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13.06.2017

Private Equity-Anleger rechnen mit Cyber-Angriffen

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Mehr als die Hälfte der institutionellen Private Equity-Anleger rechnet damit, innerhalb der nächsten fünf Jahre Ziel einer ernsten Cyber-Attacke zu werden, obwohl in den letzten Jahren nur einer von zwanzig Limited Partners tatsächlich angegriffen wurde.

Mehr als die Hälfte der institutionellen Private Equity-Anleger rechnet damit, innerhalb der nächsten fünf Jahre Ziel einer ernsten Cyber-Attacke zu werden, obwohl in den letzten Jahren nur einer von zwanzig Limited Partners tatsächlich angegriffen wurde, so das aktuelle Global Private Equity Barometer von Coller Capital.

Die zunehmenden Sicherheitsbedenken wirken sich auch auf die Beziehungen zwischen den Limited Partners und ihren Fondsmanagern aus: Etwa die Hälfte der Anleger fordert, dass in den nächsten Jahren eine Beurteilung von Cyber-Risiken sowohl bei den General Partners selbst als auch bei ihren Portfoliounternehmen vorgenommen wird.

Die meisten General Partners räumen ein, dass ihre Private Equity-Renditen durch Änderungen in ihren eigenen Organisationen gesteigert werden könnten. Zwei Drittel der Gesellschaften glauben, dass Änderungen bei der Rekrutierung von Personal und bei der Beschaffung zu höheren Renditen führen würden. Drei Fünftel denken, dass eine Neugestaltung ihrer Investitionsentscheidungsprozesse die Renditen steigern würde. Und die Hälfte ist der Ansicht, dass die Renditen durch Änderungen an ihren Governance- und Managementstrukturen erhöht werden könnten. Drei Viertel der Anleger glauben zudem, dass ihre Private Equity-Programme durch die bessere Nutzung von Daten externer Anbieter optimiert werden könnten.

Private Equity bleibt renditestarke Anlageklasse

Die Studie zeigt auch, dass die Ergebnisse der Private Equity-Gesellschaften stark davon abhängen, wie sie am Markt agieren. Investoren, deren Strukturen oder Beschaffungsmodelle nicht zeitgemäß sind, werden künftig laute der Studienautoren nicht in der Lage sein, die Private Equity-Renditen für die Begünstigten der Fonds zu optimieren. Die Anlageklasse Private Equity ist weiterhin im Wachstumsmodus und die Renditen sind nach wie vor sehr stark. In einem insgesamt sehr positiven Marktumfeld ist es interessant zu sehen, dass Anleger in den nächsten Jahren attraktive Investitionsmöglichkeiten unter anderem in Special Situations und Distressed Debt sehen, also in Marktbereichen, die von Volatilität und Problemen einzelner Unternehmen profitieren.

Aussichten für Private Equity weltweit verbessert

Die Anleger erwarten, dass sich die Aussichten für Private Equity sowohl kurz- als auch mittelfristig weltweit weiter verbessern werden. Die einzige Ausnahme ist der Private Equity-Sektor in Nordamerika, dessen Aussichten kurzfristig als unsicherer eingeschätzt werden, was zum Teil auf Ungewissheit über mögliche steuerliche und regulatorische Änderungen sowie deren Folgen für den Sektor zurückzuführen ist. Der zuversichtliche Ausblick spiegelt die insgesamt positive Einschätzung der Anleger hinsichtlich der Aktienmärkte wider. Die Hälfte der Limited Partners ist der Auffassung, dass sich das Verhältnis von Private Equity zu börsengehandeltem Beteiligungskapital in den nächsten Jahren zugunsten von Private Equity ändern wird – nur 6% gehen von einer entgegengesetzten Entwicklung aus.

Hohe Preise und Protektionismus als Bedrohung

Die optimistische Einschätzung der Limited Partners bedeutet aber nicht, dass sie blind gegenüber den Risiken der Anlageklasse sind. Neun von zehn halten hohe Preise bei Investitionen für ein Risiko für die Private Equity-Renditen – und weit mehr als die Hälfte (60%) sehen im Protektionismus eine echte Bedrohung. Fast alle Anleger rechnen mit weiterhin guten Chancen für Private Equity-Investitionen im Bereich der Fintechs. So gehen etwa zwei Drittel der Limited Partners von einem weiteren Wachstum des Marktsegments aus. Die Aussichten für Blockchain-Anwendungen werden hingegen als weniger sicher eingeschätzt. Nur ein Viertel der Befragten ist überzeugt, dass diese Technologie in den nächsten fünf Jahren gute Perspektiven für Private Equity-Investitionen bietet.

Plattformstrategien bei Anlegern beliebt

Plattformstrategien dürften weiterhin die Unterstützung von Anlegern erhalten. Zwei Drittel der Anleger geben an, dass der erkennbare Einsatz dieser Strategien die zunehmende Fähigkeit der General Partners widerspiegelt, Wert durch operative Verbesserungen zu schaffen, indem sie ihren Portfoliounternehmen mehr als nur finanzielle Unterstützung geben und weniger auf die Exzesse eines überhitzten Marktes setzen. Die Präferenzen der Anleger bei Investitionen im Energiesektor gehen regional stark auseinander, wobei Limited Partners in Nordamerika Öl- und Gasinvestitionen gegenüber erneuerbaren Energien vorziehen und Investoren in Europa und Asien-Pazifik erneuerbare Energien gegenüber fossilen Energiequellen bevorzugen.

Anleger an Special Situations und Distressed Debt interessiert

An den Kreditmärkten sind die Anleger besonders an Special Situations und Distressed Debt interessiert – drei Viertel der Anleger erwarten, dass diese Strategien in den nächsten Jahren attraktive Chancen bieten. Die meisten Limited Partners setzen weiterhin stark auf Private Equity-Investitionen im asiatisch-pazifischen Raum, obwohl die bisherigen Renditen schwächer ausgefallen sind als in Nordamerika und Europa. Trotz des anhaltenden Engagements gibt mehr als die Hälfte der Limited Partners an, bei der Wahl der General Partners, Länder und Anlagestrategien in der Region selektiver vorzugehen. Viele Anleger erwarten, dass sich durch die jüngsten Veränderungen im geschäftlichen und wirtschaftlichen Umfeld Japans in den nächsten drei Jahren mehr Chancen für Private Equity ergeben werden. Mehr als 70% der Limited Partners in der Region Asien-Pazifik sind dieser Ansicht, ebenso wie mehr als zwei Fünftel in Nordamerika und Europa.

Beziehungen zwischen LPs und GPs

Obwohl die Hurdle-Rates, also der vereinbarte Minimalerfolg eines Fonds, nach Ansicht der meisten Anleger derzeit auf einem angemessenen Niveau liegen, wären zwei von fünf LPs unter bestimmten Umständen bereit, eine geringere Hurdle-Rate in Kauf zu nehmen – zum Beispiel als Reaktion auf Renditeänderungen oder wenn im Gegenzug andere Bedingungen des Fonds angepasst werden.

Transaktionsgebühren wichtiger Faktor für die Fondsauswahl

Die Transaktionsgebühren scheinen ein wichtiger, aber nicht entscheidender Faktor für die Fondsauswahl der Limited Partners zu sein. Für Pensionsfonds hat das Thema offenbar die größte Bedeutung, wobei ein Drittel dieser Fonds Transaktionsgebühren als einen entscheidenden Faktor für neue Kapitalzusagen nennt.

Das Global Private Equity Barometer von Coller Capital finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung Coller Capital vom 12.06.2017)


Redaktion

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