• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Finanzierungsmonitor 2022: Mittelständler in Sorge vor lähmender Stagflation

21.10.2022

Finanzierungsmonitor 2022: Mittelständler in Sorge vor lähmender Stagflation

84% der mittelständischen Unternehmen in Deutschland sehen angesichts der jüngsten Krisen die große Gefahr einer Stagflation. Als Abwehrmechanismen gegen die konjunkturelle Abschwächung und anhaltend hohe Inflation sollen eine höhere Eigenkapitalquote, angepasste Investitionen und Preiserhöhungen wirken. Aber auch bei der Finanzierung müssen die Firmen neu denken. Denn: Die Banken gucken bei der Kreditvergabe jetzt genauer hin. Das sind Ergebnisse der Studie „Finanzierungsmonitor 2022“. Der digitale Unternehmensfinanzierer creditshelf hat dafür zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt.

Beitrag mit Bild

© Marco2811/fotolia.com

Anhaltend hohe Inflationsrate für 2023 erwartet

Laut dem Finanzierungsmonitor haben sich innerhalb kürzester Zeit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen komplett geändert. Im Zuge der weltweit steigenden Zinsen rechnet der Mittelstand jetzt mit einer konjunkturellen Schwäche bei gleichzeitig steigenden Preisen. Acht von zehn Unternehmen sehen eine große Gefahr der Stagflation, berichten die Studienautoren. In dieser Gemengelage mit höheren Zinsen und einer allgemein gedrückten Stimmung würden Unternehmenspläne und -strategien neu ausgerichtet. In den vergangenen Jahren hätten sich die Unternehmen auf ambitionierte Expansionspläne konzentriert. Jetzt werde sich der Blick eher nach innen richten, um Marktverwerfungen und mögliche Krisen abzufedern.

Unternehmen wollen Eigenkapitalquote erhöhen

Die wichtigste Maßnahme der Unternehmen in Reaktion auf die Zinswende ist eine höhere Eigenkapitalquote. 44% der befragten Unternehmen haben sich dazu entschieden, den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital aufzustocken. 42% möchten auch die Investitionsplanung anpassen und 40% die Preise erhöhen. Auch auf der Finanzierungsseite sucht der Mittelstand verstärkt nach Sicherheit und Flexibilität: 38% wollen ihre Kreditzinsen langfristig sichern und 34% den Finanzierungsmix verbreitern.

Keine Entspannung erwarten die befragten Manager hinsichtlich der steigenden Preise: 37% der Befragten erwarten eine Inflationsrate von 3 bis 5% im Jahr 2023, 36% prognostizieren eine durchschnittliche Teuerungsrate von 5 bis 7%. Rund jeder Zehnte geht sogar von über 7% aus. Für den Mittelstand sind rapide Preissteigerungen besonders gefährlich, weil die Jahresplanung und langlaufende Verträge mit Kunden nicht ohne weiteres angepasst werden können, erklären die Studienautoren. In einer solchen Situation sei es wichtig, schnell reagieren und ohne Komplikationen frisches Kapital aufnehmen zu können.

Zugang zu Krediten hat sich für die Mehrheit der Unternehmen verschlechtert

Gerade bei der Kreditvergabe macht sich die angespannte wirtschaftliche Lage jedoch bemerkbar. So hat sich nach Ansicht von 72% der Studienteilnehmer der Zugang zu Krediten für die mittelständischen Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert, bei 56% der Befragten gilt dies auch für das eigene Unternehmen. Die Studienautoren raten deshalb dazu, bei Finanzierungsangeboten nicht nur den klassischen Bankkredit der Hausbank in Betracht zu ziehen, sondern auch Alternativen zu prüfen. Im Langfristvergleich zeige sich, dass moderne Finanzierungspartner an Bedeutung gewinnen und mittelständischen Unternehmen maßgeschneiderte, flexible Angebote anbieten können.

Die Studie „Finanzierungsmonitor 2022“ beruht auf einer im August 2022 durchgeführten Befragung des digitalen Unternehmensfinanzierers creditshelf (www.creditshelf.com). Insgesamt nahmen 210 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen an der Befragung per Online-Erhebung durch ein Marktforschungsinstitut teil. Die Studie wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt.

Die Studienergebnisse des „Finanzierungsmonitors 2022“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung creditshelf vom 18.10.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© kevers/fotolia.com

20.05.2026

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf

Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland suchen immer seltener eine Bankfiliale auf. Im Jahr 2024 nahmen erstmals weniger als die Hälfte der Unternehmen, nämlich 47 %, mindestens einen Geschäftstermin in einer Bank- oder Sparkassenfiliale wahr. Drei Jahre zuvor waren es 50 %, im Jahr 2017 noch 65 %. Der Rückgang der Filialbesuche geht somit weiter, die Dynamik hat

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf
Meldung

© pichetw/fotolia.com

19.05.2026

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter

Die Folgen der anhaltenden geopolitischen Konflikte werden für Unternehmen immer spürbarer, wie der aktuelle CFO Survey zeigt. So sind geopolitische Risiken der stärkste Risikofaktor für das eigene Unternehmen – fast zwei Drittel (63 %) der CFOs sehen dies so (+ 11 Prozentpunkte). Finanzvorstände nehmen zudem Rohstoff- und Energiekosten als deutlich bedrohlicher wahr als noch vor

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter
Meldung

©interstid/fotolia.com

19.05.2026

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken

Die DAX-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet: Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 %. Der Gesamtgewinn stieg hingegen um 4,4 %, was vor allem auf die starke Entwicklung der Finanzbranche zurückzuführen ist, deren Gewinn sogar um 15,9 % stieg und einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal erreichte. Die

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)