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06.11.2022

Studie zur Entwicklung der Vermögensverwaltung: Wealth Management wird für Finanzdienstleister immer attraktiver

Studie zur Entwicklung der Vermögensverwaltung: Wealth Management wird für Finanzdienstleister immer attraktiver

© sakkmesterke/fotolia.com

Gestörte Lieferketten, steigende Energiepreise und eine schwächelnde Konjunktur infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs beeinträchtigen derzeit die Entwicklung der Vermögen auf der ganzen Welt. Doch ihr Wachstum dürfte sich mittelfristig fortsetzen. In der Studie „In a New World: Time for Wealth Management Firms to Shift Course“ erwartet die Unternehmensberatung Bain & Company bis 2030 einen weltweiten Anstieg der liquiden Vermögen um gut 90 Billionen USD auf dann 229 Billionen USD. Damit wird das Wealth Management mit seinem hohen Anteil wiederkehrender Erträge und seiner großen Kapitaleffizienz für Finanzdienstleister noch attraktiver. Bis zum Ende der Dekade werden sich die Umsätze der Bain-Prognose zufolge auf 509 Mrd. USD verdoppeln.

Ausbau des digitalen Angebots muss forciert werden

Doch die Herausforderungen sind momentan groß. Finanzdienstleister müssen ihr Angebot, ihren Vertrieb und ihr Geschäftsmodell umgestalten, wollen sie auch in den kommenden Jahren im Wealth Management erfolgreich sein, erklären die Studienautoren. Das liege nicht zuletzt an den veränderten Bedürfnissen der nach 1981 geborenen Generationen Y und Z. Schätzungsweise 250 Mio. von ihnen würden 2030 ein jährliches Einkommen von mehr als 100.000 USD haben und damit zur potenziellen Kundschaft gehören.

Veränderte Ansprüche der Generationen Y und Z fordern neue Geschäftsmodelle und Angebote

Die Generationen Y und Z beschäftigen sich mit dem Thema Kapitalanlage deutlich mehr als ihre Eltern und agieren selbstständiger, stellen die Studienautoren fest. Finanzdienstleister müssten daher mit Hochdruck ihr digitales Angebot ausbauen. In entscheidenden Situationen sei jüngeren Wohlhabenden eine individuelle persönliche Beratung ebenfalls wichtig. Entsprechend würden sich in Zukunft auch in der Vermögensverwaltung die Erwartungen der Klientel nur mit einem hybriden Ansatz erfüllen lassen.

Rasches Handeln in Wachstumssegmenten gefordert

Laut der Studienautoren wird 2030 mehr als die Hälfte des Vermögens in ESG-konformen Produkten, Digital Assets sowie in Private Equity und Private Debt angelegt sein. Bei den Kapitalanlagen bahnen sich ebenfalls weitreichende Veränderungen an.

In der Bain-Studie werden vier Zukunftsmärkte hervorgehoben:

Nachhaltigkeit: Für drei von vier Mitgliedern der Generation Y ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Anlagekriterium. Der Anteil ESG-konformer Produkte wird nach Bain-Schätzungen bis 2030 auf 46% des verwalteten Vermögens steigen.

Private Equity und Private Debt: Die Überrenditen gerade großer Private-Equity-Anbieter führen zu einer vermehrten Nachfrage nach Anlagelösungen jenseits der öffentlich regulierten Märkte.

Digital Assets: Mit zunehmender Professionalisierung werden rein digitale Anlagemöglichkeiten wie Kryptowährungen zu einem festen Bestandteil im Portfolio. Ihr Anteil erhöht sich in den kommenden fünf Jahren auf 1 bis 5% des verwalteten Vermögens.

Lösungen für den Ruhestand: Ein weiteres Wachstumssegment ergibt sich aus dem Renteneintritt der Babyboomer. Gefragt sind Lösungen, die weiblichen wie männlichen Pensionären einen sicheren und komfortablen Lebensabend ermöglichen.

Aus Sicht der Studienautoren haben Finanzdienstleister in der DACH-Region noch jede Menge Handlungsbedarf. Viele würden bei Zukunftsthemen wie ESG-konformen Produkten und Digital Assets zu zögerlich agieren. Zugleich fehl es ihnen an attraktiven Lösungen, die den Bedürfnissen der Babyboomer im Ruhestand gerecht werden.“

Komplettanbieter, Kundenmagnet oder Nischenplayer werden am Wachstum teilhaben

Insbesondere drei Geschäftsmodelle versetzen Private-Wealth-Anbieter in die Lage, die vielfältigen Wachstumschancen zu nutzen: als integrierter Komplettanbieter, Kundenmagnet oder als Nischenplayer. Gerade große Finanzdienstleister können, je nach Ausgangslage auch über gezielte Übernahmen, das gesamte Leistungsspektrum in der Vermögensverwaltung abdecken. Zugleich decken sie mit einer konsequenten Digitalisierung die Bedürfnisse jüngerer Gutverdiener ab und erschließen so eine neue Kundengruppe. Die Kundenmagneten dagegen konzentrieren sich auf die Beratung einer möglichst großen Zahl von Vermögenden und setzen bei nachgelagerten Prozessen auf die Leistungen Dritter. Nischenplayer legen ihren Fokus hingegen auf ein spezielles Kundensegment und spielen hier ihre Stärken entlang der Wertschöpfungskette aus.

Auch DACH-Region ist ein gutes Pflaster

Finanzdienstleistern mit klarer Positionierung bieten sich in den kommenden Jahren auch in der DACH-Region erhebliche Wachstumsmöglichkeiten in der Vermögensverwaltung: Die neue Generation Wohlhabender und Gutverdienender löst sich aus der traditionellen Hausbankbeziehung und entscheidet sich bewusst für einen Wealth-Manager ihrer Wahl“, betonen die Autoren der Studie. Wer sich im Wettbewerb durchsetze, könne nicht nur steigende Umsätze und Gewinne realisieren. Vielmehr könnte sich auch die Marktkapitalisierung börsennotierter Vertreter verdoppeln.

Die Bain-Studie „In a New World: Time for Wealth Management Firms to Shift Course“ ist hier zu finden.

(Pressemitteilung Bain & Company vom 04.11.2022)


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