12.07.2018

Stimmung auf dem Kreditmarkt unverändert gut

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© ferkelraggae/fotolia.com

Das Finanzierungsklima der Unternehmen in Deutschland hat sich im zurückliegenden Jahr nochmals verbessert und somit ein neues Allzeithoch erreicht. In der Unternehmensbefragung 2018, die die KfW gemeinsam mit Spitzenverbänden sowie Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchführt, berichten nur 12,5 % der befragten Firmen von Schwierigkeiten beim Kreditzugang (-2,6 % gegenüber dem Vorjahr). Dies ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2012.

Demgegenüber geben 54,3 % der Unternehmen an, dass der Kreditzugang „leicht“ sei. Allerdings sind junge und kleine Unternehmen wie bisher häufiger von Schwierigkeiten beim Kreditzugang betroffen als große Unternehmen. So melden 24,4 % der kleinen Unternehmen (bis 1 Mio. EUR Umsatz) Schwierigkeiten beim Kreditzugang. Das sind rund 14-mal so viele wie unter den Unternehmen mit über 50 Mio. EUR Umsatz. Junge Unternehmen (weniger als sechs Jahre alt) berichten mit 25,9 % noch häufiger über Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme.

Bankkredite weiterhin wichtige Finanzierungsquelle

Bankkredite sind unverändert eine wichtige Finanzierungsquelle: 52,2 % der Unternehmen haben im letzten Jahr Kreditverhandlungen geführt. Allerdings hat sich dieser Anteil in den zurückliegenden Jahren verringert. Am häufigsten werden Investitionskredite für Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge oder Einrichtungen mit 49,6 % nachgefragt. Auf den Positionen zwei und drei rangieren wie im Vorjahr Immobilienkredite (40,3 %) sowie Betriebsmittelkredite (32,9 %).

„Nie war der Zugang zu Krediten für die Unternehmen in Deutschland so einfach wie aktuell. Sorgen vor einer zu hohen Verschuldung der Unternehmen wie in vielen anderen Ländern muss man sich in Deutschland jedoch nicht machen. Im internationalen Vergleich ist der Schuldenstand der Unternehmen in Deutschland niedrig, ihre Kreditwürdigkeit hingegen hoch. Vor allem die hohe politische Unsicherheit steht einer Investitionsoffensive im Weg“, kommentiert der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, die Ergebnisse der Unternehmensbefragung 2018.

Das insgesamt sehr gute Finanzierungsklima spiegelt sich in den Ratingnoten der Unternehmen wider, die sich erneut auf breiter Front verbessert haben. Gut 32 % der Unternehmen melden Verbesserungen ihrer Ratingnote gegenüber 7,3 % mit Verschlechterungsmeldungen. Der Saldo (Verbesserungs- abzüglich Verschlechterungsmeldungen) nimmt gegenüber dem Vorjahr um 4 Punkte zu. Auch dies ist positiv zu bewerten, da die Kreditinstitute ihre Kreditentscheidung und -konditionen an den Ratingnoten orientieren.

Unternehmen sorgen sich um Fachkräftemangel und nachlassende Konjunktur

Dem guten Finanzierungsklima zum Trotz sehen die Unternehmen auch Einschränkungen ihrer Geschäftstätigkeit: Sorgen bereiten ihnen vor allem der drohende Fachkräftemangel (79,6 %) und das Nachlassen der Konjunktur (52,0 %). Große Unternehmen sowie Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes fürchten einen wachsenden Protektionismus, internationale Krisen, ungünstige Wechselkurse oder Handelssanktionen deutlich mehr als eine Verschlechterung des Finanzierungsumfeldes.

(Pressemitteilung KfW vom 12.07.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©aksanakoval / 123rf

23.09.2022

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg

Laut des M&A-Marktreports zum Bereich Environmental, Social & Governance Technology (ESG) des M&A-Beratungsunternehmens Hampleton Partners zielten in der ersten Jahreshälfte 2022 weltweit 93 Deals auf ein ESG-Unternehmen ab – das ist ein Anstieg von 173% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019. Der Environmental, Social & Governance Technology M&A Market Report von Hampleton Partners untersucht Transaktionen, die in den letzten fünf Jahren auf Unternehmen abzielten, die sich auf ESG-Techunterstützung spezialisiert haben. Der Schwerpunkt liegt auf Software, Outsourcing-Services und Beratung sowie auf Technologielösungen im weiteren Sinne.

Das Klima im Fokus: M&A-Transaktionen im ESG-Sektor im Anstieg
Dividende
Meldung

© Coloures-pic/fotolia.com

23.09.2022

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger

Noch nie schütteten die DAX-Konzerne so viel Dividenden aus wie in diesem Jahr: 51 Mrd. € gingen an die Investoren. Im Jahr zuvor waren es nur 36 Mrd. € gewesen. Deutsche Anleger haben allerdings wenig vom Geldregen durch die DAX-Dividenden, denn die Wertpapiere von Deutschlands Top-Index befinden sich mehrheitlich – zu 53% – in der Hand ausländischer Investoren. Anleger aus Deutschland besitzen lediglich etwas weniger als ein Drittel (30%) der Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes. Bei mindestens 24 der 40 DAX-Konzerne liegt der Analyse zufolge die Mehrheit der Aktien in Depots im Ausland. Deutsche Investoren halten dagegen nur bei vier Unternehmen mehr als 50% der Anteile.

Rekord-Dividende der DAX-Konzerne fließt zum Großteil an ausländische Anleger
KI, Künstliche Intelligenz, Roboter, Zukunft, Industrie 4.0
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

22.09.2022

Künstliche Intelligenz: Unternehmen wünschen sich mehr Kontrolle

Wenn Unternehmen über den Einsatz Künstlicher Intelligenz nachdenken, müssen sie sich mit grundlegenden Fragen beschäftigen: Wie können die Verantwortlichen Entscheidungen, die eine KI-Anwendung trifft, transparent gestalten? Wie beherrschen sie mögliche Risiken des KI-Einsatzes? Die Antworten darauf sind wesentlich für die Akzeptanz der Technologie durch Verbraucherinnen und Verbraucher. Laut einer Studie glaubt die Mehrheit, dass KI bei Kundinnen und Kunden einen Vertrauensvorschuss genießt. Gleichzeitig wünschen sich die Teilnehmenden der Studie mehr Kontrollmechanismen.

Künstliche Intelligenz: Unternehmen wünschen sich mehr Kontrolle
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank