• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Lieferketten-Probleme haben sich weiter verschärft

18.03.2022

Lieferketten-Probleme haben sich weiter verschärft

Der von Russland entfachte Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Folgen verschärfen nach Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) auch die Probleme in den Lieferketten der Weltwirtschaft enorm. Schon in der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn hätten 84% der deutschen Industriebetriebe mittlere bis erhebliche Lieferschwierigkeiten gemeldet, teilte der DIHK mit. Damit sei bereits vor Kriegsausbruch eine deutliche Mehrheit der Unternehmen mit Problemen in ihren Lieferketten konfrontiert gewesen.

Beitrag mit Bild

© furuoda/ fotolia.com

Schon in der bundesweiten IHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn hätten 84% der deutschen Industriebetriebe mittlere bis erhebliche Lieferschwierigkeiten gemeldet, teilte der DIHK mit. Damit sei bereits vor Kriegsausbruch eine deutliche Mehrheit der Unternehmen mit Problemen in ihren Lieferketten konfrontiert gewesen.

Sechs von zehn Unternehmen verzeichnen zusätzliche Störungen

Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange: Inzwischen klagen viele Unternehmen über eine starke Zunahme der Probleme. Ein erster Trend aus einer aktuell laufenden DIHK-Blitzbefragung zu den wirtschaftlichen Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine zeigt: Rund 60% der Unternehmen melden zusätzliche Störungen in der Lieferkette und Logistik als Folge des Krieges.

Bereits zu Jahresbeginn hätten lediglich 10% der Betriebe mit einem baldigen Ende der Lieferketten-Probleme gerechnet, so der DIHK. Inzwischen dürften es noch weniger sein.

Von zwei Seiten unter Druck

Insbesondere für Deutschlands mittelständische Industriebetriebe spitzt sich die aktuelle Lage wegen der anhaltenden Engpässe teilweise dramatisch zu: Diese Unternehmen stehen derzeit von zwei Seiten unter Druck: Sie bekommen selbst weniger Vorprodukte oder – wie vor allem bei Energie – nur zu sehr hohen Preisen. Zugleich können sie die Kostensteigerungen nur teilweise an ihre Kunden weitergeben und selbst wegen der Verzögerungen in der eigenen Lieferkette immer schlechter liefern, so die Dachorganisation der 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Hier seien auch viele Unternehmen dabei, deren deutsche Spezialprodukte in den weltweiten Lieferketten eine oft entscheidende Rolle spielen, denn es gebe kaum Autos, Smartphones oder Maschinen, die ohne in Deutschland produzierte Schlüsselkomponenten funktionieren. Deshalb müssten Wirtschaft und Politik die massiven Störungen der Lieferketten gemeinsam in den Griff bekommen.

Großer Rückhalt für harte Sanktionen

Laut der DIHK-Umfrage ist selbst unter den Unternehmen, die erhebliche finanzielle Einbrüche durch die gegen Russland verhängten Sanktionen verzeichnen, der Rückhalt für die harten Maßnahmen groß. Es sei für viele einfach unerträglich, in einem Land Geschäfte zu machen, von dessen Boden ein solcher Angriffskrieg ausgehe.

Protektionismus wächst rund um den Globus weiter

Der DIHK wiesen darauf hin, dass deutschen Unternehmen weltweit immer mehr Handelshürden und Protektionismus begegneten. Das habe sich im Zuge der Corona-Pandemie verstärkt und sei eine bedenkliche Entwicklung. Denn wir verlieren dadurch immer mehr Vorteile der internationalen Arbeitsteilung, stellt die IHK-Dachorganisation fest. Auch wegen grundsätzlicher Bedenken in Deutschland und der EU blieben selbst ausverhandelte Handelsabkommen wie das mit Mercosur weiterhin in der Schwebe. Für mittelständische Betriebe wäre es gerade in diesen Zeiten ein Befreiungsschlag, wenn die EU bei den Handelsabkommen im Indopazifik und Südamerika spürbar vorankäme, erklärt der DIHK. Auch sollten Handelsschutzmaßnahmen, die wichtige Importe übermäßig verteuern, gerade jetzt in Zeiten erhöhter Inflation besonders kritisch hinterfragt werden. Vielleicht sei die Krise auch eine Chance, hier bessere Ergebnisse auf Augenhöhe zu erzielen.

Den aktuellen DIHK-Lieferkettenbericht finden Sie hier.


Weitere Meldungen


Meldung

© Sondem / fotolia.com

03.09.2026

Infrastruktur bestimmt Investitionsentscheidungen

Eine leistungsfähige Infrastruktur wird für Deutschlands Unternehmen zunehmend zum Investitionsfaktor. Das zeigt die Studie „Vom Wachstumshemmnis zum Wachstumstreiber“ des Handelsblatt Research Institute (HRI) mit PwC Deutschland und Strategy&. Befragt wurden 304 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten. Für 76% beeinflusst die Qualität der Infrastruktur das Investitionsverhalten in Deutschland stark. Gelingt die Modernisierung,

Infrastruktur bestimmt Investitionsentscheidungen
Meldung

© weerapat1003/fotolia.com

02.09.2026

Klimaschutz: KMU sehen großen Investitionsbedarf

Rund drei Viertel aller KMU (73 %) müssen nach eigener Einschätzung noch (weitere) Investitionen tätigen, um perspektivisch klimaneutral zu wirtschaften – dies zeigt eine Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel. Der Handlungsbedarf ist breit gefächert: Über die Hälfte der KMU muss in mindestens drei Feldern investieren, insbesondere in klimafreundliche Mobilität, die Erzeugung / Speicherung erneuerbarer Energien sowie die

Klimaschutz: KMU sehen großen Investitionsbedarf
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

02.09.2026

Stimmung im Mittelstand verbessert sich deutlich

Die Stimmung in den mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich im August überraschend stark aufgehellt. Das Geschäftsklima stieg den vierten Monat in Folge, im August um beachtliche 4,5 Zähler auf minus 12,5 Punkte. Getragen wurde diese Positiventwicklung sowohl von einer verbesserten Bewertung der aktuellen Lage als auch noch stärker von deutlich optimistischeren Erwartungen an die

Stimmung im Mittelstand verbessert sich deutlich
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)