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16.06.2022

World Wealth Report 2022: Nordamerika behält den Spitzenplatz bei Anzahl der Millionäre und deren Gesamtvermögen

Die Anzahl der High Net Worth Individuals ist weltweit um 7,8% gestiegen. Das Gesamtvermögen dieser Personengruppe hat dabei im Jahr 2021 um 8% zugenommen, so der aktuelle World Wealth Report von Capgemini. Der Zuwachs wird auf die sich 2021 erholenden Volkswirtschaften und den prosperierenden Aktienmarkt zurückgeführt. Nordamerika setzte seinen Wachstumskurs fort und verzeichnete sowohl mit 13,2% Zuwachs bei der Anzahl der HNWI als auch mit einem Plus von 13,8% beim Gesamtvermögen die weltweit höchsten Werte. Die Asien-Pazifik-Region, die in den letzten zehn Jahren immer den stärksten Zuwachs an HNWI verzeichnete, landete nun durch den schwachen Anstieg bei Anzahl (4,2%) und Gesamtvermögen (5,4%) der HNWI im Jahr 2021 auf dem dritten Platz hinter Europa.

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High Net Worth Individuals (HNWI) sind definiert als Personen mit einem investierbaren Vermögen von 1 Mio. USD oder mehr, mit Ausnahme von Hauptwohnsitz, Sammlerstücken, Verbrauchs- und Gebrauchsgütern. Ultra-HNWI sind definiert als HNWI mit einem investierbaren Vermögen von 30 Mio. USD oder mehr; Millionäre von nebenan sind definiert als HNWI mit einem investierbaren Vermögen zwischen 1 Mio. USD und 5 Mio. USD; Mittlere (Mid-Tier) Millionäre sind definiert als HNWI mit einem investierbaren Vermögen zwischen 5 Mio. USD und 30 Mio. USD.

Europa überholt die Region Asien-Pazifik im Wachstum bei Anzahl der Millionäre

Die meisten HNWI weltweit kommen im Jahr 2021 aus den Ländern USA, Japan, Deutschland und China. Insgesamt konzentrieren sich 63,6% aller USD-Millionäre weltweit in diesen Ländern. Gegenüber 2020 ist der Anteil dieser vier Länder um 0,7 Prozentpunkte gestiegen. Das größte Wachstum wurde im Segment der besonders reichen Ultra-HNW (Personen ab einem investierbaren Vermögen von mehr als 30 Mio. USD) festgestellt: Deren Anzahl und Gesamtvermögen stiegen um 9,6% und 8,1% respektive. Im Segment der mittleren Millionäre (5-30 Mio. USD) stiegen die Anzahl und das Gesamtvermögen um 8,5% bzw. 8,4%. Bei den sog. „Millionären von nebenan“ (1-5 Mio. USD Vermögen) war der Anstieg sowohl bei der Anzahl (7,7%) als auch dem Gesamtvermögen (7,8%) im Vergleich zu den beiden anderen Segmenten am geringsten. Laut der Studie nehmen die unterschiedlichen Wachstumsraten zwischen den Vermögensklassen immer weiter ab. Dies weist auf sich angleichende Wettbewerbsbedingungen wie z.B. ein verbesserter Informationszugang für alle Anleger und die Demokratisierung der Anlageklassen hin.

Fast 100.000 mehr Dollar-Millionäre in Deutschland (plus 6,4%)

In Deutschland wuchs die Anzahl der HNWI von 2020 bis 2021 um 6,4% (2019-2020: 4,7%) auf 1.633.000 Dollar-Millionäre. Das sind 97.900 HNWI mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Gesamtvermögen der deutschen HNWI stieg um 7,4%, nachdem es im Vorjahreszeitraum (2020) um 6,8% gestiegen war.

Neue Kundensegmente müssen durch eine angepasste Ansprache erschlossen werden

Die Zusammensetzung der HNWI wird immer diverser, anteilig finden sich immer mehr Frauen, Millennials sowie Mitglieder der Generation Z und Tech-Wealth HNWI unter den Millionären. Diese aufstrebenden Kundensegmente haben in Bezug auf ihr Anlageverhalten jeweils eigene Werte, Präferenzen und Anforderungen, die viele Vermögensverwaltungsfirmen derzeit nicht erfüllen können. Dies führt dazu, dass viele dieser HNWI zu anpassungsfähigeren Wettbewerbern oder kleineren Family Offices wechseln.

Die folgenden Fakten unterlegen diese Annahme:

· In den nächsten zwei Generationen wird 70% des weltweiten Vermögens an Frauen aller Vermögensklassen vererbt werden. Diese legen einen besonderen Wert auf Gebührentransparenz, Datensicherheit und erwarten mehr Aufklärung darüber, wie sie ihr Vermögen vermehren können.

· 39% der Millennials unter den HNWI haben im vergangenen Jahr aufgrund mangelnder Transparenz ihren Vermögensverwalter gewechselt. Sie sind häufig auf der Suche nach neuen Anbietern, da sie sich mehr digitale Interaktion, Aufklärung und Komfort wünschen.

· Durch den Tech-Boom und die Zunahme von Venture-Capital-finanzierten Einhorn-Unternehmen ist eine besondere Gruppe von vermögenden HNWI entstanden, die ein enormes Potenzial für Vermögensverwaltungsunternehmen darstellt. Allerdings geben nur 27% der Unternehmen an, diese Interessenten aktiv anzusprechen.

Die neue Welle von HNWI hat spezifische Kundenbedürfnisse, worauf Vermögensverwalter ihre Geschäftsstrategien anpassen sollten. Um diese wachsenden Kundensegmente gezielt zu erschließen, müssen Wealth-Management-Firmen laut dem Report mehr und differenziertere personalisierte Services und Kundenerlebnisse anbieten. Auch gälte es durch Ansätze wie die Zusammenarbeit im Ökosystem, umfassende digitale Lösungen und eine größere Vielfalt bei der Einstellung neuer Talente Vertrauen aufzubauen.

Erwartungen an Daten und ESG steigen

Der Vermögensverwaltungssektor durchläuft eine Diversifizierung der Anlageoptionen, von nachhaltigen Investitionen (Sustainable Investing) bis hin zur zunehmenden Verbreitung digitaler Vermögenswerte. Da ESG immer wichtiger wird, müssen die Vermögensverwaltungsunternehmen in diesem Bereich mehr Aufklärung leisten und eine umfassende Produktauswahl für HNWI anbieten. Der Report zeigt auf, dass weltweit 55% der HNWI Investitionen in Projekte mit positiven ESG-Auswirkungen für wichtig halten. 64% der HNWI fragen nach ESG-Scores, um mehr über die gesellschaftlichen Auswirkungen eines Fonds zu erfahren. Für 40% der Vermögensverwalter ist es jedoch eine Herausforderung, die ESG-Auswirkungen darzustellen.

Wealth-Management-Firmen müssen datengesteuerte Fähigkeiten nutzen

Die Zunahme und Komplexität neuer Anlagemöglichkeiten wie nachhaltiges Investieren und digitale Vermögenswerte hat dem World Wealth Report zufolge einen entscheidenden Einfluss auf die Vermögensverwaltungsbranche. Vermögensverwalter müssen mehr Zeit in spezifische Schulungen zu den aktuellen Trends investieren, um ihre Kunden rechtzeitig diesbezüglich aufklären zu können. Nur so werden sie ihre Kunden langfristig halten, so die Empfehlung der Studienautoren. Darüber hinaus sollten Vermögensverwaltungsunternehmen, die in eine neue Ära digitaler Vermögenswerte eintreten, relevante Partnerschaften nutzen, um ein diversifiziertes digitales Angebotsportfolio für Kunden zu priorisieren.

Chief Customer Officers für ein besseres Kundenerlebnis

Immer mehr Vermögensverwaltungsunternehmen haben die Rolle des Chief Customer Officer (CCO) eingeführt, um die Nähe zu den Kunden zu fördern und sie in den Mittelpunkt des Vermögensverwaltungsprozesses zu stellen. Der CCO konzentriert sich auf die Orchestrierung von Digitalisierungsmaßnahmen und das Datenmanagement im gesamten Unternehmen, um die sich entwickelnden und komplexen Kundenanforderungen zu erfüllen und die Kundenbindung zu stärken.

Der World Wealth Report kommt zu dem Schluss, dass Vermögensverwalter hyper-personalisierte Kundenerlebnisse bieten können, wenn sie Automatisierung und datengesteuerte Erkenntnisse priorisieren, um die Kundenerwartungen der immer diverseren Millionärssegmente zu erfüllen. Dem Bericht zufolge werden die CCOs eine wesentliche Rolle beim Aufbau eines integrativen Kunden-Ökosystems spielen und gleichzeitig ihre Beraterfähigkeiten durch verwertbare Datenanalysen verbessern. Auf diese Weise können die Unternehmen auf einen One-Stop-Shop-Ansatz hinarbeiten. Dieser soll alle Kundenbedürfnisse auf bequeme Art und Weise erfüllen, die dem individuellen Lebensstil und den Vorlieben der Kunden Rechnung tragen und letztlich das Geschäftswachstum fördern.

Weitere Informationen zum World Wealth Report 2022 finden Sie hier.

(Pressemitteilung Capgemini vom 14.06.20222)


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