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05.01.2020

M&A-Markt kühlt vorerst ab – aber geplante Milliarden-Übernahmen stimmen hoffnungsvoll

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© kritchanut/fotolia.com

Die Dynamik am deutschen M&A-Markt hat zum Jahresende 2019 hin deutlich nachgelassen. Nach einem starken dritten Quartal ging das Deal-Volumen im vierten Quartal 2019 auf 19,9 Mrd. USD (Stand: 09.12.2019) zurück. Im direkten Vergleich mit dem Vorjahresquartal (31,5 Mrd. USD) entspricht dies einem Rückgang um 37%. Auch die Anzahl der Transaktionen sank gegenüber dem Vorjahr um 33% von 625 auf 420. Kein viertes Quartal seit 2011 fiel schwächer aus. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen der M&A Insights von Allen & Overy hervor.

Zu den prägenden Entwicklungen des Jahres 2019 gehört das verstärkte Auftreten von Public-to-Private-Transaktionen, bei denen im Anschluss an die Übernahme ein Rückzug von der Börse vorgesehen ist, etwa um einen Umbau jenseits des Scheinwerferlichts am Kapitalmarkt vollziehen zu können. Die Erfolgsbilanz der Public-to-Private-Transaktionen in diesem Jahr fällt jedoch gemischt aus, denn im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Deutschland keinen Weg, um schnell eine Beteiligung von 100% zu erreichen. Auffällig ist im auslaufenden Jahr darüber hinaus das Ausbleiben von Blockbuster-Deals mit deutscher Beteiligung – einmal abgesehen von der Übernahme von Cypress durch Infineon mit einem Volumen von 10,4 Mrd. USD.

Politisch bedingte Unsicherheiten belasten exportabhängige Sektoren

Erklärungen für diese rückläufige Übernahmeaktivität sind laut der Studie vielfältig. Politisch bedingte Unsicherheiten – sei es der immer wieder aufflammende Handelskonflikt zwischen den USA und China oder die bis zuletzt unklare Brexit-Frage – belasten vor allem die stark exportabhängigen Sektoren. Hinzu komme, dass die Bereitschaft der Politik auch in Deutschland steigt, zugunsten heimischer Schlüsselindustrien oder zum Schutz geistigen Eigentums in den Markt einzugreifen. Als Instrumente kommen dabei in manchen Rechtsordnungen ein zunehmend politisch aufgeladenes Kartellrecht und verschärfte Bestimmungen bei der Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen zur Anwendung. Die Folge ist nach Aussage der Studienautoren nicht nur eine Verlängerung der Genehmigungsprozesse. Auch deren Ausgang an sich sei weniger vorhersehbar geworden.

Konzentration auf das Kerngeschäft wichtiger Deal-Treiber in 2020

Insgesamt zeigt sich, so eine weitere Erkenntnis der aktuellen M&A Insights, eine verstärkte Abnahme der M&A-Aktivität in Deutschland gerade in zyklischen Branchen wie der Automobil- und Zulieferindustrie sowie im Maschinenbau. Viele Unternehmen würden sich für einen Abschwung wappnen. Dabei gehe es aber keinesfalls nur um konjunkturelle Risiken. Gerade auch der hohe Innovationszwang und Entwicklungen wie die Mobilitätswende setzen bisherige Geschäftsmodelle unter Druck, so ein Ergebnis der Untersuchung. All das sorge für Unsicherheit und Kostendisziplin. Die Studienautoren erwarten, dass es 2020 wieder eine Zunahme an M&A-Transaktionen in diesen Sektoren geben wird. Angesichts der eingetrübten Aussichten gehen die Unternehmen den Verkauf von Randaktivitäten konsequenter an und fokussieren sich stärker auf das Kerngeschäft, so die Einschätzung der Experten. Kostensenkungen dürften daher zu einem wesentlichen Deal-Treiber im kommenden Jahr werden. Auch das verstärkte Auftreten von aktivistischen Aktionären, die auf die Anpassung von Geschäftsmodellen dringen, könnte den M&A-Markt weiter antreiben.

Geplante Milliarden-Übernahmen stimmen hoffnungsvoll

Auch wenn das letzte Quartal 2019 die Erwartungen nicht erfüllen konnte, fällt die Bilanz für das Gesamtjahr 2019 laut der Studienautoren durchaus positiv aus. Als Gewinner gehen Branchen wie Pharma und Healthcare aus der Analyse hervor – alleine bereits aufgrund der deutlich geringeren Abhängigkeit vom Konjunkturverlauf. Gleiches gilt das Jahr 2020. Die genannten Herausforderungen werden sich in bestimmten Branchen zwar bemerkbar machen, gleichzeitig zeichnen sich aber bereits milliardenschwere Transaktionen ab. Diese Aussicht stimmt für 2020 hoffnungsvoll, so das Fazit der Studienautoren.

Die Deutschlandbeilage der M&A Insights kann hier heruntergeladen werden. Die globalen M&A Insights finden sich hier.

(Pressemitteilung Allen & Overy vom 18.12.2019)


Redaktion

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