• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Finanzierung der Tech-Start-ups geht mehr in die Breite

12.03.2019

Finanzierung der Tech-Start-ups geht mehr in die Breite

Beitrag mit Bild

© tashatuvango/fotolia.com

Die aktuell 100 größten deutschen Tech-Start-ups konnten seit ihrer Gründung zusammen 8,1 Milliarden US-Dollar von Investoren einsammeln. Im Ranking steht die Auto1 Group an der Spitze, die seit ihrer Gründung knapp 1,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt hat. Mit einigem Abstand folgen die Musikstreaming-Plattform SoundCloud mit 468 Millionen Euro sowie der Modehändler About You mit 300 Millionen Euro. Auto1 hat auch bezogen auf das Jahr 2018 die größte Finanzierungsrunde von 560 Millionen US-Dollar vorzuweisen.

Ein Schwerpunkt liegt mittlerweile auf dem Finanzsektor: Jedes fünfte (21 Firmen) unter den Top-100-Start-ups ist ein FinTech (Vorjahr 14).

Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Finanzierung deutscher Start-ups weniger stark geprägt von einzelnen Großinvestitionen. Deutsche Tech-Start-ups sind in der Breite attraktiv für Risikokapitalinvestoren.

Die meisten Übernahmen werden noch immer aus dem Ausland getätigt: 53 Prozent der M&A-Aktivitäten entfielen auf ausländische Investoren, 47 Prozent auf einheimische. Vor allem unsere europäischen Nachbarn werfen einen Blick auf den deutschen Markt: Zwei Drittel aller Deals mit ausländischer Beteiligung entfielen auf europäische Investoren. Unter den Investoren dominieren Strategen – also andere Unternehmen –, die durch Akquisitionen bisher fehlende oder nicht ausreichend entwickelte digitale Geschäftsbereiche auf- oder ausbauen. Während Finanzinvestoren insbesondere in Wachstumsfinanzierungen dominieren, treten diese kaum als Investoren bei Übernahmen auf. IPOs spielten auch eine gewisse Rolle.

Das sind Ergebnisse der aktuellen EY-Studie „Fast growth beyond borders: Tech start-ups reshaping the economy“. Untersucht wurden Finanzierungen, Fusionen und Übernahmen sowie IPOs der zum Stichtag 31. Dezember 2018 größten deutschen Tech-Start-ups.

„Für junge deutsche Technologiefirmen hat sich der Zugang zu Risikokapital in der Breite weiter verbessert“, sagt Dr. Thomas Prüver, Partner in der Transaktionsberatung von EY und zuständig für Technologietransaktionen. „Die Finanzierung der Tech-Start-ups war 2018 viel differenzierter als in den Vorjahren und hat sich weniger auf einige große Unternehmen konzentriert.“

Die großen Handels- und Lieferplattformen Delivery Hero, HelloFresh, Westwing und Home24 gingen in der jüngsten Vergangenheit an die Börse. Sie hatten das letztjährige Ranking noch maßgeblich geprägt.

„Derzeit hebt sich vor allem die FinTech-Branche ab, die die meisten Unternehmen in den Top 100 stellt und das zweithöchste Finanzierungsvolumen aufweist“, so Prüver. „Gerade FinTechs mit einem bereits funktionierenden Geschäftsmodell konnten zuletzt das Interesse von Investoren wecken.“

Als langfristigen, branchenübergreifenden Trend hat Prüver das Thema Künstliche Intelligenz identifiziert: „Das Hauptaugenmerk der Gründer wird sich in Richtung Künstliche Intelligenz verschieben. Wir sehen in ihr die Schlüsseltechnologie hinter vielen künftigen Geschäftsmodellen.“

Neue Investoren bringen Investitionsvolumen von 6,4 Milliarden US-Dollar mit

Die Geschäftsmodelle vieler Tech-Start-ups und der attraktive deutsche Markt ziehen weiterhin Investoren an. Alleine 2018 haben 26 Venture-Capital-Fonds aus dem In- und Ausland ihren Eintritt in den deutschen Markt angekündigt. „Insbesondere das hohe Interesse ausländischer Investoren ist ein gutes Zeichen für die künftige Start-up-Finanzierung“, so Prüver. „Sie sind eher bereit und finanziell auch in der Lage, in spätere Finanzierungsrunden zu investieren oder sich an potenziellen ‚Einhörnern‘ zu beteiligen.“

Zahl der M&A Deals nimmt ab

Bedingt durch das insgesamt verbesserte Finanzierungsumfeld insbesondere in Wachstumsphasen, sinken die M&A-Aktivitäten im Start-up-Segment. Nach 155 Fusionen und Übernahmen 2016 und 138 im Jahr 2017 ging die Zahl im vergangenen Jahr auf 129 weiter zurück. Unternehmen haben durch mehr Risikokapital die Chance weiter zu wachsen und wählen den sogenannten Exit durch eine Übernahme tendenziell später in ihrer Entwicklung.

„Wir werden dennoch im laufenden Jahr einige große Übernahmen von erfolgreichen Start-ups sehen“, erwartet Prüver. „Der kommerzielle Erfolg einiger Start-ups hat das Interesse von anderen Marktteilnehmern geweckt.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung EY vom 11.03.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

Corporate Finance

08.10.2026

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken

Die Finanzfunktion erlebt aktuell einen tiefgreifenden Wandel. Künstliche Intelligenz, intelligente Automatisierung, datengetriebene Steuerung und neue Formen der Zusammenarbeit verändern nicht nur Prozesse, sondern auch die Rolle von CFOs und Finance-Teams grundlegend. Die Future Finance Conference 2026 greift diese Entwicklungen auf und bietet eine Plattform für alle, die die Zukunft von Finance aktiv mitgestalten wollen.  Am

Future Finance Conference 2026: Finance neu denken
Meldung

© WrightStudio/fotolia.com

08.10.2026

Deutscher Wagniskapitalmarkt erlebt sehr starkes drittes Quartal

Der deutsche Venture-Capital-Markt hat ein sehr erfolgreiches drittes Quartal erlebt. Hiesige Start-ups sammelten mehr als 4,5 Milliarden Euro ein – das war nochmal ein gutes Drittel mehr als im starken Vorquartal und fast viermal mehr als im dritten Quartal 2025. Gemessen am Dealvolumen war es das stärkste Quartal seit dem vierten Quartal 2021. Insgesamt erhielten

Deutscher Wagniskapitalmarkt erlebt sehr starkes drittes Quartal
Meldung

©Sondem/fotolia.com

07.10.2026

Deutsche Auslandsinvestitionen: Seit 2010 mehr als verdoppelt

Deutsche Unternehmen haben den Wert ihrer Direktinvestitionen im Ausland seit 2010 mehr als verdoppelt. Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen im Ausland lag im Jahr 2024 (letztverfügbarer Datenstand) bei 1.689 Milliarden Euro. Das zeigt eine vom Auswärtigen Amt geförderte IW-Analyse auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank. Gründe hierfür sind vermehrt niedrige Produktionskosten im Ausland. Das

Deutsche Auslandsinvestitionen: Seit 2010 mehr als verdoppelt
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)