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11.04.2023

Schwacher US-Außenhandel drückt auf Welthandel

In den USA entwickeln sich Exporte als auch Importe im März deutlich negativ. Der Welthandel insgesamt verliert nach einem starken Jahresanfang an Dynamik und hat eine deutliche Abwärtsbewegung vollzogen.

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© johas/fotolia.com

Der Welthandel hat sich im März deutlich schwächer entwickelt als in den Vormonaten, und das obwohl China im März den Abwärtstrend der Vormonate stoppen und insbesondere Zuwächse der Importe verbuchen konnte. Dies geht aus dem jüngsten Update des Kiel Trade Indicator hervor (Vormonatsvergleich, preis- und saisonbereinigt). In den USA entwickeln sich Exporte als auch Importe im März deutlich negativ. Die Indikatorwerte für Europa fallen leicht negativ aus. Für Russland zeigt der Indikator ein deutliches Importplus an.

Welthandel verliert an Dynamik

Der Welthandel insgesamt verliert nach einem starken Jahresanfang an Dynamik und dürfte laut jüngstem Update des Kiel Trade Indicator mit einem Minus von 3,8 % eine deutliche Abwärtsbewegung vollzogen haben (preis- und saisonbereinigt). Vor allem für die USA signalisiert der Indikator im März im Vergleich zum Februar ein deutliches Minus der Importe (-4,7 %) und der Exporte (-4,0 %). Die Entwicklung in Nordamerika beeinflusst auch maßgeblich die Abschwächung des Welthandels.

„Nachdem die amerikanische Bevölkerung das in der Pandemie angesparte Vermögen ausgegeben hat, scheinen die Menschen aufgrund der Inflation wieder mehr zu sparen und somit weniger für Konsumprodukte aus Übersee auszugeben. Die größten Containerhäfen der USA an den jeweiligen Küstenregionen (Los Angeles/Long Beach, Houston und New York/New Jersey) haben teilweise Monatsrückgänge von etwa 10 % verbucht“, sagt Vincent Stamer, Leiter Kiel Trade Indicator.

Kehrtwende beim Handel zwischen Europa und China?

China konnte im März den Abwärtstrend der Vormonate stoppen: Es zeichnet sich ein deutliches Plus der Importe (+5,5 %) und eine positive Tendenz der Exporte (+1,6 %) ab. Auch für Russland scheint sich ein Zuwachs des Außenhandels abzuzeichnen mit einem Plus der Importe im Vergleich zum Vormonat von 7,4 % und der Exporte von 2,6 %. Die Indikatorwerte für Europa insgesamt und Deutschland sind leicht negativ.

Nachdem die Frachtmenge im Roten Meer etwa ein Jahr zeitweise deutlich unter den eigentlich zu erwartenden Mengen blieb, erreichte sie im März wieder erwartete Größenordnungen. Dies könnte nach schwachen Wintermonaten im Handel zwischen Europa und China nun eine Kehrtwende signalisieren. Betrachtet man im Roten Meer nur die Fahrtrichtung von Asien nach Europa, zeigt die Analyse, dass asiatische Exporte nach Europa zwar nicht über die Erwartungen hinausgewachsen sind, diese jedoch zumeist getroffen haben. Maßgeblich für den Rückgang der Frachtmenge im Roten Meer im vergangenen Jahr waren also Warenflüsse aus Europa (und zu geringerem Teil aus Nordamerika) nach Asien.

Warenexporte von Europa nach Asien haben Schwächephase durchlebt

Als Resultat des schwächeren Handels zwischen Asien und Europa, sowie als Ergebnis von neu ausgelieferten Containerschiffen, sind die kurzfristig verhandelten Frachten (Spotraten) für Containertransporte auf das Vorkrisenniveau zurückgefallen. Mit Frachtraten von 1.400 US-Dollar für den Transport eines Containers von China nach beispielsweise Deutschland liegen die Frachtraten bei 10 % ihres Höchststandes aus dem Herbst 2021. Dieser Trend könnte auch europäische Importe aus Fernost in den kommenden Monaten kostengünstiger werden lassen.

Auffällig ist gleichzeitig, dass Frachtraten von Europa nach Asien im gesamten Zeitraum seit der Pandemie im Trend leicht gefallen sind. Dies ist ebenfalls ein Indiz dafür, dass Warenexporte von Europa nach Asien eine Schwächephase durchlebt haben.

(ifW Kiel vom 06.04.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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