ebene sind dringend weitere Maßnahmen geboten, um Steuerbetrug und Steuerumgehung konsequent zu bekämpfen. Auf nationaler Ebene hat sich Rheinland-Pfalz im Bundesrat mit Nachdruck für wirksame steuerrechtliche Maßnahmen eingesetzt, um die Steuerumgehung mittels ausländischer Briefkastenfirmen zu bekämpfen“, betonte Ahnen. Das nordrhein-westfälische Ministerium der Finanzen hat derweil seine Mitarbeit bei der Aufklärung angeboten. „In solchen Fällen haben unsere Finanzbehörden große Erfahrung. Wir können daran mitwirken, dass Kriminelle keine Chancen mehr haben, mit Hilfe der Oasen dieser Welt Steuern zu hinterziehen“, unterstrich Finanzminister Lutz Lienenkämper.

Anzeigepflicht für Steuergestaltungen

Mit dem Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz, das darauf abzielt, künftig mehr Transparenz über Geschäftsbeziehungen von Steuerpflichtigen in Deutschland zu Firmen in Offshore-Staaten herzustellen, sei ein erster Schritt getan. Ein nächster wichtiger Schritt ist die zügige Umsetzung einer umfassenden Anzeigepflicht für Steuergestaltungen. „Nicht zuletzt die OECD fordert in ihren Leitlinien für den Kampf gegen Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung dazu auf, die Steuerpflichtigen zu verpflichten, Steuersparmodelle offenzulegen. Wir begrüßen daher ausdrücklich das Vorhaben der EU-Kommission, eine Meldepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen in Europa einzuführen“, so Ahnen. „Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass auch an einer Anzeigepflicht für nationale Steuergestaltungsmodelle gearbeitet wird.“

(FinMin Rheinland-Pfalz, FinMin NRW, beide PM vom 06.11.2017 / Viola C. Didier)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© habrda/ fotolia.com

12.08.2022

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise

Angesichts der steigenden Material- und Energiekosten sowie der Engpässe in den Lieferketten steht die Optimierung von Kosten- und Erlösstrukturen ganz oben auf der Topmanagement-Agenda in der Automobilindustrie. 45% der Befragten sehen dies derzeit als sehr wichtig an, 18% als wichtig. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Branchenbefragung der Managementberatung Horváth.

Automobilbranche setzt Transformationspfad um und kämpft sich mit Erlös- und Kostenoptimierung aus der Krise
M&A, Fusion, Übernahme
Meldung

©designer491/fotolia.com

12.08.2022

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa

Trotz Brexit und Covid ist das Vereinigte Königreich so attraktiv wie eh und je für ausländische Investoren. Laut dem jüngsten M&A-Attractiveness Index Score, der vom Mergers and Acquisitions Research Centre der Bayes Business School veröffentlicht wurde, ist das Vereinigte Königreich nun das Top-Ziel in Europa für eingehende und inländische Investitionen. Die jüngste jährliche Rangliste – die erste, die die tatsächlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie auf die einzelnen Länder als Ziele für ausländische Direktinvestitionen berücksichtigt – vergleicht die Geschäftsaktivitäten und die Attraktivität für Investoren von 148 Ländern weltweit.

Großbritannien überholt Deutschland und wird zum Top-Investitionsstandort in Europa
Meldung

©aksanakoval / 123rf

11.08.2022

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen

Die weltweite M&A-Rekordjagd hält trotz hoher Inflation und drohender Rezession an. Und es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen USD den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte. Lediglich im Ausnahmejahr 2021 war es mit 5,9 Billionen USD höher. Das hat der „Global M&A Report Midyear 2022“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben.

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank