20.01.2025

Kaufabsichten für Elektroautos stagnieren

Nur 14 % würden ein reines E-Auto kaufen, 53 % präferieren ein Auto mit Verbrennungsmotor.
43 % der Deutschen sorgen sich um fehlende Ladeinfrastruktur.

Beitrag mit Bild

©js-photo/fotolia.com

Um die Klimaziele zu erreichen, müssten mehr Elektroautos verkauft werden – doch die Beliebtheit von Verbrennerautos steigt in Deutschland an. Laut einer repräsentativen Befragung von Deloitte präferieren 53 % der Verbraucherinnen und Verbraucher für ihren nächsten Autokauf ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Damit hat das Interesse an solchen Autos das zweite Jahr in Folge zugenommen – bei der Befragung im Jahr 2023 waren es noch 45 %, im vergangenen Jahr dann 49 %. Gleichzeitig bleiben Elektroautos wenig beliebt: 14 % würden ein reines Elektroauto (BEV) bevorzugen – nur ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr und ebenso viele wie 2023. Ein Plug-in- und Hybridfahrzeug käme für rund ein Fünftel der Menschen in Frage (2024: ebenfalls 21%).

In China dagegen überwiegt das Interesse an Elektroautos, wie die globale Befragung zeigt. Hier würden 27 % der Käufer:innen einen reinen Stromer bevorzugen, weitere 33 % ein Plug-in- oder Hybridfahrzeug. Nur 38 % wünschen sich als nächstes Auto einen Verbrenner. Als häufigstes Argument für das E-Auto nennen die chinesischen Konsument:innen das Fahrerlebnis. Wer in Deutschland ein Elektroauto kaufen möchte, sorgt sich an erster Stelle um die Umwelt.

E-Autos müssen attraktiver werden

„In China sind die Rahmenbedingungen optimal, um den Hochlauf der Elektromobilität anzukurbeln. Gut verfügbare Ladestationen und preiswertere Fahrzeuge sind entscheidende Faktoren“, erläutert Dr. Harald Proff, der weltweite Leiter des Automobilsektors bei Deloitte. „Um hierzulande mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen, müssen diese attraktiver werden. Es braucht ein breiteres Angebot an kleinen und mittleren Fahrzeugen und einen zügigeren Ausbau der Infrastruktur.“

Während 43 % der in Deutschland Befragten angibt, sich um die fehlende öffentliche Ladeinfrastruktur zu sorgen, sind es in China lediglich 24 %. Hinzu kommt, dass die Menschen hierzulande preissensibel sind: Die Hälfte möchte für ein neues Auto weniger als 30.000 Euro ausgeben (2024: 55%), für weitere 28 % liegt das Limit unter 50.000 Euro. Die Mehrheit (62%) nennt den Preis als das wichtigste Kriterium für die Wahl des Fahrzeugs.

Auch die Erwartungen an die Reichweite sind hoch: Rund ein Viertel (27%) der Befragten in Deutschland möchte mit einer voll geladenen Batterie über 600 Kilometer weit fahren können. Größte Sorge bei Elektroautos ist dementsprechend für 54 % die Reichweite, gefolgt von dem höheren Kaufpreis (45%).

Große Wechselbereitschaft in China

Die Elektromobilität bringt neue Marktteilnehmer hervor. Welche Auswirkungen hat dies auf die Markentreue? Im Vergleich zum Vorjahr steigt in Deutschland die Wechselbereitschaft: 46 % möchten beim nächsten Autokauf auf eine andere Marke umsteigen (2024: 41%). Insbesondere in China ist die Bereitschaft, den Hersteller zu wechseln, sehr hoch. Dort planen 76 % einen Markenwechsel, ein leichter Anstieg gegenüber 2024 (73%). Die Herkunft des Fahrzeugs spielt eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung: 65 % der chinesischen Verbraucher:innen finden es wichtig oder sehr wichtig, dass ihr Fahrzeug im eigenen Land hergestellt wurde. In Deutschland sieht das nur ein Drittel so.

Im Ländervergleich zeigt sich zudem, dass chinesische Konsument:innen aufgeschlossener gegenüber künstlicher Intelligenz, etwa in Form von autonomem Fahren, sind. Mehr als drei Viertel (77%) sehen sie als vorteilhaft an, nur 5 % lehnen sie komplett ab. Anders das Bild hierzulande: 41 % befürworten künstliche Intelligenz. Ein Viertel findet es hingegen nicht gut, wenn diese Technologie im Auto zum Einsatz kommt.

Für die Global Automotive Consumer Study von Deloitte wurden im Herbst vergangenen Jahres 31.000 Konsument:innen in 30 Ländern weltweit zu ihren Präferenzen im Bereich Automotive befragt – 1.500 davon in Deutschland und 1.000 in China. Die Global Automotive Consumer Study ist eine Konsumentenbefragung, die Deloitte seit 2010 regelmäßig durchführt.

(Deloitte vom 17.01.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© alexlmx/fotolia.com

27.04.2026

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity

Der europäische Private-Equity (PE)-Markt war im Jahr 2025 gespalten: Die Anzahl der Transaktionen sank um 8 % auf insgesamt 3.881 Deals, während das Gesamtvolumen um 28 % auf 457,6 Milliarden Euro stieg. Vor allem Megadeals – Transaktionen jenseits der Eine-Milliarde-Euro-Schwelle – trieben den Markt. Demgegenüber fanden kleinere und mittlere Deals seltener statt. Dieser K-förmige Markt – oben

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity
Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

27.04.2026

KfW-Studie: Digitale Unternehmen sind produktiver

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Das zeigt eine gemeinsame Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research. Die Studie basiert auf Daten des KfW-Mittelstandspanels. Der Zusammenhang ist besonders stark bei Unternehmen, die bereits weit digitalisiert sind. Digitalisierung steigert die Produktivität Steigt der digitale Kapitalstock eines Unternehmens um 10 %, ist dies

KfW-Studie: Digitale Unternehmen sind produktiver
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

23.04.2026

In Deutschland wird wieder mehr gegründet

Die Gründungslandschaft in Deutschland kommt wieder in Bewegung: Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen sowie in der Land- und Forstwirtschaft wurden 2025 mehr selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen als in den Vorjahren. Insgesamt wagten rund 395.000 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die aktuellen Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

In Deutschland wird wieder mehr gegründet
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)