• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Risk Management 2025 and beyond: Banken durchlaufen Umbruch im Risikomanagement

12.08.2021

Risk Management 2025 and beyond: Banken durchlaufen Umbruch im Risikomanagement

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© kevers/fotolia.com

Wie die Studie „Risk Management 2025 and beyond“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab, befindet sich die Risikosteuerung in den Banken mitten in einem nachhaltigen Wandel. Insbesondere die Covid-19-Pandemie habe gezeigt, dass die Herausforderungen komplexer werden und nichtfinanzielle Risiken nur unpräzise antizipiert werden können. Die Analyse der Vergangenheit bleibt, hinzu kommt mehr und mehr die Vorhersage und der Blick auf die Risiken der Zukunft.

Dies führt zu einer umfassenden Transformation im Risikomanagement selbst, als auch der Organisation und Integration in das Geschäftsmodell einer Bank. Für die Studie wurden insgesamt 1.500 Datenpunkte ausgewertet und Vertreter von 60 internationalen Banken befragt.

Nichtfinanzielle und übergreifende Risiken im Blick

Wesentliche Herausforderungen sehen die befragten 80 Senior Risk Professionals dabei in einem stärkeren Augenmerk auf ihre operative Resilienz und die Integration der Risiken. Etwa zwei Drittel der Banken sehen den größten Veränderungsbedarf der nächsten drei Jahre bei den nichtfinanziellen Risiken. Während die meisten Banken die Abdeckung nichtfinanzieller Risiken erweitern und weiterhin in neue Fähigkeiten investieren, ist industrieübergreifend ein erheblicher Sprung erforderlich, stellen die Autoren der Analyse fest. Nur so könnten zukunftsorientierte und datengestützte Erkenntnisse gewonnen werden. Dazu zählt der Studie zufolge auch eine engere Verzahnung der Risiko- und Compliance-Funktion.

Operationelle Widerstandsfähigkeit als zentrales Element

Eine weitere Priorität liegt für die Banken darin, dass Risikoverantwortliche und ihre Teams innovative Ansätze entwickeln, um auf thematische und nichtfinanzielle Risiken einzugehen. Die größten Gefahren für die Bankenindustrie werden in Cyber-Risiken und ESG (jew. 77%), sowie zunehmender Regulation (62%) gesehen. Hinzukommen Fraud, Geldwäsche, oder die ständig wachsende Abhängigkeit von einem komplexen Netz aus Dritt-, Viert- und Fünftparteien. Da sich die wachsende Zahl an Risiken als schwer oder gar nicht vorhersagbar erweist, wird die operative Widerstandsfähigkeit zu einem zentralen Instrument für die Geschäftsführung.

Die Branche befindet sich hier noch in einem sehr frühen Stadium der Analyse. Herausforderungen im Zusammenhang mit Daten und Infrastruktur könnten dazu führen, dass die Risiken und Chancen nicht hinreichend abgeschätzt werden können. Dies führt zu teils deutlich gesteigertem Personalbedarf für den Bereich nichtfinanzieller Risiken. So wird die Frage nach den richtigen Mitarbeitern existenziell für die Institute. Konkret wird der Risikoexperte der Zukunft wahrscheinlich eine Quelle entscheidender Wettbewerbsvorteile sein, um die Einführung neuer Technologien voranzutreiben, die Risikokultur zu verbessern und Kosten zu senken. Typischerweise liegt der Anteil der Mitarbeiter im Risikomanagement der befragten Institute zwischen 2% und 4% der gesamten Belegschaft – häufig mit enormem Kostendruck auf die Risikoorganisation (bis zu 15%). Bei einigen Instituten liegt dieser Wert sogar bei mehr als 25%. Hier ergibt sich ein starkes Spannungsfeld, in dem Wert und Nutzen der Risikofunktion deutlich stärker herausgearbeitet werden müssen.

Automatisierung und Digitalisierung geht mit großen Schritten voran

Technologisch setzen die Banken zur Steuerung der Risiken verstärkt auf Big Data, künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning. In den vergangenen drei Jahren wurden in den Risiko- und Compliance-Funktionen zunehmend Lösungen aus dem Bereich Advanced Analytics eingeführt. Langfristig erhoffen sich die Banken durch die Digitalisierung des Risikomanagements Kostenreduktionen von bis zu 25%.

Die Digitalisierung der Risikosteuerung ist der Analyse deutlich vorangeschritten. Die Studienautoren beobachten signifikante Investitionen in Systeme, Tools und erweiterte Analytics-Kapazitäten über alle Linien des Three-Lines-of-Defense-Modells (TLoD). Der Aufbau dynamischer und zukunftsorientierter Szenarioanalysefunktionen, z.B. agentenbasierter und systemdynamischer Tools zur Erfassung von Kreuzrisiken und Ausreißerereignissen, wird oft erst mit künstlicher Intelligenz möglich. Dies zeigt auch die rapide Zunahme der KI-basierten Tools und Modelle, die in den Banken eingesetzt und aus Risikosicht gesteuert werden. Zahlreiche Banken haben 20, 50 oder sogar mehr als 100 entsprechende Lösungen im Einsatz.

Ganzheitlicher Ansatz erforderlich

Risikofunktionen müssen mit der Geschäftstransformation Schritt halten, um Kostenanforderungen zu begegnen, Engpässe zu kontrollieren und eine deutliche Verbesserung der Effektivität und Effizienz voranzutreiben. Mehr als 90% der befragten Institute sehen das essenzielle Mandat der Risikofunktion darin, den Risikoappetit der Bank unabhängig zu kalibrieren bzw. übergreifend zu steuern.

Die Studie „Risk Management 2025 and beyond“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung PwC Deutschland vom 12.08.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


©stockwerkfotodesign/123rf.com
Meldung

©stockwerkfotodesign/123rf.com

10.08.2022

Unternehmen im Nachhaltigkeits-Blindflug: Acht von zehn Firmen brauchen bessere Daten zu ihren CO2-Emissionen

Eine deutliche Mehrheit der deutschen Unternehmen will in den kommenden Jahren klimaneutral werden. Doch bei der Umsetzung herrschen oft noch große Defizite. Häufig fehlt eine valide Datengrundlage zur Erfassung der eigenen Emissionen. Immerhin 65% der deutschen Unternehmen wollen bis spätestens 2035 klimaneutral sein, 82% bis 2045. Bei der Umsetzung dieser Ziele hapert es allerdings noch: Zwar überwachen etwas mehr als die Hälfte (57%) der Unternehmen die eigenen CO2-Emissionen, doch erst 16% verfügen über eine detaillierte Datenbasis dafür.

Unternehmen im Nachhaltigkeits-Blindflug: Acht von zehn Firmen brauchen bessere Daten zu ihren CO2-Emissionen
Venture Capital
Meldung

© WrightStudio/fotolia.com

09.08.2022

Klimaampel springt auf rot: Stimmung auf deutschem Venture-Capital-Markt wird frostiger

Die inflationsbedingte Ankündigung steigender Leitzinsen hat bereits im 1. Quartal 2022 dazu geführt, dass das Geschäftsklima auf dem deutschen Venture-Capital-Markt eingeknickt ist. Eine historische Zinserhöhung durch die FED in den USA und Erwartungen über einen strafferen Kurs der EZB haben die Stimmung im 2. Quartal weiter auf Talfahrt geschickt, so das German Venture Capital Barometer von KfW und BVK.

Klimaampel springt auf rot: Stimmung auf deutschem Venture-Capital-Markt wird frostiger
Buchhalter, Buchhaltung, Bilanz, Prüfer, Audit
Meldung

© Robert Kneschke/fotolia.com

08.08.2022

CHRO-Studie: Die Rolle der Personalchefs hat in der Pandemie an Bedeutung gewonnen

Die Funktion der obersten Personalverantwortlichen in den großen börsennotierten Konzernen hat über die vergangenen Jahrzehnte viele Aufs und Abs erlebt. Ursprünglich in den deutschen Aktiengesellschaften auch in der Rolle als Arbeitsdirektor regelmäßig im Vorstand verankert, kämpften viele Human Ressource-Chefs über die Jahre um die Relevanz ihrer Ressorts in ihren Unternehmen. Auch durch die Pandemie ausgelöst gibt es derzeit in vielen Unternehmen eine Aufwertung der Personalverantwortlichen.

CHRO-Studie: Die Rolle der Personalchefs hat in der Pandemie an Bedeutung gewonnen
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank