14.02.2024

VC-Geschäftsklima gibt wieder nach

Die Erholung des Geschäftsklimas auf dem deutschen VC-Markt stagniert, die Investorenstimmung bleibt zum Jahresende 2023 somit unterkühlt.

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Das VC-Geschäftsklima hat im vierten Quartal 2023 wieder leicht nachgegeben. Die Stimmung auf dem deutschen Venture Capital-Markt bleibt somit zum Ende des Jahres 2023 unterkühlt, wenngleich sie höher ist als nach ihrem zinswendebedingten Einbruch bis Ende 2022. Der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments sinkt um 8,1 Zählern auf -27,4 Saldenpunkte. Mit den Beurteilungen sowohl der aktuellen Geschäftslage als auch der Geschäftserwartungen geben beide Teilkomponenten nach, wobei die Erwartungen im Vergleich zu Lage deutlich optimistischer bleiben. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage verliert 7,3 Zähler auf -39,2 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartungen fällt um -8,9 Zähler auf -15,5 Saldenpunkte.

Fundraisingklima bleibt unterkühlt

Das Fundraisingklima auf dem deutschen VC-Markt hat sich seit seinem Absturz im Jahr 2022 kaum verändert, die Stimmung ist somit auch Ende 2023 entsprechend eisig (-39,5). Im zweiten Quartal hat sich allerdings eine größere Lücke zwischen der aktuellen Lage und den Erwartungen aufgetan, da die Lagebeurteilung nochmals einknickte und die Erwartungen gleichzeitig deutlich optimistischer wurden. Das schlechte Fundraisingklima hat neben der schnellen und harten Zinswende auch mit schwächelnden Exiterlösen zu tun, die eher spärliche Rückflüsse für Fondsinvestoren und somit ausbleibende Reinvestitionen zur Folge hatten. Getrieben durch sehr viel optimistischere Erwartungen schien das frostige Exitklima aber im dritten Quartal langsam aufzutauen. Das in diesem Erwartungsüberhang innewohnende Rückschlagrisiko hat sich jedoch im Schlussquartal realisiert.

Steigende Investitionsbereitschaft als Lichtblick

Das tendenziell wieder steigende Bewertungsniveau belastet die Stimmung bezüglich Einstiegsbewertungen für Neuengagements bisher nur unwesentlich. Zwar hat die Zufriedenheit das zweite Quartal in Folge geringfügig nachgelassen, sie liegt aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau (+20,3). Die Einstiegsbewertungen für Neuengagements werden also offenbar noch als günstig eingeschätzt. Möglicherweise ist jetzt der Zeitpunkt für viele VC-Investoren gekommen, wieder stärker zu investieren.

„Die Erholung des Geschäftsklimas auf dem deutschen VC-Markt stagniert, die Investorenstimmung bleibt zum Jahresende 2023 somit unterkühlt“, sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Der Krieg im Nahen Osten und die Sorge vor einer möglichen Eskalation hat die Erholung jedenfalls zeitweise belastet, das war zu erwarten. Ausgehend von ihrem zinswendebedingten Zwischentief hat sich die Investorenstimmung im Jahresverlauf aber deutlich verbessert. Die nach wie vor unterkühlte Stimmung ist Ausdruck einer großen Unzufriedenheit mit Fundraising und Exits. Investitionsseitig sieht es dagegen besser aus. Im Jahr 2023 wurde in Deutschland zwar deutlich weniger VC investiert als im Zuge des Booms 2021. Die Investitionen liegen aber auf dem Niveau der Jahre davor und somit höher als die Investorenstimmung vermuten lässt. Die gute Nachricht für Startups ist, dass sich die Investitionsbereitschaft der VC-Investoren für Neuengagements in den letzten beiden Quartalen bereits wieder aus ihrem Zwischentief befreit hat. Für Startups könnten der Zugang zu VC also leichter werden als er in den letzten gut eineinhalb Jahren war.“

Die KfW berechnet das German Venture Capital Barometer zusammen mit dem Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) und dem Deutsche Börse Venture Network exklusiv für das Handelsblatt. Ausführliche Analysen mit Datentabellen und Grafiken zur Entwicklung des Geschäftsklimas im Venture Capital- und Later Stage-Segments sind abrufbar unter GPEB.

(KfW vom 12.02.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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