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18.09.2023

Transparenz zu ESG-Zielen eines der wichtigsten CFO-Themen

Autokonzerne auf der Überholspur

©Elnur Amikishiyev/123rf.com

Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben stellt die zunehmende Regulatorik dar, für die CFOs in den meisten untersuchten Unternehmen verantwortlich zeichnen.

Die Transformation zum Business Partner ist zwar schon seit Jahren ein festes Ziel von CFOs, aber erst die Auswirkungen der Multi-Krise aus Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Lieferketten-Störungen und Inflation sowie die großen Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit rücken Finanzvorstände stärker ins Zentrum der Unternehmenssteuerung. So nehmen 85 % der CFOs den zunehmenden Druck zur Digitalisierung als Treiber für große Veränderungen in den kommenden Jahren wahr. Zusätzlich beschäftigt rund 80 % der CFOs die ESG-Regulatorik – und hier insbesondere die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten –, während 76 % zeitgleich die Bewältigung der Folgen der aktuellen Krisenherde als wichtigste Zukunftsaufgabe sehen. Nur 40 % der Finanzchefs schätzen, dass ihr Bereich derzeit sehr oder eher gut aufgestellt ist, um auf Krisen zu reagieren.

Dies sind Ergebnisse der neuen Lünendonk-Studie 2023 „Finance Transformation 2025 – Die Finanzfunktion auf die Zukunft ausrichten“ (Download hier), die in fachlicher Zusammenarbeit mit KPMG erstellt wurde.

Mit Finance Transformation zum Business Partner

Um den Weg zum Business Partner bei gleichzeitigem Fachkräftemangel erfolgreich beschreiten zu können, wird der Einsatz digitaler Technologien entscheidend sein, etwa um die zunehmende ESG-Regulatorik effektiver und effizienter bewältigen zu können oder den Wandel zum datengetriebenen Unternehmen voranzubringen. Mit Prozessoptimierungen und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI), wie zum Beispiel Machine Learning (ML), Generative AI oder Robotic Process Automation (RPA), wollen die befragten CFOs die Effizienz und Effektivität erhöhen, indem mehr Routineaufgaben automatisiert werden.

Damit die Finanzabteilung in Zukunft besser für die Früherkennung und Bewältigung von Krisen aufgestellt ist, priorisieren die befragten CFOs und Finanzverantwortlichen eine ganze Reihe von Aufgabenfeldern. Besonders hoch werden Themen rund um das Datenmanagement eingestuft. So steht in 56 % der untersuchten Unternehmen die Etablierung einer einheitlichen Datenbasis stark oder sogar sehr stark im Fokus. „Ein wichtiges Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, ist eine stärkere Harmonisierung, Zentralisierung und Standardisierung der Datenhaltung“, verdeutlicht Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor. „In Kombination mit End-to-End-Prozessen unterstützen dabei digitale Technologien wie Chatbots, Self-Service Business Intelligence (BI), Process Mining und RPA. Damit wird der Aufwand für Routineaufgaben wie Datenbeschaffung, Plausibilisierung und Validierung sowie Berichterstellung deutlich reduziert.“

Höhere Geschwindigkeit im Reporting

Mehr Effizienz im Datenmanagement und eine höhere Geschwindigkeit im Reporting wollen 50 % der Befragten erreichen, indem sie einen stärkeren Fokus auf den Aufbau eines vordefinierten und erweiterbaren Kennzahlen- und Datenkatalogs legen. Neben der Optimierung des Datenmanagements werden die untersuchten Finanzfunktionen in den kommenden Jahren den Schwerpunkt auf die unternehmensweite IT-Integration der Planungsprozesse (58 %) und auf die Optimierung der eingesetzten BI-Werkzeuge (56 %) legen.

„Im Rahmen der Finanztransformation liegt der Fokus in den kommenden Jahren in den meisten Unternehmen auf dem Aufbau von mehr Datenkompetenz und der Optimierung des Datenmanagements. Datenarchitekturen müssen modernisiert, Silos aufgelöst und End-to-End-Prozessketten unternehmensweit etabliert werden“, ergänzt Tobias Ganowski, Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder. „Die Studie zeigt jedoch, dass die deutliche Mehrheit der Unternehmen beim Aufbau von End-to-End-Prozessketten noch am Anfang steht und erst 26 % der Befragten sich als fortgeschritten einstufen.“

Herausforderung ESG-Regulatorik

Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben stellt die zunehmende Regulatorik dar, für die CFOs in den meisten untersuchten Unternehmen verantwortlich zeichnen. 78 % der Befragten geben daher an, dass Nachhaltigkeit in der Unternehmenssteuerung große Auswirkungen auf die Arbeit der Finanzfunktion hat. Insbesondere die Nachhaltigkeitsberichterstattung um die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) steht dabei im Fokus. In vier von zehn Unternehmen ist die Finanzfunktion bereits mit der Sammlung und Aufbereitung von Daten für das regulatorische Berichtswesen betraut. Bis 2025 sollen 71 % der Finanzfunktionen diese Aufgabe übernehmen. „Derzeit mangelt es in den meisten Unternehmen an Transparenz bezüglich der ESG-Kennzahlen. Für ein wirksames und systematisches ESG-Reporting gilt es, Massen an Daten zusammenzuführen und aufzubereiten. Hierzu stehen allerdings in den meisten Finanzabteilungen weder ausreichend Mitarbeitende noch smarte Lösungen für die Datenaufbereitung zur Verfügung“, berichtet Zillmann.

(Lünendonk vom 14.09.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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