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02.04.2024

Private-Equity-Deals in Europa gingen 2023 weiter zurück

Der Abwärtstrend bei den europäische Private-Equity (PE)-Transaktionen setzte sich 2023 fort, allerdings ist jetzt eine Trendwende in Sicht.

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© alexlmx/fotolia.com

Das Jahr 2023 war herausfordernd für den europäischen Private-Equity-Markt: Die Dealaktivitäten gingen, wie schon im Vorjahr, weiter zurück, von 4063 auf 3594 Transaktionen. Noch deutlicher sank der Dealwert; er fiel um 32 % auf 259,8 Milliarden Euro (2022: 383,5 Milliarden Euro). Doch für das laufende Jahr 2024 ist eine Trendwende in Sicht, insbesondere weil die Inflationsraten in der Eurozone und im Vereinigten Königreich Anfang des Jahres auf 2,8 bzw. 4 % zurückgegangen sind. Das macht Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank bzw. der Bank of England im Verlauf des Jahres immer wahrscheinlicher. Damit würden die Kapitalkosten wieder sinken und Private-Equity-Unternehmen entlastet werden.

Dies sind einige der Kernergebnisse des Private Equity Trend Report 2024 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland. Für die Studie befragt PwC jährlich 250 Führungskräfte europäischer PE-Unternehmen mit jeweils mehr als 250 Millionen Euro verwaltetem Vermögen.

Klarer Aufwärtstrend für 2024, intensivere Analyseaktivität

„Blickt man allein auf den Rückgang bei Anzahl und Volumen der Transaktionen, übersieht man den klaren Aufwärtstrend. Der Dealwert hat im vierten Quartal 2023 das höchste Niveau seit anderthalb Jahren erreicht. Auch die Dealanzahl lag wieder deutlich über dem Vor-Corona-Niveau“, analysiert Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC Deutschland.

Trotz – oder wegen – des allgemeinen Dealrückgangs haben die europäischen PE-Investoren potenzielle Ziele intensiver als im Vorjahr analysiert – 57 % der Befragten äußerten sich so. 44 % von ihnen haben etwas mehr Assets analysiert, 13 % deutlich mehr als 2022.

Und: Die Erwartung, dass die Konflikte in der Ukraine und im Nahes Osten die Dealaktivitäten einschränken würden, haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: 60 % der Investoren verzeichneten mehr Deals. Als wesentlichen Grund dafür nannten sie realistischere Unternehmensbewertungen. Rund sieben von zehn befragten PE-Investoren nahmen 2023 außerdem den Wettbewerb um die besten Investmentziele gegenüber dem Vorjahr als intensiver war. 20 % sagten sogar, der Wettbewerb sei deutlich härter gewesen.

Die drei Top-Deals in Europa

Die drei europäischen Top-Deals waren der Erwerb des italienischen Telekommunikationsunternehmens FiberCop SpA durch die KKR & Co. (Dealwert: 21,7 Milliarden Euro), der Kauf der norwegischen Softwarefirma Adevinta ASA durch Blackstone (14,1 Milliarden Euro) und der Erwerb des britischen Tierarzneimittelproduzenten Dechra Pharmaceuticals durch die schwedische Luxinva S. A.

Drei der Top-Ten-Deals in der DACH-Region mit deutschen Targets

In der DACH-Region ging die Zahl der Transaktionen im Jahresvergleich um 15 % auf insgesamt 540 Deals zurück. Demgegenüber stieg der Wert der in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführten Transaktionen um 15 % auf 50,7 Milliarden Euro.

Die Buyout-Aktivitäten in der DACH-Region widerspiegeln die übergeordneten Trend hin zu weniger, aber größeren Transaktionen. Hier fanden insgesamt 451 Deals statt (-12 % gegenüber 2022). Ihr Gesamtwert stieg um 11 % auf 34,3 Milliarden Euro. Drei der Top-Ten-Deals fanden mit deutschen Targets statt: mit Synlab, STEAG und der Software AG.

„Das unterstreicht, dass Deutschland in der DACH-Region der wichtigste Markt für PE-Investoren bleibt, trotz eines zuletzt wirtschaftlich herausfordernden Umfelds“, so Roberts.

Der TMT-Sektor ist für PE-Investoren am attraktivsten

Bei den Sektoren interessierten sich die europäischen PE-Investoren wieder am stärksten für den Sektor Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT). Dort fanden im Jahr 2023 die meisten Deals statt (35 %, 2221 Deals). Auf Platz zwei nach Dealvolumen kam der Sektor Industrie & Chemie (15 %, 953), gefolgt von Business Services mit 13 % bzw. 824 Deals.

Ein ähnliches Bild ergab die Verteilung auf die Sektoren nach Dealwert: Der TMT-Sektor landete ebenfalls auf Platz eins mit 32 % des Gesamt-Dealwerts (148,4 Milliarden Euro). Der Transport-Sektor kam – mit deutlichem Abstand – auf Platz zwei (11 %, 50,9 Milliarden Euro), knapp dahinter Industrie & Chemie auf den dritten Rang (11 %, 49,3 Milliarden Euro).

ESG-Aspekte und Data Analytics sind langfristige Werttreiber

Für die befragten PE-Investoren spielen inzwischen ESG-Aspekte eine wichtige Rolle – und zwar nicht nur hinsichtlich Compliance und Risikomanagement, sondern als langfristige Werttreiber. So sagten 65 % von ihnen, dass ESG-Aspekte inzwischen integraler Bestandteil des Wertschöpfungskonzepts bei der Bewertung möglicher Übernahmeziele sind. 63 % überwachen außerdem fortlaufend ESG-spezifische Kennzahlen, um die Performance ihrer Portfoliounternehmen zu bewerten.

Eine weitere Erkenntnis lautet: PE-Unternehmen setzen zunehmend Technologie ein, um effizienter zu agieren und um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. 37 % der Befragten messen insbesondere digitalen Tools für das Risikomanagement eine hohe oder sehr hohe Bedeutung bei (9 bzw. 10 von 10 Punkten).

89 % der Befragten gaben an, dass ein hoher digitaler Reifegrad entscheidend für erfolgreiche Exits und höhere Renditen ist. Und 86 % haben im vergangenen Jahr in die Digitalisierung der Geschäftsmodelle ihrer Portfoliounternehmen investiert – mit Data Analytics als wichtigstem Thema (73 %), gefolgt von Cybersicherheit (49 %), Internet-of-Things-Themen (47 %) und auf künstlicher Intelligenz basierenden Anwendungen (45 %).

(PwC vom 28.03.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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